Damenriege

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Das Bikini-Drama

Der Sommer steht bereits schon fast wieder vor der Tür und wird uns hoffentlich viele Sonnenstunden bescheren. Doch ein kleines Stückchen Stoff schafft es jedes Jahr aufs Neue, die Vorfreude etwas zu trüben: Der Bikini, oder noch schlimmer, der Einkauf eines Solchen.

An den Plakatwänden und in Zeitschriften lächeln uns nun wieder vermehrt irgendwelche, von Photoshop straffgezogene Models entgegen und möchten uns Weise machen, dass genau dieser Bikini in unserer Sammlung noch fehlt. Und da beginnen die Probleme bereits, wie ich selbst kürzlich erfahren durfte.

In einem Kleiderladen suchte ich nach einem passenden Bikini für den Sommer. Die nette Verkäuferin musterte mich anfangs von oben bis unten, um mir dann gleich schon mal den ersten Dämpfer zu verpassen. «Bei ihrer Figur würde ich ihnen einen Bikini mit Pantyhöschen (was so viel bedeutet wie: dein Hintern ist fett) und einem Neckholder-Oberteil, welches Ihr Dekolltee schön zur Geltung bringt (und somit von meinem fetten Hintern ablenkt) empfehlen.» Also schon mal nix mit dem superknappen Gisèle Bündchen Bikini... und 170 Franken für 60 Gramm Stoff. Aber ja, das Teil passt wenigstens.

Weniger Glück hatte die junge Frau in der Kabine neben mir. Ihr männlicher Begleiter toppte nämlich alles, was ich bisher an Peinlichkeiten in diesem Zusammenhang erlebt habe. Oder was halten Sie vom Satz «Schatz, trägst du eigentlich L oder XL?» Ich an ihrer Stelle hätte mir mein persönliches Erdloch herbeigesehnt. Liebe Männer, die eigene Freundin oder Frau trägt immer höchstens Grösse 38 und wenn sie euch eines anderen belehrt, bitte verdutzt und erstaunt aus der Wäsche kucken.

In diesem Sinne, liebe Frauen, seid zufrieden wie es ist, auch wenn das Neonlicht eure Oberschenkel in eine Kraterlandschaft verwandelt und der Busen der Schwerkraft ausgesetzt ist; die in der Kabine nebenan ist vielleicht noch viel schlimmer dran.