Bussi, Bussi - der Schickeria-Blog

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Zwischen Cüpli, Bier und Blitzlichtgewitter: Eine Schweizerin mischt sich unter die deutsche Prominenz.

Ausgehen in München

Wer ein Wochenende in einer fremden Stadt verbringt, will nur das Beste sehen. In ihrem neusten Beitrag verrät Bloggerin Deborah Neufeld City-Tipps ihrer bayerischen Lieblingsstadt.
Schickeria-Blog Deborah Neufeld Tipps München Restaurants, Bars, Clubs
© zvg

Sie sind in München und wissen nicht, wohin am Abend? Bloggerin Deborah Neufeld gibt hilfreiche Tipps.

Okay, mit den Liebesbriefen klappt es nicht so richtig - die Nachrichten, die mich erreichen, klingen eher wie: «Heee, Debbiiieee, ich bin nächstes Wochenende in München - hast du einen guten Tipp, wo ich hin muss?» Aber auch diese freuen mich. Da ich selber auf Mund-zu-Mund-Propaganda vertraue und weniger auf anonyme (slightly frustrierte) Trip-Advisor-Bewertungen, verrate ich hier meine (nicht repräsentativen) Tipps, wo man in München ordentlich trinken, fein essen, gemütlich käfelen und auch ein bisschen flirten kann:

RESTAURANTS


El Gaucho
Der neuste Shit in München heisst «El Gaucho» und ist ein Fleischrestaurant am Viktualienmarkt. Im Zentrum stehen saftige Steaks aus Argentinien, die in einer Kulisse von viel Holz, Kuhfellen und Rindertotenköpfen gegessen werden. Wer also auf Frischfleisch steht und gerne deftig isst, ist hier genau richtig.

Cochinchina
Seit letztem Sommer gibt es in Schwabing einen Asiaten, der aussieht, als würde man in einem In-Place in New York sitzen, wo Carrie von «Sex and the City» gleich rüberwinkt. Das «Cochinchina» bietet viel Platz und ist trotzdem immer ausgebucht. Zum einen liegts am sehr guten vietnamesischen Essen, zum anderen an der Inneneinrichtung: coole Holztische, bunte Deko, filigrane Trennwände und ein eleganter Granitboden... Das «Cochinchina» ist kein günstiger Spass (nicht mal für Schweizer!), aber einer, der sich lohnt. Mein Lieblingsessen: alles mit Ente und die grossen Reisnudelschalen.


Chez Fritz

Beleuchtung im Art-Deco-Stil, die Wände weiss gekachelt und Stühle im Thonet-Look zaubern eine wunderschöne Brasserie-Stimmung im Stadtteil Haidhausen. Das «Chez Fritz» steht für Moules, Austern und ein sehr gutes Tatar (und passend dazu ganz fette Pommes und viel rosaroter Rosé-Champagner!). Wer sparen will, ist hier definitiv falsch. Wer aber auf mediterranen Chic steht (und Kellner in Hosenträgern), muss hier vorbeikommen.

Theresa
Das «Theresa» steht für Fleisch, Fleisch, Fleisch. Alles kann direkt aus der Vitrine ausgesucht werden. Serviert wird es nicht auf Porzellantellern, sondern auf rustikalen Holzbrettern mit Messern wie Mordinstrumente. Passend dazu ist das moderne Interior mit einem schönen Lichtkonzept. (Ausserdem verleitet es die vielen schönen Gäste im langen Gang ein bisschen Model zu spielen.) Glotzen ist hier ein Must.


Nage und Sauge

Wer «schnell, schnell» was Einfaches essen gehen will, ist im «Nage» genau richtig. Kein Schickimicki und auch kein neuer Laden, sondern laute Musik und Gäste, die auf Berliner Hipster machen. Hähnchen, Grillgemüse oder Rindfleisch auf grosszügigen Salattellern schmecken so gut und gaukeln vor, was Gesundes zu essen - wären da nicht die fette und sehr feine Sauce und das Knoblibrot. Wem das zu viel ist, trinkt Bier an der Bar und findet garantiert jedes Mal neue Freunde. Reservieren ist nicht möglich, weil es eh immer voll ist.

Brenner

Das «Brenner» ist ein Klassiker wie Zürichs «Kaufleuten»-Restaurant (in seinen besten Jahren). Es ist ein grosses, lautes Lokal mit Bar- und Restaurantteil, in das man geht, wenn man gesehen werden will (am Sonntag z.B. Oliver Kahn). Trotz der großen Menge an sehr schicken Menschen ist das Essen gut (Warmer Gemüsesalat: Knaller!) und der Service immer freundlich und aufmerksam. Auch sehr zu empfehlen für Brunch am Sonntag.

BARS


Die goldene Bar
Eine Tür weiter als das «P1» befindet sich die glitzernd und schimmernd «goldene Bar» im Haus der Kunst. Imposant sind die hohen Decken und der ganze Prunk: Gold an der Decke, an den Wänden und an den Kronleuchtern macht jeden Gast zum König von Frankreich. Mindestens so toll ist aber die Terrasse unter den riesigen Arkaden, auf der es sich sogar bei kalten Temperaturen lohnt, zu sitzen - besonders mit einem berühmt berüchtigten Gin-Basel-Smash in der Hand, oi.

