Damenriege

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Dramatische Verhältnisse in Agglo-Bern

Als ich letzten Samstag unterwegs war um ein paar neue Ideen für meine Blogs einzufangen, bin ich inmitten eines Krisengebietes gelandet. Und nein, ich war weder im Irak noch in Afghanistan, sondern in Agglo-Bern.

Stau, schreiende Kinder, hektische Menschen, Gestupse und Gedrängel an allen Ecken und Enden. Doch was ist passiert? Ist etwa der dritte Weltkrieg ausgebrochen, Justin Bieber auf Besuch oder ist gar Elvis himself zurückgekehrt? Nein, etwas ganz anderes. Ganz unerwartet wie jedes Jahr feierten die Christen nämlich Ostern. Das heisst, die Läden blieben an Karfreitag geschlossen und die Menschen konnten für sage und schreibe einen ganzen Tag keine Lebensmittel kaufen. Man hätte wirklich meinen können, die Läden seien für die letzten fünf Wochen geschlossen gewesen und wir wären fast an dieser unmenschlichen Tatsache, einen Tag lang nichts einkaufen zu können, gestorben.

Doch bei all unserem Konsumverhalten und unserer Einkaufswut sollten wir einige Fakten nicht vergessen. Ich habe mich auf den Homepages einiger Hilfsorganisationen deshalb auf die Suche nach Fakten und Zahlen zu den Themen Hunger und Armut gemacht.
 

  • Alle drei Sekunden stirbt ein Mensch an Hunger. Alleine in Afrika hungern 206 Millionen,
  • Der Hunger in der Welt nimmt zu. Aus den aktuellsten Schätzungen der FAO (Food and Agriculture Organisation of the United Nations) geht hervor, dass 923 Millionen Menschen Hunger leiden,
  • Hohe Nahrungspreise sind die wichtigste Ursache. Die FAO schätzt, dass zwischen 2003 und 2007 die Anzahl unterernährter Menschen um 75 Millionen gestiegen ist,
  • die Anzahl Menschen die von weniger als 2 Dollar pro Tag lebt, nämlich 2.5 Milliarden Menschen, ist nahezu gleich geblieben in der Periode zwischen 1981 und 2005,
  • Dreiviertel derer, die an Hunger sterben, sind Kinder im Alter von nicht einmal fünf Jahren,
  • Heutzutage sterben 10% aller Kinder in den Entwicklungsländern vor dem fünften Lebensjahr,
  • Hungersnot und Kriege verursachen nur 10% der Hungertode, obwohl man über diese wohl am meisten erfährt. Hungertode geschehen jedoch hauptsächlich durch chronische Unterernährung,
  • Unterernährung verursacht aber nicht nur Tod sondern auch Sichtprobleme, Apathie und Wachstumshemmung und erhöht die Ansteckungsgefahr. Stark unternährte Menschen sind nicht einmal in der Lage, elementarste Funktionen auszuführen,
  • Manchmal bedarf es nur einiger weniger und einfach zu bewerkstelligender Ressourcen, um armen Menschen zu helfen, genügend Nahrung anzubauen und sich selbst zu versorgen. Diese Ressourcen sind u.a. Qualitätssamen, richtiges Werkzeug und Zugang zu Wasser.

 

Ach ja übrigens, während Sie diesen Artikel gelesen haben, sind auf der Welt rund 100 Menschen an Hunger gestorben...