Mittendrin

André Häfliger mittendrin!

Wo Blitzlichtgewitter ist, ist auch der SI-Chefreporter.

So schön war mein 30. Genfer Autosalon

Es war die Überraschung in Sotschi: Die Olympia-Bronzemedaille der Schweizer Eishockeyanerinnen. Torhüterin Florence Schilling brachte das Prachtstück mit an den Genfer Autosalon - und feierte mit SI-Chefreporter André Häfliger ein Jubiläum.

Florence Schilling - am letzten Spenglercup in Davos lernte ich sie kennen. Ihre Frohnatur, ihr ständiges Lächeln im Gesicht machte mir von Anfang an Eindruck. Und natürlich die Tatsache, dass sie in Bülach ZH in einem Männerteam im Tor steht. Sehr speziell! Jetzt, eine Bronzemedaille später, treffe ich Florence in Genf wieder. Beim Öl- und Schmierstoff-Gigant Panolin macht sie wie immer eine tolle Figur, gibt geduldig Autogramme, lässt sich mit Fans fotografieren. Ausnahmsweise genehmige ich mir im Dienst ein Bierchen, stosse mit der in Sotschi als «wertvollste Spielerin» geehrten Hockeyspielerin an. «Auf was denn?», fragt sie. «Erst einmal natürlich auf deine Medaille», antworte ich. «Und wenn du erlaubst, auch auf meinen 30. Autosalon hier in Genf.» Florence lacht: «So cool, Glückwunsch - auf die nächsten 30 Jahre!»Florence meint es gut mit mir. Aber auch andere Salon-Begegnungen hatten es in sich. Hier eine Auswahl.

Ein überglücklicher Hotelier trifft seinen langjährigen Freund, Pirelli-Chef Dieter Jermann. Ex-Skistar Pirmin Zurbriggen schwärmt: «Wir hatten in Zermatt eine unserer besten Wintersaisons. So viel Schnee hatten wir noch nie. Ich habe mehr geschaufelt als ich Ski gefahren bin. In höheren Lagen liegt die weisse Pracht noch bis zu vier Meter hoch. Beste Verhältnisse also bis Ende April!» Dann wird Jermann nachdenklich: «Ich habe einen guten Freund verloren.» Er spricht von Eurotax-Pionier Helmuth H. Lederer. Der 77-Jährige ist auf dem Weg zu seinem Auto auf dem Parkplatz zusammengebrochen. Herzstillstand! Jermann: «Wir haben einen herzensguten Menschen verloren. Vor einem Jahr hat er noch erzählt, er würde das Ende seiner Tage noch ein Mal einen Autosalon erleben wollen.»

Sehr nachdenklich ist auch Gilbert Gress bei Hyundai. «Ich denke und bete jeden Tag für Michael Schumacher», sagt der Fussball-Kult-Trainer. «Heute noch ärgere ich mich, dass ich ihn vor sechs Jahren am Final des Prominenten-Spiels ‹Der Match› in Luzern bei unserer 4:2-Niederlage statt in der Mitte als Flügelspieler eingesetzt habe.» Heiter wird Gress erst wieder, als ihn Sängerin Stefanie Heinzmann fragt, ob er denn auch kochen könne: «Ich bin auch schon mal in einer Küche gestanden», sagt er schmunzelnd. «Aber nur um einen Fertigkaffee oder einen Tee zuzubereiten. Dafür kocht meine Gattin Béatrice umso besser.»

Gemütlich geniesst Köbi Kuhn bei Kia ein Wienerli. Die Fussball-Legende kümmert sich rührend um seine kranke Ehefrau Alice. Und ist voller Zuversicht: «Nach einer längeren Kur im Luzernischen kann sie in zwei Wochen wieder nach Hause nach Zürich kommen.»

