Bussi, Bussi - der Schickeria-Blog

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Zwischen Cüpli, Bier und Blitzlichtgewitter: Eine Schweizerin mischt sich unter die deutsche Prominenz.

Party, Party - oder eine ganz normale Woche als Journalistin

Sport ist Mord. Ausser es geht um Sales, Shoperöffnungen und Kunstpartys - dann steigt Bloggerin Deborah Neufeld in die Turnhose und wird endlich körperlich aktiv. Ihre Lieblingsdisziplin: Partymarathon!

Ich höre immer wieder den Spruch: «Du bist nur unterwegs! Du lebst ungesund und gehst zu spät ins Bett.» Dabei stimmt das gar nicht. Letzten Montag blieb ich zum Beispiel zu Hause. Was sonst so passierte, erzähle ich hier.

Am Dienstag eröffnete an der Frauenstrasse beim Viktualienmarkt ein sogenanntes «Green Hotel», das erste in der Stadt. Es heisst «Derag Livinghotel» und hat sich auf die Brust geschrieben, so wenig Energie wie nur möglich zu brauchen. Da passte es, dass auch das Restaurant dazu vegetarisch ist und viele Promis anlockte, die so wahnsinnig gewissenhaft sind: Natalia Wörner, Ken Duken und Benjamin Sadler. Zum Interview traf ich aber Cosma Shiva Hagen, die aus lauter Begeisterung über das Hotel eine Nacht länger in München blieb. Dass sie etwas abgefahren sei, machte mir etwas Angst. Aber es kam alles anders und Cosma hatte wunderbar schöne gute Laune. Wir machten ein Selfie zusammen und ich sagte, sie sehe aus wie 17. Sie sagte: «Dabei bin ich 33 und muss an der Tanke manchmal noch immer meinen Ausweis zeigen.»

Am Mittwoch feierte der Burberry-Shop an der Perusastrasse (gleich bei der feinen Maximilianstrasse) Wiedereröffnung mit noch viel mehr Platz für Trenchcoats und High-Heels (Kreisch!). Wie das Label waren auch die Gäste sehr fein und ausnahmslos gut aussehend. Ehrengast war Suki Waterhouse, das Testimonial von Burberry und Model/Schauspielerin/Freundin von Bradley Cooper. Wir haben Handshake gemacht - mehr Berührungen gab es nicht. Das einzige Irritierende waren die Demonstranten auf der anderen Strassenseite: Pelzhasser, die in einer Gruppe von 50 Leuten dastanden und die Gäste über die Tramschienen hinweg anstarrten. Den ganzen Abend. Wir gingen dann ins Schumanns.

Am Donnerstag kamen Mary-Kate und Ashley Olson nach München. Im Luxustempel von Marion Heinrich präsentierten sie ihr zweites Fashionlabel «The Row»: Klassische, eher maskuline Schnitte in schlichten Farben - sehr schön. So pünktlich wie sonst nur ein Schweizer Uhrwerk betraten die Zwillinge um 18 Uhr den Laden und gingen mit den 100 geladenen Gästen auf Tuchfühlung. So artig - und dann tranken sie nur Wasser und gingen zusammen ins Museum. Ihre Eltern müssen sehr stolz sein. Stolz (auf sich selber) muss auch Modekönigin Marion Heinrich sein, die es zustande brachte, dass die Designerinnen das erste Mal überhaupt nach Deutschland kamen.

Am Freitag ging ich frühmorgens zum Sale von meinen heiss geliebten Labels Allude und Jimmy Choo. Schrank jetzt voll - Portemonnaie leer.

Am Samstag fand in der Pinakothek der Moderne zum 12. Mal die PIN.-Party statt. 30 Kunstwerke (u.a. von Georg Baselitz für 300'000 Euro oder von Kelley Walker für 120'000 Euro) wurden vom Chefauktionator von Christie's, Andreas Rumbler, unter den Hammer gebracht. Prominente Gesichter, wie ich sie vom Fernsehen kenne, gab es nicht. Dafür Namen, die klingen, wie eingekauft: Franz von Bayern, Gabriela von Habsburg, Helmut von Finck... Und diese Leute nahmen zusammen über eine Million Euronen ein - was eine akute Euphorie auslöste. Das Schöne an solchen Anlässen ist ja, wenn es um Kunst geht, sind die Gäste reich. Sind die Gäste reich, sind sie meistens alt. Sind die Gäste alt, gehen sie kaum mehr aus. Gehen sie dann mal aus, rasten sie erst richtig aus. Ich glaube, das reicht als Beschreibung des Abends.

Am Sonntag war «Totensonntag». Ich glaube, einen passenderen Feiertag hätte ich nicht erfinden können.

Bussi, Bussi aus München

Im Dossier: Alle Blogs von Deborah Neufeld