Bussi, Bussi - der Schickeria-Blog

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Zwischen Cüpli, Bier und Blitzlichtgewitter: Eine Schweizerin mischt sich unter die deutsche Prominenz.

Guten Morgen Nachmittagsparty!

Wenn es draussen 30 Grad ist und die Sauce runterläuft, ist die «Wir gehen jetzt clubben»-Motivation gleich Null. Bloggerin Deborah Neufeld über den neusten Ausgeh-Streich in München...

Unser aller Problem zurzeit sieht so aus: Es ist heiss und klebrig, in geschlossenen Räumen zu tanzen würde dehydrierende Delirien auslösen, und wenn wir vor den Restaurants und Bars sitzen, hört man ab 22 Uhr nur noch das Geräusch «PSCHHHHHHHH!». Diskriminierung vom Feinsten, wo man sitzt. Dafür haben ein Paar Jungs jetzt eine Lösung gefunden: Die «Cerebro Frito»-Party.

In jeder Stadt gibt es Gesichter, die man aus den Hochglanzmagazinen kennt. Und dann gibt es welche, die man eben nicht so kennt, die aber trotzdem viel zu sagen haben. Meistens sind es Restaurant- und Clubbesitzer, Leute, die in der Mode arbeiten und denen man gerne im Nachtleben folgt. Sie tragen wilde Schnäuzer, hässliche Hawaii-Hemden und kennen jede Nase der Stadt.

«Cerebro Frito» heisst ihr neues Label, kommt aus dem Spanischen und meint «Frittiertes Gehirn» - sinngemäss übersetzt: KAAAAATERRRR! Damit der jedes Wochenende garantiert ist, stellen sich die Organisatoren jeden Samstag ab 15 Uhr an einen neuen Platz im Freien auf und schenken Getränke aus.

München ist nämlich so spiessig wie Zürich und nimmt es mit den Lizenzen sehr genau. Würden die Getränke verkauft, müsste man das anmelden. Werden sie verteilt, ist es ein Treffen unter Freunden. Und das ist es: Gerade bei dieser Hitze steht ihr recht geschmackloser Stand (sorry, Leute) irgendwo am Wasser, und man kann neben dem Trinken und Ratschen auch herrlich baden. Wird es dunkel, können die Betrunkenen nach Hause (ich) und alle anderen dann doch noch in die Clubs weiter.

Was in Bayern gerade anrollt, ist in anderen Städten längst etabliert. Ursprünglich in London oder im New Yorker Club Bagatelle, haben die Partys zu humanen Uhrzeiten schnell den Weg in die Schweiz gefunden, wo in Zürich das Valmann (dank DJs und Rollos runter) jeden Samstag zum Heizkessel wird. Es folgten Bern, Basel und Frauenfeld. In Berlin feiern die Leute sogar morgens vor der Arbeit (oh Gott!), wo es von 6.30 Uhr bis 10.30 Uhr an der «Morning Gloryville» Kaffee und Säfte statt Vodka und Red Bull gibt.

In München werden Mineralwasser und Cola nie überhandnehmen, und das ist auch gut so. Lieber früh ins Bett, um den Sommer nicht zu verschlafen. Hasta pronto, amigos!

Bussi, Bussi aus München.

Im Dossier: Alle Schickeria-Blogs von Deborah Neufeld