Damenriege

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Die gottver"(ç(=&ç(* Jobsuche.

Miss Meyer ist seit einem Monat auf Arbeitssuche. Dies, weil ihr letzter Arbeitgeber kein Geld hatte, sie weiter zu beschäftigen. Sie ist nicht teuer, aber die Medienbranche leidet momentan unter Geldschwund. Ein Erlebnisbericht. (Mal wieder.)

Letzte Woche fuhr ich in die Agglomeration, zu einem Personalvermittler. Das Gespräch lief gut, die zuständige Person wollte mein Dossier dem Kunden weiterleiten. Ich war einer von 4 Kandidaten, die in Frage kamen. Dann vergingen die Tage. Ich mailte dem Jobvermittler und fragte, was denn nun Sache sei. Keine Antwort. Dann heute morgen folgende Erklärung per Telefon: Es sei also nichts, was ich persönlich nehmen müsse. Während ich mich vorgestellt habe, hat der Kunde schon eine andere Person ausgewählt. Was für ein Zufall. Hahaha.

Die Frau Vermittlerin habe mein Dossier gar nie eingeschickt. Aha. Okay. Hierzu habe ich doch ein paar Fragen.

  1. Wann hat sie geplant, mir das zu sagen?
  2. Wieso hat sie mir das nicht gleich am nächsten Tag gesagt?
  3. Wo ist die Professionalität?


Oft gehe ich an Vorstellungsgespräche, wo mein Gegenüber dermassen unvorbereitet ist, dass man, wäre man selber so unvorbereitet, gehörig Rüffel bekäme.

So wurde ich doch tatsächlich schon einmal gefragt, ob ich überhaupt kaufmännische Erfahrung habe. Für den nicht wissenden Leser: Ich habe nichts anderes. Nichts sagt mehr "Ich habe Ihren CV keine Sekunde lang angeschaut", als diese eine Frage.

Eines der schwierigeren Dinge der Arbeitslosigkeit sind diese Vorstellungsgespräche. Man muss sich unter anderem (mit stutenbissigen) HR-Frauen abgeben, die einem nur zu gern klarmachen, dass sie am längeren Hebel sitzen. Und die dann auch den Daumen nach unten strecken, wenn es um die Entscheidung geht, einen nicht einzustellen. Obwohl man sich nicht für einen Job in der HR-Abteilung beworben hat und somit nie mit der guten Frau zusammen gearbeitet hätte.

Man muss sich allerlei schnoddrige Fragen und Bemerkungen gefallen lassen wie: "Sie sind ja nun auch schon 30". (Ah, würkli? Wusst' ich nicht, danke für die Info. Da haben Sie ausnahmsweise meinen CV gelesen.) Neben beknackten Fragen muss man auch noch die Hosen runterlassen und fremden Leuten Dinge erzählen, die diese A) nichts angehen und B) einem das Gefühl geben, man sei in einer Therapiesitzung, nicht in einem Sitzungszimmer eines eventuellen zukünftigen Arbeitgebers.

Darum, liebe Jobvermittler und Arbeitgeber: Bitte lesen Sie doch die Lebensläufe der Bewerber, anstatt sich zurückzulehnen und zu sagen "So, erzählen Sie doch mal von sich", stellen Sie nicht überflüssige Fragen wie "Was sind ihre Hobbies?" wenn diese 5 cm neben ihnen auf der letzten Seite meines CVs stehen. Und zu guter Letzt: Wenn der Job vergeben ist, fünf Minuten nach Verlassen des Gebäudes des Arbeitssuchenden, dann teilen Sie ihm dies asap mit. Denn der arbeitssuchende Tubel hat a crazy lil' thing called Hoffnung in sich. Vor allem nach einem erfolgreichen Gespräch mit Ihnen.

Danke.