Bussi, Bussi - der Schickeria-Blog

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Zwischen Cüpli, Bier und Blitzlichtgewitter: Eine Schweizerin mischt sich unter die deutsche Prominenz.

Fashion Week beim Deutschen Fernsehpreis

Award-Shows sind immer auch Modeschauen. Zum grossen Spass von Bloggerin Deborah Neufeld. Beim Deutschen Fernsehpreis setzte sie sich in die Front Row.

Achtung: In dieser Kolumne dreht sich alles nur um Kleider. Männer, ich könnt sofort aufhören zu lesen. Langweilig, doof. Kein Fussball, keine Männermode, nur ein Paar Lästereien über die Looks der prominenten Gäste. Yes! (Finde ich). Dafür hat sich ein Event letzte Woche nur zu gut geeignet: Köln!

Hier fand der Deutsche Fernsehpreis statt. In einer Stadt, die so selten zu prominentem Ruhm und Ehre kommt. Und es gab nicht nur wahnsinnig viele Gags vom Moderatoren-Trio Sandra Maischberger, Klaas Heufer-Umlauf und Hans Sigl, sondern auch bunte, aufregende Looks, die mehr über ihre Trägerinnen verrieten, als ihnen lieb war.

1.    Very Hot
Der auffälligste Trend waren die vielen funkelnden Pailletten. Beim Anblick von Schauspielerin Wolke Hegenbarth und den Moderatorinnen Verona Pooth und Jana-Ina Zarrella brauchte es fast eine Sonnenbrille. (Lustigerweise trugen Hegenbarth und Zarrella dasselbe Kleid von Guido Maria Kretschmer. Böser Guido!) Aber es sah gut aus - die Frauen haben alle eine Top-Figur. Geht aber auch nicht anders: Bei Paillettenkleidern zeichnet sich jede Delle ab (sie reflektieren sogar!), das hat man kürzlich an einem Kleid von Jennifer Aniston gesehen, der man seither wieder ein Baby nachsagt. Ich finde eigentlich, Pailletten von Kopf bis Fuss sollten den Abenden von Weihnachten bis Silvester vorbehalten sein, da sie wirklich sehr knallen und unter dem Jahr immer etwas leicht cheepiges haben. Aber wer auffallen will, der trug es auch in Köln im Oktober.

2.    Very Not
Schrecklich blöd war der Auftritt von Sandra Nasic. Die Sängerin der Band Guano Apes durfte einen Preis für die Sendung «Sing meinen Song – das Tauschkonzert» entgegennehmen und bedankte sich auf der Bühne in Trenchoat. Dabei sah sie darunter so gut aus! Sie trug ein nettes rotes Kleidchen, versteckte es dann aber unter ihrem zerknüllten Herbstmantel. Wie wenn sie kurz zum Einkaufen gehen würde oder noch einen Auftrag als Edel-Exhibitionistin hätte. Und als Tiefpunkt die viel zu grosse Sonnenbrille, die sie nicht mal für die Laudatio abnahm. Ein krampfhafter Versuch extremster Coolness...

3.    Very hot
Alles so schön durchsichtig hier. Sophia Thomalla, Rebecca Mir und Ruth Moschner trugen dafür fast nichts! Ja, die Kleider waren lang, hochgeschlossen und elegant, trotzdem sah man so viele Busen, Beine und Bäuche, wie wenn sie das Haus nackt verlassen hätten. Schön, wenn es so wenig Phantasie braucht, um sich die Frauen vorzustellen, wie Gott sie geschaffen hat. Meow!

4.    Very not
Richtig Panne war der Look von Yvonne Willicks. Traurigerweise war nicht das Kleid alleine eine Katastrophe, sondern der ganze Aufzug. Schon klar, dass sie an die Roaring Twenties erinnern wollte, aber wir haben doch nicht Fasnacht! Die Farbe des Kleidest stimmt, ja und auch - nein, das war eigentlich schon alles, was man Positives darüber sagen kann. Die Länge ist unpassend, die Perlenkette im Haar wie ein schlechter Witz und die Handschuhe far too much. Ich finde auch, dass ein Look etwas aussagen soll, aber dieser Look sagte: «Ich gehe danach noch auf eine Motto-Party.»
 
5.    Very hot
TV-Köchin Enie van de Meiklokjes hat keine Elle-Macpherson-Figur, aber ihre Robe zeigt einen Trend, der im Sommer entstanden ist und hoffentlich noch ganz lange andauert: Zweiteiler. Sehr cool ist der Maxirock (der mit den roten Haaren ihres Mannes um die Wette leuchtet) zum schlichten Oberteil. Wenn ich einen Blick in meine Mode-Kristallkugel werfe, sehe ich diesen Herbst und Winter ganz, ganz viele zweiteilige Geschichten - kurz und lang. Viele hochgeschnittene Röcke mit schlichten Oberteilen. I like!

6.    Very not
Susanne Pätzold in ihrem Spaceman-Gedächtnis-Kleid. Als Komikerin wollte sie vielleicht auch ihrer Mode etwas Vorwitziges verleiten, aber dieses Kleid provozierte 90-er-Jahre Fashion-Albträume. Mit dem Maxi-Skirt liegt sie eigentlich gar nicht so falsch, aber das nicht sitzende Oberteil gepaart mit Metallic von der Scheitel bis zur Sohle wirkt wie eine Bleivergiftung. Igitt! Krankenhaus.

Die Moral der Geschicht? Wirklich unterhaltsam sind Preisverleihungen, wenn die Gäste sich modemässig was trauen. Und wenn es mal danebengeht, macht es noch mehr Spass.

Bussi, Bussi aus München.