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  3. «Tele»-Streaming-Tipp der Woche: Die 2. Staffel «Dark»

DER «TELE»-STREAMING-TIPP DER WOCHE

Beschleunigung von 0 auf 100

Ihr liebt Filme und Serien, wisst aber nicht, was ihr als Nächstes bei Netflix & Co. schauen sollt? Kein Problem: Die Zeitschrift «Tele» stellt hier jede Woche Sehenswertes vor. Heute die zweite Staffel der Mysteryserie «Dark».

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Noch düsterer, noch vertrackter: Der geniale Zeitreise-Kosmos «Dark» geht in die 2. Runde.

ZVG

Es verlangt einem schon einiges an Engagement und Ausdauer ab, sich in der verworrenen Welt von «Dark» zurechtzufinden – mit all den Zeitebenen, all den Figuren und ihren Beziehungen zueinander und den Zeitreisen Paradoxa. Doch die Mühe lohnt sich: Man taucht ein in einen Kosmos, der sämtliche Sinne anregt.

Am 21. Juni stellt Netflix die 2. Staffel der deutschen Mysteryserie online. Dann geht das mit dem Sich-darauf-Einlassen wieder von vorne los. Wir schreiben das Jahr 2020. Es sind ein paar Monate vergangen, seit ausser den vermissten Kindern nun auch der Jugendliche Jonas Kahnwald (Louis Hofmann), der Polizist Ulrich Nielsen (Oliver Masucci) und der alte Helge Doppler (Hermann Beyer) verschwunden sind.

Der Zuschauer weiss: Doppler ist tot, Ulrich steckt irgendwo in den 1950er-Jahren fest, wo er wegen Kindsmord einsitzt, und Jonas irrt im postapokalyptischen Jahr 2053 umher und sucht verzweifelt den Rückweg in seine Zeit.

In der zweiten Staffel wird es noch finsterer

Die Polizistin Charlotte Doppler (Karoline Eichhorn) hat bei der Suche nach den verschollenen Personen Unterstützung – oder präziser ausgedrückt: einen Vormund – hingestellt bekommen. Rasch wird klar: Der Freud zitierende, herablassende Sonderinspektor Clausen (Sylvester Groth) und sie haben das Heu nicht auf der gleichen Bühne.

Während die beiden Ermittler fieberhaft recherchieren und Leute befragen, werden dem Publikum all die Figuren in all den Zeitebenen nochmals in Erinnerung gerufen. Nur wenige stehen still: Die meisten tappen durch das finstere Labyrinth, das sie Leben nennen, wobei sich einige dem Geheimnis der mysteriösen (Zeit -)Reisenden annähern. Es kommt zu folgenreichen und grotesken Begegnungen.

Die Handlung hüpft fieberhaft zwischen den verschiedenen Zeiten (es kommen noch mehr dazu) hin und her, und der stoische Priester Noah (Mark Waschke) erweist sich zusehends als Schlüsselfigur im Wirrwarr. Was ist seine Motivation? Und ist er nun gut oder böse? Die zweite Staffel bringt es tatsächlich fertig, die Schraube der Düsternis noch einen Tick weiterzudrehen. Und sie erfordert erneut die volle Aufmerksamkeit diesseits des Bildschirms, was die Schauspielerin Karoline Eichhorn gegenüber TELE bestätigt: «Es wird tatsächlich finsterer – und darüber hinaus noch etwas komplexer.»

Dark

Mysteryserie: Erste deutsche Netflixserie
Netflix, 2. Staffel, ab 21.6.

Bei der Lektüre des Drehbuchs wurde sie so sehr in den Bann gezogen, dass sie während vier Stunden vergass, sich hinzusetzen. Eichhorn verspricht: «Der Zuschauer wird Augenblicke erleben, in denen er ruft: ‹Das glaube ich jetzt nicht!› Es sind diese total überraschenden Momente mit einer Beschleunigung von null auf hundert im Nu.»

Auf eine Serie wie «Dark» haben viele gewartet. In der Tat: Sie ist gleichermassen mutig und genial. Die Geschichten, die Familiendramen, die Dialoge, die Stimmungen und die Musik bis ins kleinste Detail aufeinander abgestimmt – das gilt ganz besonders für den stampfenden Abspann.

Übrigens: In TELE Nr. 27 gibt es an dieser Stelle ein Interview mit dem deutschen (in Olten SO geborenen) Regisseur Baran bo Odar und Drehbuchautorin Jantje Friese zu lesen.

Von Mischa Christen am 12. Juni 2019