James T. Hunt
Eigentlich ist es immer zu eng und zu heiss - aber das ist wahrscheinlich der Grund, warum das «Hunt» immer gut besucht ist. So gut, dass die hübschen Türsteherinnen regelmässig Einlassstopps verhängen. Weisser Holztäfer und eine schwarze Kreiden-Decke mit kleinen Messing-Tischchen sind die perfekte Kulisse für ein, zwei oder ein paar mehr Drinks. Übrigens wurde die Bar nach dem Rennfahrer James Hunt benannt - das «T.» wurde dazugedichtet. Angeblich trank er zu viel, rauchte zu viel und war obendrein noch sexsüchtig. Deshalb finde ich den Namen für eine Bar echt gelungen, no?

Schumanns
Ein Klassiker, der nie aus der Mode kommt. Das «Schumanns» hat die besten Moscow Mules, eine einfache, aber geniale Speisekarte und die wahrscheinlich charmantesten Kellner, seit es München gibt. Kostas, Makis, Roman & Co. kennen jeden Gast beim Namen und sorgen dafür, dass schöne Mädchen immer einen Platz vorne an der Bar bekommen. Flirt-Alarm im roten Bereich!

CAFÉS

Aroma

Die «Aroma Kaffeebar» ist ein ganz unaufgeregtes Plätzchen Erde. Ganz klein, sehr alternativ und eine Million Schnickschnacksachen, die man neben den selbst gemachten Sandwiches, Kuchen und Quiches kaufen kann, machen das Lokal im Gärtnerplatzviertel supergemütlich. Hier treffen Models in Jogginghosen auf Kreative in Karohemd. Hier heisst es: Sehen und gesehen werden - aber bitte ungeschminkt.


Dukatz

Die «Patisserie Dukatz» gibt es zwei Mal in München und ist der beste Ort, um hausgemachte Brote und verschiedenste Süssigkeiten zum Nachmittagskaffee zu essen und zu kaufen. Die Kuchen und Petit Fours sind kleine Kunstwerke und eigentlich viel zu schade, um sie aufzuessen. Wenn sie nur nicht so gut schmecken würden!

Fräulein Grüneis

Das «Fräulein Grüneis» ist eigentlich gar kein richtiges Café, sondern ein Mini-Häuschen zehn Schritte vom berühmten Eisbach entfernt - dort, wo die schönen Jungs surfen. Im Café selber haben höchstens vier Leute Platz. Viel romantischer ist es, draussen zu stehen und selbst gemachte Brownies zu essen und Glühwein dazu zu trinken. Die perfekte Zwischenstation während eines Herbstspaziergangs im Englischen Garten.


CLUBS

Downtown Flash
Das Baby Münchens ist der Club «Downtown Flash», der erst vor zwei Wochen - oder nicht mal?! - eröffnet hat. Die Location im Glockenbachviertel ist eine Mischung zwischen Bar und Club und mit einem Kickertisch! Alles etwas verwinkelt mit verschiedenen Bereichen ist das Epizentrum aber eine bunt beleuchtete Tanzfläche. Hin geht, wer RnB und Hip-Hop mag. Obs ein Kracher wird, wird die Zeit zeigen.


Charlie
Das «Charlies» ist ein kleiner Club im Untergeschoss des dazugehörigen Restaurants. Cool an der Location sind die LED-Leuchtstreifen, die sich wie Bahnen über den Boden, die Wände und die Decke ziehen und die 80er-Jahre damit zurückholen. Ein bisschen psycho, aber mitreissend für Leute, die Elektro mögen.

Bob Beaman
Ins «Bob» geht man erst, wenn man schon sehr «on fire» ist, aber auf keinen Fall nach Hause will. Der Club hat nicht wirklich viel Schönes, wenig Tische, keine wirklichen Lounges, sondern viel Beton, wummernde Bässe und eine Decke, die in den passenden Farben flackert. Einmal im Monat spielt bester Hip-Hop, sonst Elektro.

AUF DIE SCHNELLE

Manouche
Ein bisschen wie im Orient fühlt man sich im Imbiss/Restaurant «Manouche». Der kleine Bruder des gegenüberliegenden «Beirut Beirut» im Stadtteil Sendling bietet das, was er verspricht: «Libanesische Pizza» in sieben verschiedenen Sorten, die der Küchenchef gleich vor den Augen der Kunden zubereiten. Da tanzt der Bauch.

Super danke
Ein richtiger Saftladen ist das «Super danke» im Stadtteil Maxvorstadt. Alle Säfte und Smoothies sind vegan und die Erhörung aller Detox-Verrückten zurzeit. Etwas teuer, dafür sehr schmackhaft (und sooo gesund) sind Kreationen, wie «Bloody Hell», «Hulk» oder «Espresso Love».

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