Bussi, Bussi - der Schickeria-Blog

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Zwischen Cüpli, Bier und Blitzlichtgewitter: Eine Schweizerin mischt sich unter die deutsche Prominenz.

Schöne Tage und heisse Nächte in Paris, Baby!

Paris ist Modehauptstadt - dafür muss nicht Fashion Week sein, das ist auch an Ostern so. Bloggerin Deborah Neufeld ging auf die modische Eiersuche und fand kulturelle Perlen und kulinarische Feuerwerke.

Viele meinen ja, als Journalistin renne ich 24 Stunden verwanzt durch die Gegend, um jeden Gesprächsfetzen publik zu machen, den ich irgendwo aufpicke. Dieses Wochenende habe ich das so gemacht: Mit Tonbändli um den Bauch geschnallt bin ich nach Paris gereist und habe investigativ recherchiert. Wo gibt es tolle Mode? Welche Foie Gras schmeckt am besten? Und welcher Wein macht die schönsten roten Wangen? Hier das Ergebnis einer knallharten Aufarbeitung.

STREETSTYLE
Wer gerne Trends folgt, hats gerade sehr bequem: In Paris geht nämlich nichts ohne Sneakers, Sneakers, Sneakers. High-Heels haben Pause - es ist alles super-légère. Auf den Strassen habe ich an jedem modebewussten Menschen Turnschuhe gesehen. Allen voran der Stan Smith von Adidas. Oder der 2790 von Superga (thank god für so bequeme Schuhe) oder viele bunte Nikes. Hauptsache weisse Sohle oder knallbunt. Dazu Jeans in allen Formen und Farben, an den Knöchel raufgekrempelt, ein Schlabberpulli oder ein Hemd und auf jeden Fall einen XXL-Mantel oder eine Bomberjacke.

SHOPPEN
Spätestens als ich im Untergeschoss der Galerie Lafayette stand, wusste ich: Es gibt einen Gott: 3200 Quadratmeter nichts als Schuhe! Besonders verliebt habe ich mich in die «Chelsea Cat»-Boots von Charlotte Olympia und die Cinderella-Schühchen von Jimmy Choo. Wer hier nichts findet, hat keine Füsse. Und wem es zu poshy ist, der geht ins Stadtviertel Saint Germain oder Marais. Dort reiht sich ein kleines Geschäft neben das andere und die ganze Zara-H&M-Fraktion hat erst mal Pause. Très cool fand ich in Saint-Germain das Schmucklabel Aurélie Bidermann und in Marais die Brands Maje und A.P.C. für Mädchen und Balibaris und Knowledge Cotton Apparel für Jungs. Ein Fashion-Träumchen.

LUNCHEN
Wer mit Körpernähe so seine Probleme hat, sollte nicht nach Paris. Hier sitzen die Menschen an kleinsten Tischchen Schulter an Schulter und geniessen die Sonne (oder den Regen) - Hauptsache draussen und Hauptsache Bistro oder Brasserie. Bei Traumwetter haben wir uns für das «Da Rosa» in Saint Germain entschieden - ein Mini-Mi-Spanier mit feinem Rohschinken, Burrata und mega Risotto (mit passendem Weissweinchen, natürlich). Im «Café Charlot» (eine Institution, die es seit 50 Jahren gibt) gab es das tollste Tatar mit fetten Pommes und im «Ma Bourgogne» am Place des Vosges unter den Arkaden bei Strassenmusik haben wir Foie Gras und Schnecken gegessen, ui ui ui...

DINNER
Mein Schweizer Reisegrüppchen und ich haben das Rad nicht neu erfunden: Im «Hotel du Nord» war ich vor fünf Jahren schon mal, aber es ist da immer noch lustig und laut! Zwischen all den Franzosen macht man es sich auf den roten Sofas gemütlich und ist umgeben von viel Kunst und viel Wein. Sehr elegant war es dafür im «Monsieur Bleu»: Das Restaurant im Palais de Tokyo ist der Ort, um richtig chic auszugehen, und macht jedes Mädchen (beim Blick auf den Eiffelturm) schwach. Dazu einen «Midnight in Paris», einen Drink aus Champagner mit Erdbeermark mit einem Schuss Tabasco, und der Abend kann nur gut werden...

PARTY
Auch wenn ich es nicht gerne zugebe: Eine Partynacht hat gereicht. Doch wer mal im «Club Pompon» gefeiert hat, ist mit einer Nacht auch glücklich. Hip Hop und R’n’B aus den 90ern und mein Tanz-Herz war glücklich. Dazu ein kleiner Dancefloor mit gemütlichen Sofas am Rand entlang, bunte Wände, viel Safari-Chic und eine grosse Bar mit der Chance, schnell Nachschub zu besorgen. Dass wir unsere Strümpfe im Bad ausziehen mussten, weil es so heiss und wild wurde, sagt wohl alles. Und auch, dass wir sie am Schluss als Stirnband trugen... Paris-Chic, Baby.

KULTUR
Was soll ich da sagen, ohne jedem Touristenführer nachzuplappern? Natürlich ist eine Fahrt auf der Seine und der Besuch im Louvre immer sehr schön. Zurzeit läuft aber auch eine Ausstellung über das Schaffen von Jean Paul Gaultier im Grand Palais. Dort zeigt er seine aussergewöhnlichen Designs, die er für Amy Winehouse und Kylie Minogue angefertigt hat und natürlich die berühmtesten Corsage der Welt, die Madonna einst auf der Bühne trug. Die Ausstellung dauert noch bis 3. August 2015.

Jetzt ist Ostern aber vorbei und es geht zurück an die wirkliche Arbeit. A bientôt à Paris et Bussi, Bussi aus München.

Im Dossier: Alle Schickeria-Beiträge von Deborah Neufeld