Bussi, Bussi - der Schickeria-Blog

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Zwischen Cüpli, Bier und Blitzlichtgewitter: Eine Schweizerin mischt sich unter die deutsche Prominenz.

Feiertags-Crashkurs: Weihnachten + Chanukka = Weihnukka!

Das Feiern geht weiter. Dieser Tage ganz ohne Promis, dafür mit Tannenbaum und Chanukkia. Whot? Ja, denn nicht nur die Christen feiern, sondern auch die Juden und Menschen, wie Bloggerin Deborah Neufeld, die einfach alles mitnehmen. Ein Crashkurs.
Weihnachten 2014 Chanukka erklärt von Deborah Neufeld
© ZVG

«Chanukka verlängert - Jetzt noch schnell Jude werden»: Poster im Münchner Restaurant Schmock. (Wer die Bedeutung des Namens errät, gewinnt einen Fernseher).

Ihr habt es geschafft! Wir haben es geschafft! Die Feiertage gehen endlich los. Wir können aufhören, Karten zu schreiben und wegen vergessenen Geschenken genervt durch die Stadt zu hetzen. Und auf Weihnachtsfeiern von unseren Chefs müssen wir uns auch nicht mehr zusammenreissen, wo wir uns eigentlich lieber abschiessen wollten.

Doch für viele meiner Freunde gibt es keine Weihnachten, keinen Tannenbaum, keine Geschenke. Denn sie sind jüdisch (wie ich), aber traditionell (nicht wie ich). Sie feiern Chanukka, das jüdische Lichterfest. Wer also unreligiös ist, feiert einfach beides oder nichts. (Oi wei, ich hoffe, der Blitz schlägt jetzt nicht über mir ein).

Für viele von uns sind diese Tage ein Potpurri verschiedener Sitten und Bräuche, denn Chanukka findet jedes Jahr auch im Winter statt, jedoch nicht an einem bestimmten Tag. Alle Feiertage orientieren sich an ihrem eigenen, jüdischen Kalender, in dem wir schon das Jahr 5775 schreiben (bäm, viel schneller als ihr!)

Dieses Jahr hat Chanukka am 17. Dezember angefangen und dauert bis zum 24. Dezember, im jüdischen Kalender der 25. Tag des Monats Kislew. Man feiert damit die Wiedereinweihung des zweiten Tempels in Jersualem 164 v.Chr. und dass das Öl statt für einen Tag für ganze acht Tage reichte. So wird jeden Abend eine Kerze des acht-armigen Leuchters (Chanukkia) entzündet und abgefeiert, dass es noch Wunder gibt.

Doch genug von Debbies Geschichtsunterricht. Jetzt kommen die Highlights der Feierlichkeiten:

Cash
Jeden Abend gibt es (leider meist nur für die Kinder) etwas Geld. Es ist die Belohnung für fleissiges Lernen und gutes Benehmen. Noch mehr Karmapunkte bekommen sie, wenn sie einen Teil davon spenden. Aber das ist ja nicht nur bei den Juden so.

Dreidel spielen
Der Dreidel ist ein Kreisel, der auf vier Seiten fallen kann. Auf den vier Seiten sind vier hebräische Buchstaben, die zum Dealen animieren. Als Wetteinsatz werden Weinbeeren, Süssigkeiten oder Nüsse in die Kasse gegeben. Bei Nun («nichts») gewinnt man nichts, man verliert aber auch nichts. Bei Gimel («ganz») gewinnt man alles. Bei Hej («Hälfte») bekommt man 50 Prozent der Kasse und bei Schin («stellen») muss man der Kasse was spendieren.

Fett essen
Alles ist sehr fettig und frittiert, da sich ja alles ums Öl dreht: Krapfen, Kartoffelpuffer mit Apfelmus oder Gänsebraten. (Bitte in dieser Reihenfolge - acht Tage lang). Dazu gibt es auch dieses schöne Video zur Zubereitung von Latkes (Kartoffelküchlein):


Und wer jetzt zu Recht gerne eine jüdische Familie gründen möchte, hier als krönender Abschluss 51 Hotties, die schöne jüdische Babys machen können. Und dasselbe für die Männer.

Nu: Happy final Weihnukka, MFs und Bussi, Bussi aus München.

Im Dossier: Alle Schickeria-Blogs von Deborah Neufeld