Bussi, Bussi - der Schickeria-Blog

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Zwischen Cüpli, Bier und Blitzlichtgewitter: Eine Schweizerin mischt sich unter die deutsche Prominenz.

München und der Wiesn-Wahnsinn

Noch zwei Wochen dauerts bis zum Oktoberfest. Doch schon jetzt ist das Wiesn-Fieber bei Bloggerin Deborah Neufeld ausgebrochen. Mitschuld hat eine hübsche Münchnerin mit gutem Geschäftssinn.

Okay, ich gebe es zu: Im letzten Leben muss ich ein Münchner Kindl gewesen sein - denn ich liebe die Wiesn! Oktoberfest? Nein, Wiesn sagen die Einheimischen. Und auch wenn ich als waschechtes «Schwizer Meitli» erst vor drei Jahren mein erstes Dirndl gekauft habe, kann ich es kaum erwarten, bis es dieses Jahr wieder losgeht. Dann siehst du in der ganzen Stadt Tracht - egal ob auf der Theresienwiese (wo das Ganze stattfindet) oder auf der Maximilianstrasse (die feine Einkaufspassage). Meine Freundinnen stellen ihre opulenten Dekolletés zur Schau und alle Männer scheinen in Lederhosen noch charmanter als sonst.

Eigentlich sind es noch zwei Wochen, bis die Feierlichkeiten losgehen. Doch wer wie ich den ganzen Tag mit Mode zu tun hat, ist jetzt schon mitten im Trachtenwahnsinn. Seit Monaten werden meine Journalisten-Kolleginnen und ich mit Einladungen zugeballert. Pre-Wiesn-Party da, Dirndl-Fashion-Cocktail dort und ganz, ganz viele Designer, die zum Thema Oktoberfest gerne ein Interview geben würden.

Am Donnerstag war ich also auf einer dieser Partys. Socialite und Designerin Natascha Grün hat in den Golfclub Gut Thailing ausserhalb Münchens geladen. Zur «Hippie Wiesn» trafen sich dort die frisch verknallte Schauspielerin Mariella Ahrens (die extra aus Berlin anreiste), Moderatorin Ruth Moschner (eine weggezogene Münchnerin) und Barbara Meier (einstige GNTM-Gewinnerin). Sie alle posierten gut gelaunt in Glitzerdirndl und Hippie-Accessoires, tranken Champagner und assen Ente und Rotkraut (sooo lecker).

Für die A-Liga Deutschlands reichten diese Namen natürlich nicht. Trotzdem war das Blitzlichtgewitter immens, wie sie sich alle in Reih und Glied aufstellten. Und das hatte einen Grund: Natascha. Natascha ist eine clevere Geschäftsfrau. Noch vor wenigen Jahren war sie nur die Freundin von Quirin Berg, einem erfolgreichen Filmproduzenten, der bei Kinohits wie «Männerherzen» oder «Das Leben der Anderen» mitmischte. Doch dann wurde sie selber Businessfrau, liess das Modeln sein und gründete mit ihrem Bruder Gernot die Firma dresscoded.com. Auf diesem Online-Portal kann man sich Abendkleider und Dirndl leihen, die sonst zu teuer wären. Nach vier oder acht Tagen können sie ungereinigt zurückgeschickt werden.

Diese Idee ist ja schon mal ganz cool, aber Natascha hat das Beste draus gemacht. Neben ihrem Online-Verleih organisiert sie regelmässig Motto-Partys. Diese reichert sie mit all den prominenten Namen an, die sie sich im Lauf der letzten Jahre zu Freunden gemacht hat, und stellt sie den Promi-Fotografen vor die Linse.

Für nichts gibts nichts, das ist klar. Deshalb dürfen sich ihre Girls vor dem Event stylen lassen, die Unterkunft wird bezahlt, die Goodie-Bags werden grosszügig gefüllt, und das alles mit Hilfe von Kosmetik- und Interior-Sponsoren. Selbstverständlich tragen die Protagonistinnen dann auch die Kleider von Natascha und posieren einen Abend lang für die Öffentlichkeit. Das gibt Promo für Natascha, Promo für ihre Gäste und schöne Bilder für die Fotografen. Voilà.

Man sagt Natascha zwar nach, dass sie etwas Verbissenes hat und den Leuten schon mal hinterher telefoniert, wenn sie auf ihren Partys nicht rechtzeitig erscheinen. Aber hey, es wirkt, und: Wir dürfen uns auf zwei prominente Wiesn-Wochen mit zauberhaften Trachten-Kreationen freuen.

Bis dann hat sich hoffentlich auch mein Euronen-Kässeli noch etwas gefüllt und ich leiste mir mein viertes, eigenes Dirndl.

Bussi, Bussi aus München!