Damenriege

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Den Kindern geht es gut

Was passiert, wenn zwei Lesben Kinder bekommen? Wahrscheinlich gar nichts. Ausser natürlich «der Sperminator» taucht auf.

Letzte Woche – ich war gerade aufgewacht – drehte ich mich mühsam auf den Bauch und stellte mit Erleichterung fest, dass ich nicht schwanger war. Das hatte ich nämlich geträumt, mal wieder. Es scheint schon fast als würde mich dieses Thema verfolgen, ehrlich, es ist überall: einmal in einer Podiumsdiskussion über Regenbogenfamilien, dann in eher peinlichen Diskussionen am Familientisch, in meinen Träumen, in meinen Blogposts. All meine Heti-Freunde, die in letzter Zeit Kinder bekommen haben, machen es auch nicht besser. Und diese Woche kommt das Ganze noch in die Kinos. Jetzt macht mal halblang!

Ab diesen Donnerstag, 28. Oktober, läuft «The Kids Are Alright» in Bern und Zürich (ab dem 4. November in der restlichen Deutschschweiz)*. Das gute daran: Wir haben endlich wieder einmal einen Film für die breite Masse und ausserhalb von Programmkinos, in dem Lesben nicht nur eine komische Nebenrolle haben, sondern – ihr habt es erraten – Mütter sind.

Es gibt etwas, was mich an diesem Film wirklich freut. Und zwar stecken Homo-Eltern immer wieder im Dilemma, so zu tun, als würden sie die perfekte Familie kreieren wollen. Intelligente Kinder, die in der Migros nie einen Schreikrampf bekommen und als Teenager ihre beiden Mütter nicht hassen, sondern wie ihre beste Freundin behandeln. Schliesslich sollen die kritischen Heteros auf keinen Fall etwas auszusetzen haben. 

«The Kids Are Alright» zeigt scheinbar, dass eine Familie mit lesbischen Eltern auch mit Problemen konfrontiert ist, mit alltäglichen und weniger alltäglichen, aber dass man mit diesen Problemen auch umgehen kann. Und schliesslich haben wir mit Juliane Moore (Magnolia, The Big Lebowski) und Annette Bening (American Beauty, Bugsy) ein schönes und authentisch wirkendes Paar mittleren Alters. Genügend gute Gründe, um bald hinzugehen.

Danach hätte ich aber gerne wieder eine kindertraumfreie Zeit. Merci beaucoup.

 

* Der Film läuft ab Donnerstag erst für eine Woche im Zürcher Lunchkino (jeweils um 12.15 Uhr im Arthouse Le Paris) sowie im Berner CineBubenberg (jeweils um 12 Uhr) und ab Donnerstag, 4. November, in der ganzen Deutschschweiz.