Keine Minute ruhig sitzen kann Hans-Dampf-in-allen-Gassen-Leutenegger. Der Unternehmer ist mit seinem CEO Urs Vögele (der Oberst nahm eigens Urlaub vom WK) und seinem Sohn Jean-Claude Leutenegger da. «Ich habe gerade zwei neue Mercedes gekauft», erzählt Hans Leutenegger freudig. Und saust los zu Subaru, wo er seinen langjährigen Freund Bernhard Russi trifft. 1972 holten beide in Sapporo Gold: Russi in der Abfahrt, Leutenegger im Bob. «Hausi konnte kein Wort mehr sprechen nach seinem Triumph im Viererbob. So stark war er erkältet, erinnert sich Russi. «Ich dachte, ich überlebe das nicht», bestätigt Leutenegger. Mit DJ Bobo macht Hausi das erste Mal Bekanntschaft, und sagt: «Ich habe schon viel von ihm gehört. Aber dass er tatsächlich ein derart grosser Wirbelwind ist, weiss ich erst jetzt. Alle Achtung!»

Bei Jaguar/Land Rover kommt Walter Frei nicht aus dem Staunen heraus. Immer wieder blickt er zu Satiriker Andreas Thiel: «Genial, diese Haarpracht», sagt der SVP-Stratege und Autounternehmer. «Ich finde das echt cool!»

Renzo Blumethal denkt bei Renault an seinen Hof im Bündnerland. «Bald lege ich beim Melken der Kühe die Füsse hoch», erzählt der ehemalige Mister Schweiz. «Ich will eine vollautomatische Melkanlage installieren. Eine Art Waschstrasse, in welche die Kühe reinlaufen und dann gemolken werden. Sonst haben sie freien Auslauf und sind dann auch nicht mehr eingepfercht. Ganz toll!»

Bertrand Piccard überkommen bei Toyota nostalgische Gefühle: Ein 100 Jahre alter «PicPic»-Oldtimer ist am Salon ausgestellt. «Paul Piccard, ein Onkel meines Grossvaters, hat das Auto zusammen mit Lucian Pictet entwickelt», sagt der Abenteurer und Forscher ganz stolz. 3000 «PicPic»-Fahrzeuge wurden zwischen 1906 und 1921 konstruiert, für 14'500 Franken pro Stück. «Das entspricht heute einem Preis eines Rolls-Royce», stellt Piccard lächelnd fest.

Dominique Rinderknecht ist enttäuscht: Bundespräsident Didier Burkhalter, der am Eröffnungstag mit seiner charmanten Gattin Friedrun Sabine wie in einer Sardinenbüchse durch den Salon geführt wird, hat es nicht bis zu Lancia geschafft. «Wir haben sehnlichst auf ihn gewartet», erzählt die Miss Schweiz. «Leider aus unerklärlichen Gründen vergeblich. Ich hätte ihn und seine Gattin so gerne kennengelernt!»

Schock für Krokus-Ikone Marc Storace und Model Zoe Scarlett: Auf dem Weg nach Genf rammte ein Lastwagen die beiden Chevrolet-Botschafter von hinten. «Zum Glück nur Blechschaden und ein paar Stunden Verspätung», so Storace.

Ganz freudig umarmen sich Seat-Botschafterin Christina Surer und der ehemalige Formel-1-Star Gerhard Berger. «Dass wir uns hier treffen, ist eine riesige Überraschung», meint Surer voller Freude. «Wir haben uns jahrelang nicht mehr gesehen.» Sagt es - und rauscht ab an den Königssee zu Stefan Raabs Wok-Weltmeisterschaft!

Etwas nervös kurvt Claudio Zuccolini bei Mercedes herum. Diese Woche feiert der Bündner Komiker nach seiner Saison im Schweizer National-Circus Knie bei Viktor Giacobbo (stand 2006 auch mal ein Jahr in der Knie-Manege) im Casino-Theater in Winterthur Premiere mit seinem neuen Programm «iFach Zucco». Er freut sich: «Ich fühle mich sehr gut aufgestellt und bin ganz gespannt, wie es ankommen wird!»

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