Mittendrin

André Häfliger mittendrin!

Wo Blitzlichtgewitter ist, ist auch der SI-Chefreporter.

Der Tod von Zabli und Gwaggli

Am Rande des ATP-Tennisturiners in Gstaad traf SI-Chefreporter André Häfliger Ex-Skistar Bernhard Russi und Ex-Vize-Miss-Schweiz und Bloggerin Xenia Tchoumitcheva - zu einem gemütlichen Dreier-Interview.

Xenia Tchoumitcheva: Bernhard, du wirst bald 65? Das glaube ich nicht, hast du den Pass da? Was machst du, dass du so fit bist?

Bernhard Russi: Ja, ich werde im August 65 Jahre alt - das musst du mir auch ohne Pass glauben. Aber auch, dass ich mich noch nicht so alt fühle. Nur ab und zu schmerzt mein Rücken. Ich achte auf gesunde Ernährung, habe eine gute Lebenseinstellung und mache immer noch viel Sport, vor allem Klettern. Und du?

Xenia Tchoumitcheva: Auch ich versuche, möglichst viel Sport zu betreiben. Sicher drei bis vier Mal in der Woche gehe ich ins Fitness, mache Krafttraining mit Gewichten und Ausdauer am Pilates-Gerät.

Bernhard Russi: Aber du spielst auch recht gut Tennis, hast ein gutes Ballgefühl…

Xenia Tchoumitcheva: Danke! Ich finde, ich spiele nicht mehr so gut, habe über ein Jahr kein Racket mehr in der Hand gehabt. Aber ein schöner Sport ist das, zweifelsohne.

André Häfliger: Wie war das Plausch-Spiel mit Stanislas Wawrinka?

Xenia Tchoumitcheva: Sehr schön, er ist ein so cooler Typ! Ich fand, ich war eine Null auf dem Platz. Er tröstete mich und sagte, das liege nur an den Schuhen - so galant! Herrlich auch sein Tatoo «Fail again, fail better» - Verliere wieder, aber verliere besser. Ein toller Spruch!  

Bernhard Russi: Finde ich auch! Ich habe früher zu meiner Aktivzeit sehr viel Tennis gespielt. Das war eines der besten Trainings für mich. Heute spiele ich Golf, habe Handicap elf. Mein Lieblingssport aber bleibt das Skifahren, weil es für mich gesellschaftlich immer noch sehr wichtig ist, weil ich in diesem Sport die meisten Freunde habe. Und du, André?

André Häfliger: Ich fahre im Winter auch gerne Ski. Mein Sport aber ist Segeln, das mache ich, seit ich 14 Jahre alt bin. Mein Boot heisst «Freude herrscht!». Golfen mag ich deshalb, weil es auf der ganzen Welt immer am schönsten ist in den Golf-Clubhäusern. Ich gehe immer zuerst an die Häfen - und dann in den Golfclub. Und was fasziniert dich denn so am Klettern?

Bernhard Russi: Neben der herrlichen Bergwelt die Leistung, die ich während fünf bis sechs Stunden erbringen muss. Ich gehe gerne an meine Grenzen, will sie spüren. Diesen Adrenalin-Kick liebe ich.

Xenia Tchoumitcheva: Oh, Adrenalin! Das brauche ich auch. Die höchste Dosis erreiche ich jeweils beim Moderieren. Live vor Publikum oder fürs Fernsehen - wahnsinn! Ich habe früher viel rhythmische Sportgymnastik und klassisches Ballett gemacht. Das ist rückblickend gesehen wohl auch der Grund, weshalb ich im Show-Business gelandet bin.

Bernhard Russi: Als Selfmade-Frau, so wie ich das von der Ferne beobachte?

Xenia Tchoumitcheva: Gut beobachtet, ja! Um mir mein Studium zu finanzieren, habe ich an der Bar und als Kellnerin gearbeitet, habe also ganz selbständig begonnen. Ich habe dann nie gedacht, dass mein Titel als Vize-Miss mir so viel Erfolg bringt. Heute starte ich neben den Moderationen mit meinem neuen Edel-Blog Chicoverdose.com durch, habe nach kurzer Zeit schon 240'000 Besucher im Monat erreicht. Darauf bin ich sehr stolz. Auch auf Twitter und Facebook läufst wie geschmiert. Bei euch?

Bernhard Russi: Ich bin bei keinem Portal dabei. Das ist mir alles etwas zu irreal, zum Teil weit neben der Realität. Das stört mich.

André Häfliger: Mir geht es genau so. Das klingt wohl etwas altmodisch, ist bei mir aber eine reine Frage der mangelnden Zeit. Aber es stimmt eigentlich - zwischen zwei und vier Uhr morgens hätte ich noch Zeit für Facebook und Twitter.

Bernhard Russi: Was würdest du denn gerade twittern?

André Häfliger: Naja, wenn das jemand interessiert? Letzten Sonntag sind meine beiden Goldfische Zabli und Gwaggli gestorben. Nach 14 Jahren, am gleichen Tag! Das waren Zabli und Gwaggli Nummer zwei - und es ist kaum zu glauben: Zabli und Gwaggli Nummer eins waren auch am gleichen Tag, ebenfalls an einem Sonntag, aber nach 16 Jahren gestorben.

Xenia Tchoumitcheva: Das macht dich traurig, ja?

André Häfliger: Ja sicher, und natürlich irgendwie nachdenklich wegen der beiden exakt gleichen Todestagen. Ich hatte das auf 30 Zeilen damals beim Tod von Zabli und Gwaggli Nummer eins im «Blick» auch geschrieben. Sagenhaft: Am Tag, als das erschien, wurden beim Ringer-Portier an der Zürcher Dufourstrasse 26 Goldfischpaare für mich abgegeben, das vergesse ich nie. So lieb! Ich dachte, ich träume. Habt Ihr eigentlich noch Träume?

Xenia Tchoumitcheva: Ja sicher, die ganze Zeit! Obwohl ich sehr glücklich bin und meinen Traum schon träume. Aber ich will mich immer weiter entwickeln. Blogmässig sehe ich in Asien oder in Amerika viel Potential.

Bernhard Russi (lacht): Asien, richtig! Nach Sotschi packe ich in Südkorea mein nächstes grosses Projekt an, gestalte dort die Olympia-Skipiste für 2018. Eine tolle Herausforderung, auf die ich mich sehr freue. Mein Traum aber ist es auch, in die Antarktis zu gehen. Nicht unbedingt an den Südpol, aber auf einige der herrlichen Berge dort.

André Häfliger: Nun, ich bleibe ganz bescheiden, träume vorläufig von Zabli und Gwaggli Nummer drei. Euch beiden wünsche ich viel Glück, Spass und Erfolg bei der Realisierung eurer Träume - mögen sie alle wahr werden!

Tchoumitcheva, Russi und Wawrinka sind Botschafter von Brillengigant Visilab, der dieses Jahr 25 Jahre alt wird.  

Weitere Blogs von André Häfliger finden Sie im SI-online-Dossier.