Damenriege

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Ehe mit Fixlaufzeit?

Die Moderne des 21. Jahrhunderts bringt so ihre Herausforderungen mit sich. Die Ehe auch, hat sich Löwenherz sagen lassen. Die aktuelle Scheidungsrate widerspricht romantischen Vorstellungen. Warum bloss sich das antun?

Im vorletzten Jahr wurden in der Schweiz 41'918 Ehen geschlossen. Und 19'321 aufgelöst. So schauts nämlich aus. Verrückt, dass sich dennoch so viele Leute auf dieses instabile Experiment einlassen. Romantisch? Pah!

Nur (und jetzt die grosse Enttäuschung – tadaa!): romantisch war sie nie wirklich. Sondern ein Vertrag zwischen zwei Parteien. Verbunden wurden niemals nur zwei Herzen, sondern Bankkonten, Familien, gar Herrschaftsgebiete. Es war klar: Die Frau brauchte einen Mann, um sich finanziell abzusichern. Der Mann brauchte eine Frau, um ein Heim sein eigen nennen zu können. Beide brauchten einander, um Goofen zu machen.

Alles für die Katz?

In Zeiten von Samenbanken und Patchworkfamilien schaut's ein bisschen anders aus. Es bräuchte das alles nicht. Man kann es bejubeln oder als Sittenzerfall sehen: Tatsache ist, dass dies der Realität entspricht.

Die Hälfte all der Eheromantiker geben heute das, was sie vor einigen Jahren für das rauschende Fest in Weiss verprasst haben, wieder aus – für den Scheidungsanwalt.

Wahnsinn. Oder würden Sie auf ein Bankkonto einzahlen, bei dem eine 50%-Wahrscheinlichkeit bestünde, nichts davon mehr wiederzukriegen?

Drum prüfe ewig, wer sich bindet

CSU-Politikerin Gabriele Pauli aus Deutschland hat vor einigen Jahren einen Vorschlag gemacht, der für Wirbel gesorgt hat - und den ich gut find. Sehr gut sogar. Nämlich, die «Ehe auf Zeit» einzuführen. Nach 7 Jahren ist automatisch Schluss, ausser der Bund wird von beiden Seiten erneuert.

Das hätte mehrere Vorteile: 

  • Bei einer allfälligen, durchaus realistischen Scheidung gäbe es deutlich weniger Kosten, weil das ganze Prozedere vereinfacht würde.
  • Sparen von Zeit: warum 20 Jahre still leiden, wenn man nach 7 Jahren gehen kann? Manchmal hätt's halt nicht sein sollen.
  • Beide Seiten müssen gleich viel tun fürs Finanzielle. Mit Partner/in-Ausnehmen ist nichts, denn es könnte ja sein, dass man bald alleine dasteht.
  • Last but not least: beide Eheleute würden sich für die Beziehung mehr Mühe geben. Denn «auf sicher» hätte man keine/n mehr. 

Viel zu kühl betrachtet? Viel zu rational? 

Bevor nun lauter heiratswillige Bräute und Bräutigame aufjaulen: Es wär doch auch romantischer, irgendwie. Statt "Jetzt bin ich halt seit 20 Jahren mit der Alten zusammen...": Sich das Versprechen immer wieder geben. Sich der Zusammengehörigkeit immer wieder bewusst werden. Sich die Liebe aufs Neue zeigen.

Find ich jedenfalls um Längen schöner. 

Und: jedes Mal eine Party schmeissen. Bingo!