Bussi, Bussi - der Schickeria-Blog

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Zwischen Cüpli, Bier und Blitzlichtgewitter: Eine Schweizerin mischt sich unter die deutsche Prominenz.

Let's dance? Let's grill!

Das Vorführen geht weiter. Nach Cathy Fischer musste auch Cora Schumacher «Let's dance» verlassen - nicht ohne Super-Schelte von der Jury. Bloggerin Deborah Neufeld über Mitgefühl und Schadenfreude für die Tanzmäuse.
Let's Dance Jury Jorge Gonzalez Motsi Mabuse Joachim Llambi
© RTL / Stefan Gregorowius

Gnadenlos: Während Jorge Gonzalez (l.I) und Motsi Mabuse sich ein bisschen erbarmen, haut Jury-Kollege Joachim Llambi die «Let's Dance»-Kandidaten zünftig in die Pfanne.

Die Beleidigungen flogen ihr nur so um die Ohren: Cathy Fischer, die Verlobte von Dortmund-Spieler Mats Hummels, hat keine leichte Woche hinter sich. «Du bist so hässlich», schrieben fremde Leute unter ihre Instagram-Posts. Oder: «Wenn Männer das Cathy attraktiv finden, sind die unterschwellig schwul. Schämt euch nicht, wir Leben in einer modernen Zeit!» Doch solche Angriffe ist sie sich traurigerweise schon gewöhnt - viel schlimmer war, dass sie nach nur einer Folge «Let's Dance» raussegelte und sich wahrscheinlich grün und blau ärgert, dass sie das Publikum schon wieder nicht davon überzeugen konnte, dass sie eigentlich ein nettes Mädchen ist.

Und was passierte dieses Wochenende? Das ganze Drama wiederholte sich. Dieses Mal war es Cora Schumacher, Ex-Frau von Rennfahrer Ralf Schumacher, die warten durfte, bis der Grill loderte, sie dann schön auf einen Spiess gesteckt und von Juror Joachim Llambi gegrillt wurde. Während Jorge nur noch «no comment» stammelte, vergab Joachim Llambi Minus eins Punkte und wählte die Cora unter die Top drei der schlechtesten Tänzer aller vergangener Staffeln - und davon gibt es zehn, ha ha.

Nun sind es also nur noch zwölf Kandidaten, die das Rennen um die nächste Schmach respektive um den Titel als Tanzgott 2015 machen. Diese drei haben meiner Meinung nach die grössten Ambitionen, den Sieg zu holen und von «Let's dance» wirklich zu profitieren:

Der Heisse
Matthias Steiner war 2008 noch ein Stier auf zwei Beinen, bei dem du dir den Fuss hättest amputieren müssen, wenn er aus Versehen draufgetreten wäre. Damals holte er Olympiagold im Gewichtheben, heute schwebt er mit seiner Tanzpartnerin übers Parkett. Er hat 45 Kilo abgenommen und sieht plötzlich superhot aus. Wenn es so weitergeht, sind nach ein Paar Folgen noch mehr Kilos weg und er wird immer athletischer. Watch out, Inge! Seine Frau muss langsam die Krallen gegen jegliche Konkurrenz ausfahren...

Die Unauffällige
Minh-Khai Phan-Thi war vor hundert Jahren Moderatorin bei Viva und hat sich danach keinen Gefallen getan, immer nur auf Roten Teppichen rumzuschwofen. Zwar fiel sie dabei nie auf, aber das war wahrscheinlich das Problem. Doch jetzt ist sie sehr präsent und sah in ihrem weissen Chiffon-Kleid am Freitag ganz zauberhaft aus. Und tanzen kann sie auch noch. Einem Karriere-Schub steht nach «Let's dance» nichts im Wege.

Der Draufgänger
Bei «Hans» denke ich an einen alten Mann - unbeweglich und träge. Dabei ist Hans Sarpei ein afrikanisches Kraftpaket mit Blut, so wallend wie mein Haar. Was der mit seinen Hüften macht, schaffen manch wildgewordene Chicas am Zürcher Caliente nicht. Er tanzt mit so viel Leidenschaft und Hingabe, dass er es auch bei der zweiten Folge als einziger zu Standing Ovations gebracht hat. Jeder Shitstorm hat keine Chance gegen ihn.

Die Frage ist: Muss man mit allen anderen Mitleid haben? Ist es so schlimm, dass Cathy via Instagram angegriffen wird und dass die Muttis auf die Tanzfläche stürmen müssen, um die Töchter zu trösten wie bei Cora? Äh, nein. Die Promis bekommen viel Aufmerksamkeit, um PR in eigener Sache machen zu können. Sie erhalten kostenlosen Tanz-Unterricht für einen schönen Body und schliesslich noch jede Menge Geld. Den Preis, den sie dafür zahlen, ist hoch. Körperliche Verletzungen (Cathy hat sich die Rippen gebrochen) und anonyme Kommentare oder Schlagzeilen in den Medien können sehr schmerzlich sein. Aber vielleicht ist es auch ein Wink mit dem Zaunpfahl, das Projekt Öffentlichkeitsarbeit abzubrechen oder wenigstens ruhen zu lassen. Cora war fünf Jahre weg vom Rampenlicht. Warum? Weil sie noch nie beliebt war in der Öffentlichkeit und eigentlich ständig medial geprügelt wurde, solange sie verheiratet war. Das sollte ihr eine Lehre sein. Besser geht es auch Cathy nicht: Auch wenn sie hübsch und nett ist, mag sie die breite Masse einfach nicht und als Journalistin bringt sie auch keinen Fuss auf den Boden. Bei beiden keine guten Voraussetzungen, um jetzt plötzlich die Schätzeleins der Nation zu werden.

Ich würde raten: reich heiraten (Cathy) und reich scheiden lassen (Cora), den Rückzug planen und auf die Öffentlichkeit pfeifen.

Bussi, Bussi aus München.

Im Dossier: Alle Schickeria-Blogs von Deborah Neufeld