Damenriege

Damenriege

Das Catwoman-Desaster

Was tut Eva Löwenherz an einem Sonntagabend? Etwas, das sie eigentlich nie tun würde. Also wirklich nie. Aber sie hats doch getan. Die Neugier hat obsiegt...

Ich wollte etwas ausprobieren, was ich noch nie getan hatte und was ich
nie tun würde. Etwas, bei dem ich nicht verstehe, warum manche Frauen das tun. Ich rede nicht von Windelsex oder Fahrerflucht.

Ich kaufte sie also: die falschen Fingernägel. French Manicure Nägel aus der Migros.
Wollte wissen, wie sich sowas anfühlt. An der Kasse war ich versucht zu sagen, dass die
eigentlich nicht für mich seien.

So sass ich dann da, an meinem WG-Küchentisch und begann zu rätseln. Die eigenen Nägel vorher schneiden? Und welche Grösse kommt an welchen Finger? Mein Dealer, sprich Mitbewohner, lachte sich krank beim Zuschauen.

Catwoman? Lady Vamp?

Irgendwann hatte ich die Dinger montiert und mein Dealer machte den Abwasch. Vielleicht ist das das Geheimnis der Krallen? Nachts legte ich meine Hände fein säuberlich auf die
Bettdecke, etwas anderes - ihrwisstjaschon - zu tun traute ich mich nicht.

Am Montag ging ich so ins Büro. Und fühlte mich den ganzen Tag...nun, irgendwie
leicht behindert. Eine Tastatur kann durchaus zur gefährlichen Waffe werden, merkte ich. Hick hack! Die Pausenzigarette sass recht spastisch in der Hand, und die seltsamen Blicke der Kolleginnen schmetterte ich ab mit der Begründung, eine Bierwette verloren zu haben. Nur die juckende Stelle am Unterarm kratzen, das ging wirklich gut.

Ein Spasti ganz ladylike

Ich hatte keine Angst, ich hatte Panik: vor einer unvorsichtigen Bewegung. Die Befürchtung, mir oder jemand anderem aus Versehen ein Auge auszustechen. Und dass sie - Gott behüte! - brechen könnten.


Der Plan war eigentlich, das Ganze mindestens drei Tage durchzuziehen. Am Montagabend - Montag ist ja so schon schlimm genug! - konnte ich nicht mehr. Nervlich völlig am Ende, versuchte ich die Teile im Tram runter zu chnüübeln und sass dann irgendwann einfach auf meine Hände drauf.


Zuhause angelangt, durfte ich die Fingerspitzen dann in Söifewasser einweichen und konnte mit Müh und Not diese ästhetischen Ausgeburten der Hölle von mir zerren.

Warum bloss klebt man sich etwas an sich dran, was man eh schon hat? Ich werds nie verstehen.
Und bin froh, dass ich von nun an wieder meine Hände unter die Bettdecke legen kann.