Mittendrin

André Häfliger mittendrin!

Wo Blitzlichtgewitter ist, ist auch der SI-Chefreporter.

Mit Paloma Picasso an der Mille Miglia

Es ist das berühmteste Oldtimer-Rennen der Welt: die legendäre Mille Miglia! SI-Chefreporter André Häfliger begleitete das Team von Unternehmer Fritz Kaiser, das erstmals an den Start ging. Mit grossem Enthusiasmus dabei war auch Paloma Picasso, die Tochter von Pablo Picasso.

«Ich habe schon viel gehört und gelesen von diesem Rennen», sagt Paloma Picasso vor dem Start in Brescia. 451 klassische Autos, eines schöner als das andere, stehen in den idyllischen Stadtgässchen bereit. Zehntausende von Fans verfolgen die Szenen, die Schulkinder haben frei. Und Paloma Picasso schwärmt: «Dass eine derart grossartige Stimmung herrscht, konnte ich mir gar nicht vorstellen. Ich bin tief beeindruckt!» Zusammen mit ihrem Ehemann, dem Westschweizer Arzt Eric Thevenet, hat sie vor einigen Jahren die Leidenschaft für Oldtimer entdeckt. «Das ist eine ganz faszinierende Welt!»

Jetzt geht für die Tochter von Pablo Picasso ein Traum in Erfüllung: «Hier an den Start gehen zu dürfen, war schon immer ein grosser Wunsch von uns.» Mit seinem Senior-Partner Elmar Wienerin (ist mit Gattin Ulrike in einem Jaguar XK 140 DHC dabei) macht Fritz Kaiser (mit Gattin Birgit im Cisitalia 202 SC am Start) diesen Traum wahr: Picasso und Thevenet, die in Lausanne wohnen, nehmen die 1708 Kilometer lange Strecke im roten Lancia-Cabriolet Aurelia B24 Spider America in Angriff. «The Fast and the Furious»-Star Luke Evans (mit einem Lancia B20 GT) und Oscar-Preisträger Adrien Brody (mit einem Mercedes 300 SL W 198) ergänzen die Kaiser-Flotte im Rennen, das von Brescia nach Rom und zurück führt.

Für Picasso, die begnadete Designerin und Unternehmerin, hat die Teilnahme eine tiefe Bedeutung: «Gemeinsame Hobbys zu haben ist ein Grundpfeiler einer erfolgreichen Beziehung oder Ehe», sagt sie. Gemeinsam mit ihrem Ehemann fährt sie auch Ski. Eric Thevenet, ein äusserst charmanter und humorvoller Mann, ist zudem begeisterter Segler: «Dieses Jahr starte ich erstmals am berühmten Bol d'Or-Lagstreckenrennen auf dem Genfersee.»

Doch zurück zur Mille Miglia. Was Paloma Picasso auch nicht ahnte: Wie streng und hart das schönste Oldtimer-Rennen der Welt ist! «Wir sind an unsere Grenzen gekommen», gibt sie bei Halbzeit in Rom zu. Die Bergfahrt zwischen der Adria hinein ins Landesinnere sei höchst strapazierend gewesen. Kein Wunder bei Dauerregen im offenen Cabrio! «Zeitweise regnete es so stark, dass wir an einer Tankstelle Unterschlupf suchen mussten», erzählt Picasso. Aber der Einsatz lohnt sich: Sie und ihr Mann schliessen die Mille-Miglia-Premiere auf Rang 250 - als bestes Team in der Kaiser-Flotte - ab. Glückwunsch!

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