Aus Hunds- mach Hammerfrisur

Wieviele "one-cut-stands" braucht eine Frau, um den Friseur ihres Lebens zu finden?

Einfach, damit das schon mal klar ist: Ich mag keine Friseurbesuche.


Ich könnte Ihnen gleich eine Handvoll Geschichten erzählen, warum dies so ist.
 

Ein Beispiel gefällig?

Ich wollte mit 18 mein Rapunzelhaar ein wenig schneiden und stand kurz darauf mit einem Milimeter-Schnitt auf der Strasse. Der Friseur hatte meinen Wunsch nach einer Veränderung wohl etwas zu radikal eingeschätzt (oder hatte ich mich zu unklar ausgedrückt?!).

 

Nun, ich habe dieses Trauma zwar überlebt, doch die Albträume von Menschen, die mir die Kopfhaare wegrasieren, sind nicht überstanden.
 

Es lag also auf der Hand, dass ich Coiffeur-bindungsunfähig wurde und fortan einige one-cut-stands hatte.
 

Wo war er, der Friseur meines Lebens?
 

Nun, irgendwann lockte mich S.B., der Mann, dem die Frauen
(ihr Haar an-)vertrauen, nach B.
 

Beim ersten Besuch plättete ich ihn mit meiner Standard-Einleitung: "Die Haare sollen genau so bleiben wie jetzt. Spitzen schneiden heisst: einen halben Milimeter weg und keine Haarbreite mehr! Und wenn ich hier aus dem Salon laufe, möchte ich nicht aussehen, wie wenn ich vom Friseur komme." Alles klar?
 

Eine Augenbraue wurde leicht in die Höhe gezogen, eine Hand auf meine Schulter gelegt. "Meine Liebe! Vertrau mir!" (Oh nein, nicht auf DIESE Tour!! Meine Haare standen zu Berg und ich wünschte mir sehnlichst, in meinem Kopf wäre ein Seilzug angebracht, der die Haare aufrollen und nach innen wegziehen würde. Wie kam ich bloss von diesem Friseur-Sessel weg? Ich spürte ganz fest, wie sie sich gegen die drohende Schere wehrten.)


Eine Stunde später hatte ich dunkelbraunes Haar im Stufenschnitt (DOCH!!) und ein paar Zentimeter kürzer.
 

Es sah gut aus.

Ähm. Ja. Es sah wirklich gut aus.
 

Da ich nun also den Friseur meines Vertrauens gefunden hatte, meinen Seelencoiffeur quasi, war in Sachen Kopfarbeit plötzlich alles möglich. Ich vertraute! Und zwar blind.
 

So kam es, wie es kommen musste. Ein Shooting für StyleMe stand an.
 

Ich war total happy, dass wir Fotografen-Star Chamnee Tipmanee dafür gewinnen konnten. Chamnee ist in Asien, was bei uns ein Michel Comte ist. Er kommt, klickt und siegt. Seine Bilder sind eine Wucht.
 

Sandro kam mit Lockenstab und Bürste. Er musste auf dem Weg zum Shooting einen Bichon Frisé gesehen haben. Anders kann ich mir nicht erklären, wie er auf DIE Frisur kam.
 

Aber hey: Sogar dem hochkonzentrierten Chamnee entfuhr plötzlich ein "Geeeeeiiiil". Bitte?!


Richtig: eines der wenigen deutschen Wörter des thailändischen Fotografen war … na eben, das eben genannte: er hatte als junger Mann mal für kurze Zeit in der Schweiz gelebt und das Wörtchen als Schweizer Souvenir durchs Leben getragen.
 

Geil war sie also offenbar, die Frisur. Das hatte zuvor noch nie jemand zu meinem Haar gesagt.


Und als ich mein haariges Spiegelbild nach einigen Minuten lieb bekam, da sah ich noch weitere Vorteile: nun war ich blanken Fusses plötzlich so gross wie ich es normalerweise nur mit Ultra-Highheels hinkriege.
 

Item. Eigentlich wollte ich Ihnen das Seidenkleid vorstellen. Aber dazu ein andermal.

 

(Wer sich ein ganzes Bild machen will, klickt HIER.)

 

Song: Die Alpenkracher "Du hast die Haare schön"