Mittendrin

André Häfliger mittendrin!

Wo Blitzlichtgewitter ist, ist auch der SI-Chefreporter.

Wer rollt denn da im Maybach an?

Es ist eine der edelsten Karossen der Welt, das Daimler-Spitzenmodell Maybach. SI-Chefreporter André Häfliger durfte ihn steuern. Mit wichtigen Fahrgästen an Bord: Christiane und Peter Sauber!

Christina Surer legt die Messlatte hoch. Im lockeren Telefongespräch erzähle ich der Rennfahrerin, dass ich den ranghöchsten Rennfahrer der Schweiz und seine charmante Gattin Christiane in die Westschweiz chauffieren darf. Ins faszinierende Modelleisenbahn-Museum «Chemins de fer du Kaeserberg» in Granges-Paccot bei Fribourg. Es ist der real gewordene Bubentraum des ehemaligen Bauunternehmers, Rennfahrers und Sauber-Freundes Marc Antiglio. Christinas Empfehlung: «Für ein solches Erlebnis brauchst du ein anständiges Auto!»

Am besten wohl das Feinste. Aber wo finde ich denn einen Maybach? Daimler-Chef Dieter Zetsche kann ich wohl kaum anrufen, zaubern auch nicht. Aber Rolf Theiler kann ich ja mal fragen. Der Chef des Weltklasse-Reitturniers CSI Zürich und der Sport-Förderorganisation Laureus Schweiz gibt die edlen Autoschlüssel sofort und gerne frei. Welch ein Glück, welch ein erhebendes Gefühl, meine ziemlich verblüfften Gäste einsteigen zu lassen! «Diese Überraschung ist euch sehr gelungen», freut sich Sauber.

Läuft eigentlich der 550-PS-Motor? Ich höre nichts, obwohl die Fahrt schon längst begonnen hat. Ich sehe Peter Sauber an der Boxenmauer vor mir. Wie er sich jahrelang mit Ohrmuscheln gegen den Lärm der rund 700-PS-Boliden der Formel 1 schützen musste. Und jetzt schweben wir mit nur 150 Pferdestärken weniger praktisch lautlos dahin.

Und wie wir das automobile Paradies geniessen, uns angeregt unterhalten, lachen - und immer wieder einfach nur staunen. Sonnenklar, dass wir nach knapp zwei Stunden entspannt aussteigen, den Besuch bei Peter Saubers ehemaligem Rennfahr-Kollegen in vollen Zügen geniessen. Auf der Rückfahrt kann ich von Sauber sogar noch etwas lernen. Beim Maybach-Tempomat lässt sich die Geschwindigkeit nur in 10-Kilometer-Stufen fixieren. Dachte ich. Bis mir der Schweizer des Jahres 2006 ganz gelassen erklärt, dass ich den Hebel eben erst dann betätigen muss, wenn ich das exakte Tempo erreicht habe - und es so genau fixiert werden kann.

Danke, lieber Peter! Danke, lieber Rolf!

Lesen Sie in der aktuellen Schweizer Illustrierten: Peter Sauber als Bähnler bei Marc Antiglio

Weitere Blogs von André Häfliger finden Sie im SI-online-Dossier.