Chiemsee, Deutschland

Noch zweieinhalb Stunden bis Rauchstopp in Zürich. Wir sind gestrandet. In Windsurfing-Paradies am Chiemsee. Es regnet.

Hotel haben wir noch keines. Aber Hunger. Im wohl einzigen um diese Zeit noch belebten Wirtshaus servieren sie Weizen. Und spielen Schunkelschlager, ohne das ironisch zu meinen. Wir bestellen Reiberdatschi trifft Rindsfilet zum Angewöhnen. Denn spätestens ab Bosnien sind Vegetarier auf verlorenem Posten.

Unser Rørlegger-Mobil hat die ersten fünfhundert Kilometer bravourös hingelegt. Und das, obwohl der auch 27 Minuten vor Feierabend noch unglaublich nette Garagist im Elchtesttempel in Zürich nicht glaubt, dass es unser Volvault (= Volvo mit Renault-Motor) bis nach Damaskus schaffen wird. Die Allianz der sicheren Schweden mit den Franzosen, die offenbar (zumindest in den 90ern) eher wenig vom Motorenbau verstanden haben, stellt für ihn eine Art Kapitalverbrechen dar.

Alternator? Nie gehört.

Das Autoradio, das wir gestern beim Reparaturversuch gekillt haben, konnten sie auf die Schnelle leider nicht retten. Dafür sind die Bremsen intakter, als wir befürchtet haben. Dass der Alternator offenbar in der Todeszelle sitzt, ist mir egal, weil ich nicht weiss, was ein Alternator ist. Dass er die Messmaschine beim Anschliessen grad zum Erliegen bringt, finde ich drum auch nicht beunruhigend. Sicher alles Standschäden. Und offenbar kann man das Ding durch Schläge – am liebsten mit einem Hammer! – kurzzeitig wiederbeleben. Na also. Geht doch.

Morgen Samstag geht’s weiter nach Graz, dem ersten gemeinsamen Etappenziel. Der Rest fährt erst heute früh am Morgen in Zürich los. Ob sie alle ankommen?