Bussi, Bussi - der Schickeria-Blog

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Zwischen Cüpli, Bier und Blitzlichtgewitter: Eine Schweizerin mischt sich unter die deutsche Prominenz.

Gute Promis, schlechte Promis

Anders als bei jeder Soap-Opera spielen Berühmtheiten auch im echten Leben eine Rolle für die Öffentlichkeit. Bloggerin Deborah Neufeld hat sich die Gutmenschen und Bösewichte des Promi-Serien-Dschungels mal zur Brust genommen.
Til Schweiger (Filme) Facebook Heidi Klum ohne Freund Vito Schnabel Instagram
© Getty Images

Til Schweiger kommt in der der Promi-Kritik von Deborah Neufeld nicht gut weg - für Heidi Klum hat sie lobende Worte übrig.

Der «SonntagsBlick» vom Wochenende titelte: «Beizer Schenker brutal - Lokalverbot für ganz Lauenen». Wer jetzt nichts verstanden hat, hier die Erklärung: Hans Schenker ist ein Schweizer Schauspieler, der jetzt unter die Gastronomen gegangen ist und keinen Bock mehr hat, die Leute aus dem Dorf in seinem Restaurant zu empfangen. Bei jedem anderen VIP hätte mich diese Nachricht etwas berührt, doch nicht bei ihm.

Hans Schenker
Als Schweizer Schauspieler, Autor und Regisseur ist er einer von wenigen, der es bis nach Deutschland und nach Österreich geschafft hat. Wer ihn aber nicht in der Rolle des Martin Lüthi aus «Lüthi & Blanc» gesehen hat, der kennt ihn vor allem als Medienkrawallo. Wenn er in der Öffentlichkeit erscheint, dann immer, weil er mit jemandem Streit hat. Hier meine Lieblingsschlagzeilen der letzten Jahre: «Jetzt fliesst Blut», «Ich fühle mich wie in einem Kriegsgebiet», «Für immer unbeliebt» oder «Die Marketing-Tussi hat null Ahnung von TV-Gesetzen», als Schenker von der ehemaligen TV-Direktorin Ingrid Deltenre sprach. Offensichtlich hat er Spass daran, überall anzuecken, und tut alles, um im Gespräch zu bleiben. Dabei ist er nichts als die beste Figur in seinem Chaschperli-Theater.

Til Schweiger
Dieser Mann erfindet sich als Robin Hood des World Wide Webs gerade neu. Dass er sich auf Facebook für Hilfsaktionen stark macht, die Flüchtlingen aus Syrien und anderen Kriegsgebieten zugute kommen sollen, finde ich stark - berühmte Menschen sollen ruhig öfter ihre Popularität für gute Dinge einsetzen. Doch langsam driftet er ab und macht es sich zum Sport, die dummen Menschen aus dem rechten Flügel zu beleidigen. «Verpisst euch von meiner Seite», schreibt er. «Ihr seid zum Kotzen». Perlen vor die Säue, finde ich. Die Energie lieber in Gespräche investieren, die was bewirken.

Heidi Klum
Man kann schnöden über sie, wie man will. In der Öffentlichkeit ist sie immer das lächelnde Schätzchen, das man lieb haben muss. Mindestens sieben Liebschaften in 20 Jahren Medienpräsenz, vier Kinder von zwei Typen, ein Mann, der die Paparazzi verprügelt hat, und jetzt einen, der 13 Jahre jünger ist. Alles perlt an ihr ab wie Wasser auf eingecremter Haut. Sie ist so beliebt (und auch so verdammt erfolgreich), dass es einem weh tun kann. So viel Stehvermögen unter dem Radar der Klatschblätter auf der ganzen Welt muss man ihr erst mal nachmachen.

Thomas Gottschalk
Bei ihm spielt es auch keine Rolle, wie beknackt er und seine Frau sich kleiden oder ob er eine Millionen-Abfindung vom WDR bekommen hat, für eine Sendung, die kein Mensch geschaut hat. Diesen Mann lieben alle und es scheint, als könnte er sich die grössten Fauxpas erlauben, ohne dass es ihm jemand übel nimmt. Während Deutschlands Ex-Bundespräsident Christian Wulff seine Karriere begraben musste, weil ihm ein läppisches Hotelzimmer zum Verhängnis wurde, schweigt sich ein Thomas Gottschalk über seine Abfindung einfach mal aus und besucht stattdessen gut gelaunt die Bayreuther Festspiele und macht weiter wie bisher. So cool muss man sein.

Und wenn ich Glück habe, bleibt es wie bei der Lindenstrasse: Ein nie zu Ende gehender Strom an Schicksalen mit vielen stets bemühten Darstellern.

Bussi, Bussi aus München.

Im Dossier: Alle «Bussi, bussi - der Schickeria-Blog»-Beiträge von Deborah Neufeld.