Mittendrin

André Häfliger mittendrin!

Wo Blitzlichtgewitter ist, ist auch der SI-Chefreporter.

Meine WM-Wette mit Isabel Derungs

In knapp einem Monat startet die Fussball-WM in Brasilien! SI-Chefreporter André Häfliger wollte an der Saisonabschluss-Party von Swiss-Ski in Solothurn wissen: Wie spielt die Schweiz im ersten Spiel am 15. Juni gegen Ecuador?

Es ist ein lockerer Abend im Konzertsaal Solothurn. Unsere Ski-Stars geniessen es, sich mit ihren Funktionären - über alle Grenzen der Ski-Disziplinen hinweg - zum Erfahrungs- und Anekdotenaustausch zu treffen. Snowboarder Pat Burgener beeindruckt mit seiner Gitarre auf der Apéro-Bühne. Ich darf mit Dario Cologna, Dominique Gisin, Sandro Viletta in den in Sotschi wahr gewordenen Gold-Träumen schwelgen.

Und denke dabei schon an den nächsten Sport-Höhepunkt: Wie wird die Schweiz an der WM in Brasilien starten? «Wir müssen gegen Ecuador vorlegen und mit einem klaren 2:0 gewinnen», sagt der Luzerner Olympiasieger Hippolyt Kempf (Nordische Kombination 1988 in Calgary, Kanada). Der 48-jährige Langlauf-Chef ist immer noch topfit: «Ich habe gerade mit meiner Familie, mit Ehefrau Pia und meinen fünf und acht Jahre alten Söhnen Noe und Finn, den Luzerner Stadtlauf bestritten.» Alle Achtung!

Dominique Gisin, ihre Schwester Michelle, Selina Gasparin sowie Hans Flatscher, Chef unserer Alpin-Frauen und Ehemann von Ex-Skistar Sonja Nef, tippen genau gleich wie Kempf - 2:0! Sind denn alle so optimistisch? Glaubt niemand an Ecuador? Nein! Nur Pirelli-CEO Dieter Jermann spricht von einem müden 1:1. Vierfach-Olympiasieger Simon Amman sagt ein 2:1 voraus. «Für die Schweiz», betont der Skisprung-Star lachend. Diese Prognose wagt auch Slopestyle-Star Isabel Derungs, die beim Spiel in Brasilien selber dabei sein wird: «Ich verreise jetzt für sechs Wochen nach Argentinien und Brasilien.»

Ich selber sage 1:0 für die Schweiz - und wette mit Derungs um eine Flasche Wein auf das richtige Resultat. Denise Feierabend, Mike Schmid und Silvan Zurbriggen sehen es gleich wie Ammann. Snowboarder Simon Schoch traut der Hitzfeld-Truppe sogar einen 3:1-Triumph zu. Marianne Abderhalden, Elisa Gasparin, Didier Defago und Dario Cologna sind da vorsichtiger: «1:0. Erste Spiele an grossen Turnieren gehen oft knapp aus.»

Wie so oft lagen Freude und Leid letzte Woche sehr nahe beieinander. Noch immer bewegt bin ich vom letzten Geleit, das 100 Freunde und 17 Familienangehörige von Ex-Natitrainer Köbi Kuhn seiner geliebten Gattin Alice gaben. Eindrücklich, wie Pfarrerin Katharina Hoby auf das Leben dieser liebevollen, immer lächelnden Frau eingegangen ist! Genauso beeindruckt bin ich davon, wie gefasst Köbi Kuhn ist - auch wenn man ihm die grosse Trauer noch ansieht. Zum Beispiel am anschliessenden Imbiss mit engsten Freunden im «Leuen» in Uitikon-Waldegg ZH, wo er vergangenen Oktober auch seinen 70. Geburtstag feierte. Aber auch einen Tag später am Podium mit Sepp Blatter und Ottmar Hitzfeld im Zürcher Ringier-Pressehaus, wo er mir erzählte, wie sehr er sich auf die drei Spiele und den Final an der Weltmeisterschaft in Brasilien freue. Das Leben muss weitergehen!

Alle Blogs von André Häfliger finden Sie im SI-online-Dossier.