Damenriege

Damenriege

Der Service in der Stadt Zürich.

Miss Meyer leidet nicht gern Hunger und warten tut sie noch weniger gern. Wenn aber beides zusammenkommt, dann entstehen Blogs wie diese:
Vergangenen Samstag in einem Café im Zürcher Niederdorf. Ich und meine Begleitung setzen uns in den Garten des Betriebs. Sofort kommt die Bedienung und will die Bestellung aufnehmen. Äh, hallo, wir haben uns eben erst gesetzt? Gut. Zum Glück liegt die Menukarte schon auf dem Tisch, sonst müssten wir auf die etliche Minuten warten. Wir lesen aus. Wir wollen bestellen. Wir wollen es wirklich. Der Wille ist da, die Bedienung aber nicht. Dann erscheint sie endlich wieder im Garten (es sind etwa 4 Tische besetzt, im Lokal selber vielleicht einer.) Sie nimmt an einem anderem Tisch (Gäste, die nach uns kamen) die Bestellung auf und versichert uns, sogleich bei uns zu sein. Zehn Minuten später, mit noch immer leerem Magen, verlassen wir die Lokalität. Somit stellen sich folgende Fragen:
  •  Wieso muss man so oft in dieser Stadt warten, bis man bestellen kann?
  •  Wieso ist es nicht möglich 2 Bestellungen aufs Mal aufzunehmen?
  •  Wenn man sich 2 Bestellungen nicht merken kann (und glauben Sie mir, ich könnte es nicht) warum notiert man sich sowas nicht auf einem Block?
  Unter meinem Büro hat es ein weiteres Café. Meine Arbeitskollegen und ich speisen dort eigentlich nur, weil es wertvolle Mittagszeit spart. Ja, das Essen ist auch okay.   Aber jedes Mal muss man warten, bis man bestellen kann. Hat man gegessen, muss man mühsam auf sich aufmerksam machen, da man langsam mal zahlen möchte. Aber leider kassiert nur die Chefin ein. Die bringt zuerst noch Schöggeli. Ist ja nett, aber ich will keine Schokolade, ich will zahlen. Wenn die Chefin dann endlich mit dem Portemonnaie am Esstisch steht, fällt ihr auf, dass sie was vergessen hat und läuft wieder weg. Notabene haben wir schon das Geld gezückt. Wir haben schon x-Mal cicra 20 Minuten darauf gewartet, bezahlen zu können. Des weiteren hat eine Kollegin Tattoos auf ihrem Körper. Jedes verdammte einzelne Mal wird sie von einer Serviertochter darauf angesprochen. Hier eine kleine Info:  
  • Nein, Tattoos lassen sich nicht entfernen
  • Ja, die sind echt.
  • Okay, du würdest das deinem Sohn nicht erlauben und sofort mit ihm Schluss machen, käme er mit einem Tattoo heim.
  Gut, haben wir registriert. Es ist nicht nötig, dieses je-des-mal zu erwähnen. Merciiii. Abgesehen davon ist es eine Frechheit, dem Gast seine nicht wirklich spannende und persönliche Meinung andauernd aufdrücken zu wollen.   Ich frage mich, ob die Angestellten merken, warum wir kaum mehr dort erscheinen.     Zusammenfassend für alle Betriebe:   - Ab und zu mal schauen, ob sich neue Gäste dazu gesetzt haben, das wär uh läss. - Wenn schon Hochbetrieb herrscht, dann könnte man doch schon mal die Menues verteilen. So ist der Gast beschäftigt und sie haben 5 Minuten Ruhe vor ihm. - Es wäre schön, wenn das zürcherische Servierpersonal aufmerksamer wäre. Das heisst, den Blickkontakt vom Gast a) bemerken und b) erwidern. - Auch wenn der Gast schon am Essen ist, eventuell würde er gern zusätzlich etwas bestellen. - Wenn er mit dem Portemonnaie/Geld wedelt bedeutet das, dass er gerne bezahlen möchte.   Wahrscheinlich werden mich nach dem Lesen dieses Blogs viele Serviceangstellte recht doof finden. Damit kann ich leben. Ich find’s ja auch doof, mich nerven zu müssen und zu hungern. Und Ja, es ist ein Luxusproblem, blabla, ich weiss. ‘S nervt trotzdem. Der Angriff ans Personal ist ja auch nicht persönlich gemeint. Und um das Problem zu lösen, bedarf es wohl einfach mehr (aufmerksames) Personal. Keine schwierige Rechnung.   Danke fürs Zuhören.