Bussi, Bussi - der Schickeria-Blog

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Zwischen Cüpli, Bier und Blitzlichtgewitter: Eine Schweizerin mischt sich unter die deutsche Prominenz.

Wie Promis Geld verdienen

Berühmt sein heisst nicht automatisch reich sein. Deshalb versuchen sich Schauspieler, Moderatoren und Sportler gerne auch in der harten Businesswelt. Für Bloggerin Deborah Neufeld bedeutet das meistens akutes Augenrollen und ein verzweifeltes «bitte nicht...».
Daniel Aminati Workout Sport Youtub Blog Deborah Neufeld
© Screenshot Youtube.com

Daniel Aminati verspricht einen Traumbody in 8 Wochen.

Gestern stolperte ich das erste Mal über einen Werbespot mit Moderator Daniel Aminati, der mich aufforderte, endlich mal Sport zu treiben. «Ich mach dich krass!», sagte er. Ich mach dich krass... Zeit für mich, umzuschalten. Zwei Stationen weiter schaute mich Detlef D! Soost mit bösem Blick an und schrie: «I make you sexy dot com!» Und ich dachte, was Promis heute alles machen müssen, um Geld zu verdienen, ist auch nicht immer ein Spaziergang:

Til Schweiger
Auch wenn er mit seinen Kinofilmen und als Tatort-Kommissar alle Rekorde bricht, ist Til Schweiger ausserhalb der Filmbranche ein ebenso guter Geschäftsmann. Okay, mit seiner Modekollektion für Vögele vor ein Paar Jahren ist er mächtig gegen die Wand gefahren. (Die Schweizer werden sich erinnern...). Aber jetzt verkauft er unter dem Label «CE’TIL» eine weitere Herrenkollektion (exklusiv für Ebay designt) und feiert sich selber, weil ihn Mode gar nicht so wirklich interessiert und er trotzdem Geld verdient. Hier das Interview dazu. Habe ich erwähnt, dass er ausserdem einen eigenen Online-Shop hat? Dort verkauft er nicht nur weitere Pullis und Shirts, sondern auch Wein, der nach seiner Tochter benannt ist, jegliche Accessoires und Interior-Gegenstände, die in seinen eigenen Filmen zu sehen sind (wie clever!) und z.B. auch Klobürsten. Kein Scheiss. Ein Besuch auf der Website lohnt sich - auch wenn es damit den manchmal etwas rumpeligen Schweiger noch reicher macht.

Guido Maria Kretschmer
Beim Stichwort Ebay fällt mir auch Guido Maria Kretschmer ein, der für den Online-Händler eine exklusive Linie designt hat (immer dieses exklusiv...). Für «Heine» gab es dasselbe in Grün und natürlich auch noch Bücher, da er mit seiner Sendung «Shopping Queen» so viel Erfolg hat. Seine vollschlanken Leserinnen lieben nach der Veröffentlichung des Werkes «Anziehungskraft - Stil kennt keine Grösse» ihren Meister natürlich noch mehr. Und obendrauf die aggressive Werbekampagne von Danone, die mir vorgibt, einen so viel besseren Tag zu haben, wenn ich das überzuckerte Zeugs am Morgen trinke. Ich empfehle ihm, mal eine kleine Pause einzulegen, selbst nicht so viel von diesem Joghurt-Gesöff zu sich zu nehmen und werbetechnisch mal zu entschleunigen.

Barbara Becker
Sie hat als Ex-Frau von Boris Becker wirklich das Beste gemacht und feiert mit ihrem Namen auf vielen Gebieten Erfolge. Ende Juni erscheint ihre DVD «Barbara Becker - die 60 besten Rückenübungen der Welt». Wenn ich richtig gezählt habe, ist es ihre 12. (!) DVD. Frau Becker kann aber auch designen und hat eine eigene Shirt-Kollektion «barbara becker», sie verkauft Tapeten, Vorhänge, Teppiche und Bücher. Und natürlich Schmuck - wie das jede richtige Spielerfrau tut.

Harald Glööckler
Den Designer habe ich erst kürzlich erwähnt. Doch ist es schon bemerkenswert, wie unwichtig die Kernkompetenzen sind, wenn man mit einem bekannten Namen einfach alles verkaufen kann. Bei Glööckler waren das ursprünglich Shirts und Pullis (mit fürchterlich vielen Glitzersteinen), jetzt verkauft er Schmuck, Sonnenbrillen, Kosmetik, Schuhe, Tapeten (was haben alle mit Tapeten?), Bettwäsche, Mode für den Reitsport, Pralinen («Pralinöös») und ganz neu: seine eigene Kunst. Sky is the limit und die Freude ganz auf der Seite seines Bankkontos.

Helene Fischer
So unfassbar erfolgreich wie die süsse Schlagersängerin ist, wäre es eine Frechheit, das Bankkonto jetzt nicht mit Goldbarren zu füllen. Deshalb hat Helene Fischer schon ihre zweite Kollektion für Tchibo (mit-)entworfen, sie wirbt für VW, dessen Spot einst viel Häme bekommen hat (aber egal, gibt trotzdem Geld), sie streicht sich Meggle-Butter aufs Brot, pflegt ihre Haare mit Garnier und muss jetzt nicht mehr duschen, da sie bei Douglas ihren eigenen Duft verkauft. Well done.

Wer jetzt Lust hat, einen Champagner nach mir zu benennen oder mein Gesicht auf seinem Pulli zu tragen, bitte sagen: Ich hätte noch Kapazitäten als Testimonial.

Bussi, Bussi aus München

Im Dossier: Alle Schickeria-Blogs von Deborah Neufeld