Bussi, Bussi - der Schickeria-Blog

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Zwischen Cüpli, Bier und Blitzlichtgewitter: Eine Schweizerin mischt sich unter die deutsche Prominenz.

Biergarten ahoi!

Endlich ist der Frühling da und alle zieht es raus. Bloggerin Deborah Neufeld verrät die schönsten Open-Air-Fleckchen Münchens, wo sie zu Hause ist.

In Deutschland treffe ich immer wieder auf ratlose Gesichter. Viele Leute können nicht verstehen, wie man als Schweizerin die ach so schöne Heimat verlassen kann. Sogar bei der Krankenversicherung (so sagt man hier der Krankenkasse) bin ich offiziell eine «umgekehrte Grenzgängerin». Fast ein bisschen kriminell, wa? Doch in München gibt es ein Paar Dinge, die es zu Hause nicht gibt und auf die die Schweizer etwas neidisch sein müssten. Zu denen gehören z.B. die unzähligen Biergärten und andere Perlen. Deshalb hier ein paar feine Tipps für alle, die mal umgekehrten Grenzgänger spielen.

Chinesischer Turm
«Der Turm», wie ihn die Münchner nennen, ist eine der grössten Attraktionen in der Innenstadt. Zum Turm im Englischen Garten gehört einer der rauschendsten Biergärten. Doch wer glaubt, hier sitzen nur drei Chinesen mit dem Kontrabass, der hat sich in die Weisswurscht geschnitten. Der Turm ist auch Place to be für viele Münchner und man trifft sich bei jedem Sonnenstrahl, der durch die Bäume scheint. Hier gibt es Live-Blasmusik, ganz ungesundes Essen und ganz viele Gelegenheiten, um neue Freunde zu machen. Man muss sich nur mindestens eine Stunde Zeit nehmen (und vielleicht mehr als eine Mass Bier trinken) und schon hat man neue Locals in seinem Freundeskreis. (Gut kommt es auch an, wenn man etwas mitfluchen kann mit Ausdrücken, wie «du narrische Nuss» oder «du Zipfelklatscher».)

Alter Nordfriedhof
Wer die Natur liebt, aber lieber Vogelgezwitscher als Blechmusik hört, der ist im alten Nordfriedhof an der Arcisstrasse am richtigen Plätzchen. Der kleine Park im Stadtteil Maxvorstadt ist wie eine Oase und Frieden pur. Zwischen Steinengeln und verwilderten Grabmahlen lässt es sich sehr schön entspannen, Bodenschach spielen und auch sehr gut joggen (wenn man denn würde)...

TU-Terrasse
Auf der Terrasse der TU (Technische Universität) trifft man sich auf Drinks und um Lucki-Lucki zu machen. Hier sehen die meisten Jungs ein bisschen aus wie die Typen am Eingang von Abercrombie & Fitch. Und sind auch etwa so jung. Sind schliesslich alles Studenten. Hier läuft easy Musik, es gibt Liegestühle und wunderschöne Sonnenuntergänge, bei denen man sich über den Dächern Münchens wieder mal schwört, nie wieder nach Hause zu fahren.

Eisbach
München hat nicht wie Zürich, Luzern oder Genf einen See. Hier kühlt man sich im Eisbach ab. Denn der kleine Fluss gehört nicht nur den Surfern, die Tag und Nacht auf der künstlich erzeugten Welle reiten, hier muss man auch als München-Bewohner und München-Besucher mal den Kopf eingetaucht haben. Gleich nach den Surfern springt man ins Wasser und lässt sich fast 10 Minuten mit den Strom runtertreiben. (Das sieht auch von der Brücke aus sehr lustig aus, wenn die vielen Köpfchen unter einem durchfahren). Das Wasser ist kalt, der Strom stark und das Vergnügen riesig, sich auf den Rücken zu drehen und zwischen den Bäumen als lebende Boje durch den Englischen Garten zu fahren.

Gärtnerplatz
Dort, wo sich die teuersten Wohnungen befinden und Stars wie Basti Schweinsteiger wohnen, dort befindet sich der Gärtnerplatz im Stadtteil Isarvorstadt. Ein Rondell ist das Epizentrum mit vielen kleinen Kaffees und Brunch-Places. Wer eine schlechte Orientierung hat wie ich, läuft garantiert jedes Mal in die selben, falschen Strassen rein. Aber das ist egal, denn in jeder kann man flanieren und sich treiben lassen und trifft immer mal wieder ein Gesicht, das man doch schon mal im Fernsehen gesehen hat (kreisch!).

Goldene Bar Terrasse
Die goldene Bar habe ich schon einmal erwähnt, jedoch ist die Terrasse nochmal eine ganz andere Baustelle als die Bar drinnen. Auf der Rückseite des Hauses der Kunst trifft man sich unter riesigen Steinsäulen (die unter Aufsicht von Hitler gebaut wurden - deshalb alles so prunkvoll). Gerade am Sonntag ein Ort, um stundenlang zu verweilen. Weil dann der DJ loslegt und man dazu z.B. Tischtennis spielen kann oder was vom Grill isst...

Doch zurück an den Schreibtisch. Sonnengetankt und Frühlingsluft geschnuppert wird später.

Bussi, Bussi aus München.

Im Dossier: Alle «Schickeria»-Blogs von Deborah Neufeld