Bussi, Bussi - der Schickeria-Blog

Bussi, Bussi - der Schickeria-Blog

Zwischen Cüpli, Bier und Blitzlichtgewitter: Eine Schweizerin mischt sich unter die deutsche Prominenz.

Best and Worst of Echo 2015

Wer hatte Lust, wenige Tage nach einem tragischen Flugzeugunglück Party zu machen? Nein? Niemand? Beim 24. Echo in Berlin mussten es die Gäste trotzdem. Bloggerin Deborah Neufeld hat die Szenerie unter die Lupe genommen.
Echo 2015 Adel Tawil Freundin nach Trennung Blog
© Getty Images

Adel Tawil zeigte sich am Echo 2015 erstmals mit seiner neuen Freundin Lena.

Es war der Abend der Blondinen: Helene Fischer, die wieder einmal am meisten Preise einheimste (für ein Album, das sie bereits letztes Jahr zur grossen Gewinnerin machte) und Barbara Schöneberger als vorlaute Moderatorin in einem Leder-Outfit in schönster 50-Shades-of-Wahnsinn-Manier. Zugegeben, sie hatten es nicht leicht, Stimmung zu machen. Trotzdem gab es schöne Höhe- und Tiefpunkte an diesem aussergewöhnlichen Abend.

Der heisseste Auftritt
Wir geben es zu, meine Journalisten-Freundinnen und ich finden ihn ein bisschen gut: James Bay mit seinem Hit «Hold back the river». Mit ausgelatschten Boots, Hut und langen Haaren gelang ihm der coolste Auftritt mit einem Lied, das sogar zur Melancholie des Abends passte. Er soll bitte kein One-Hit-Wonder bleiben und mal in München für einen Auftritt vorbeischauen...

Der dümmste Song
Man muss Andreas Gabalier hoch anrechnen, dass er auf dem Roten Teppich noch ausführlich Auskunft gab, wie ihn der Absturz der Germanwings-Maschine beschäftigt hat. Denn auch er hat Vater und Schwester verloren. Aber sein Auftritt als «Mountain Man» war so gaga. Mit XXL-Leintuch und Plastik-Sixpack versuchte er wohl eine neue Figur zu schaffen und war dabei nicht ernst zu nehmen. Wenige Monate ist es her, als er sich in der Sendung «Sing My Song» auch als Volksmusiker tiefen Respekt erarbeitet hatte und dann kommt so was. In mir kriecht schon die Panik hoch, dass das der Wiesn-Hit 2015 wird...

Die fleissigste Selfiejägerin
Sehr süss war Susan Sideropoulos: Selbst Star für viele Fans von «Gute Zeiten, Schlechte Zeiten», outete sie sich als Fan verschiedener Stars und postete fleissig Bilder mit Palina Rojinski, Mark Foster und Bonnie Strange.

Der schrecklichste Auftritt
Auch die Strange war strange. Aber wirklich schlimm war der Auftritt von Adel Tawils neuer Freundin. Die arme Lena: Null Erfahrung im Rampenlicht und dann kopfüber in den ersten Fettnapf. Ein Lycra-Viskose-Traum mit Chiffon an den Stellen, bei denen man nicht durchsehen will. Alles zwei Nummern zu klein - der absolute Alptraum. Nur eine freute sich daran: Tawils Ex-Frau Jasmin. Ihr Kommentar auf Instagram: «Ich dachte, ich könnte nie wieder lachen ... doch dann sah ich deine neue Freundin.» Ha ha.

Der überraschendste Kuss
Nach der Party wurde es erst richtig wild. Palina Rojinski verriet, dass sie Vodka pur trinkt, ein sehr gebotoxter H.P. Baxxter schrie in jede Kamera «Wicked» (wahrscheinlich das einzige Wort, das er auf Englisch kennt) und Jochen Schropp küsste einen ARD-Moderator vor laufender Kamera auf den Mund. Hallo? War das eine Premiere und niemand hats mitbekommen? Fast so schön, wie der Kuss von Til Schweiger und Wotan Wilke Möhring letzte Woche bei den Jupiter-Awards. Vielleicht noch ein bisschen leidenschaftlicher.

Der nerdigste Nerd
Diesen Titel muss sich Michi Beck von den Fantastischen Vier zuschreiben. «Mein Problem ist - sagt meine Frau immer - dass ich immer genau zu dem Zeitpunkt gehe, bevor es die Party des Jahres wird», erzählte er den «Bild»-Leuten. Er gehe um halb zwei und um halb drei sagten immer alle: «Hey, das ging voll ab.» Und er denke: «Scheisse, da war ich zu früh zu Hause.»

Die beknackteste Aussage
Auch das muss dem Alkohol zugeschrieben werden: Casting-Star Indira Weis (auch in einem Katastrophen-Outfit) wird auf der Echo-Afterparty danach gefragt, ob sie jemandem schon mal einen Preis missgönnt hat. Ihre Antwort: «Ich gönne es jedem, der heute Abend einen Oscar gewonnen hat.» Bingo.

Und nächstes Jahr wird bereits Jubiläum gefeiert - ein Vierteljahrhundert Echo. Find ich super. Oder auf Berlinerisch: Dit find ick knorke!

Bussi, Bussi aus München.

Im Dossier: Alle Schickeria-Blogs von Deborah Neufeld