Bussi, Bussi - der Schickeria-Blog

Bussi, Bussi - der Schickeria-Blog

Zwischen Cüpli, Bier und Blitzlichtgewitter: Eine Schweizerin mischt sich unter die deutsche Prominenz.

Free Hugs in Barcelona

Spanien ist vielleicht verschuldet, okay. Doch für Bloggerin Deborah Neufeld gabs in Barcelona many Hugs - und das for free! Für den nächsten Besuch der katalanischen Traumstadt gibt sie hier ihre Empfehlungen. Bon viatge!

Drei Wochenenden in München waren genug. Ich suchte eine neue Stadt und fand Barcelona! Eine Weltmetropole mit eigenem Meer mitten in der City, warmen Temperaturen und ganz viel tollem Essen. Natürlich lief ich nicht durch die Strassen, ohne die Augen weit aufzumachen, den Bleistift zu spitzen und alles zu notieren, was man hier unbedingt sehen muss.  
 
STREETSTYLE
In Kataloniens Hauptstadt ist es jetzt schon einiges wärmer als bei uns und die Menschen zeigen mehr Haut. Trotzdem: Barcelona ist nicht Paris und die Leute eher low-key unterwegs.
 So lautete das Fashion-Statement: Viele Latzhosen oder hoch geschnittene Shorts (Bauchfrei-Alarm) plus Birkenstocks oder Plateau-Schuhe, wie z.B. die «Nexus» von Flogg.
 
SHOPPEN

Wein trinken und dann shoppen und dann Wein trinken und dann shoppen - das geht nirgends so gut wie im Stadtteil El Born. Hier reihen sich viele bezaubernde kleine Läden aneinander, wie z.B. auf der Textil-Route, wo junge Designer den alten Handwerkshäusern mit den Graffiti verschmierten Wänden neues Leben einhauchen. Wer weniger auf Flanieren als auf Kampfshopping steht, geht auf die Passeig de Gràcia. Dort gibt es natürlich Labels wie Zara und Mango (beide in Spanien gegründet und mit einer viel grösseren Auswahl als hier). Doch findet man hier auch Labels, die bei uns noch nicht so bekannt und doch bezahlbar sind: Uterqüe ist ein barcelonisches Label mit vielen bunten Kreationen, beim galizischen Label Oysho gibt es schöne Bademode und Unterwäsche und wer auf elegante Cocktailkleider (jetzt zur Hochzeitssaison) steht, MUSS bei Etxart&Panno vorbei.

KULTUR

In Barcelona muss man sich nichts Kulturelles vornehmen (nur um den Eltern zu Hause wenigstens eine schlaue Geschichte auftischen zu können). Hier erlebt man Kunst wo man steht – alles ist bunt und hat eine lange Geschichte und sogar in der Catedral de Barcelona muss man nichts von Religion verstehen, um sich von der Schönheit der Kirche verzaubern zu lassen. Trotzdem sind die Fundació Joan Miró, das Museu Picasso oder der Park Güell mit der Kunst von Antoni Gaudí eine Bereicherung jedes Barcelona-Trips - auch mit kleinen Kunst-Kenntnissen. Und wer es sehr weltlich mag, der besucht das Stadion des FC Barcelona, das Camp Nou. Eigentlich ein eigener Staat mit vielen Läden und einem dazugehörigen Fussballplatz, bei dem 99'354 Zuschauer dabei sein können, wenn die eigene Mannschaft spielt. Es ist das grösste Stadion ganz Europas.


LUNCHEN
In Barcelona essen die Leute nicht um 12 Uhr Zmittag und um 18 Uhr Znacht. Hier kannst du immer essen - ganz gross, aber auch ganz klein. Im Orio habe ich in vier Tagen gleich zwei Mal gegessen, weil es so gut schmeckte. Highlights hier sind die Pinchos (so sagen es die Katalanen). Die Spanier würden Tapas sagen und wir Schnittchen oder Canapé, haha. Jedenfalls laufen die Kellner den ganzen Tag mit fett belegten kleinen Brötchen rum und wem das nicht reicht, der bestellt noch Austern dazu. Orientalischer und mehr «Streetfood» war der Maoz-Falafel in einem kleinen Take-Away, wo man sich selbst schöpfen durfte, bis die Brottasche platzte. Wer auf Burger steht, muss im Bacoa reinschauen. Dort gibt es die besten Kreationen von tot gestreichelten Rindern, mit Teriyaki-Sauce angereichert oder z.B. mit Blaukäse und glasierten Zwiebeln. Hmmm...!

DINNER
Für ein frühes Dinner war ich mit meiner Schweiz-Chilenischen Supergruppe im Restaurant Xiringuito Escribà mit schönster Sicht auf das Meer. Neben vielen Häppchen von Meeresfrüchten und Fisch haben wir Paella bestellt: Schwarzer Risotto vom Pulpo gefärbt, den wir direkt aus der Pfanne gegessen haben. Traditionsreich und doch modern ging es im Restaurant Suculent zu, wo die Speisen in Tontöpfen und Stein-Gefässen serviert wurden. Lustiges Highlight: Für manche Tische muss man durch die Küche, wo man das Personal kennenlernt. An einem ganz besonderen Tisch verwandelt sich eine vermeintliche Wand durch einen Knopfdruck in ein Fenster. Und plötzlich schaut man den Köchen bei der Arbeit zu - Winken erlaubt! Und wer es sehr fancy und very VIP mag, der geht ins Boca Grande. Jedes Glas, jedes Bild und jeder Stuhl ist ein Kunstwerk und die vielen bezaubernden Räume die Warterei wert. Im Erdgeschoss befindet sich das Restaurant, darüber findet sich die Bar (Boca Chica), auf dem Dach kann man gemütlich rauchen und auf dem WC wird gefeiert. Das ist kein Witz: Es gibt nur ein Badezimmer für Männer und Frauen, wo auch ein Passfotoautomat steht. Wer auf der Toilette war, macht es sich meist mit seinem Drink bei den Waschbecken bequem und hält ein Schwätzchen.

PARTY

Ziemlich perfekt war der Club Jamboree. Seit den 60er-Jahren finden jeden Abend live Jazz-Konzerte statt. Danach mausern sich die Kellergewölbe zum Partytempel. Wir haben deshalb Kultur und Ausrasten verbunden, haben uns zuerst ein wirklich schönes Gitarren-Konzert angehört, gingen dann essen (wieder einmal!) und kamen zurück, um zu R’n’B und Hip-Hop zu dänsen. Es war mir ein Fest.

Wer Pfingsten noch nicht verplant hat, bekommt hiermit meinen Segen für Barcelona. A reveure und Bussi, Bussi aus München.

Im Dossier: Mehr Blogs von Deborah Neufeld