Damenriege

Damenriege

Ein Bonbon aus Seidenpapier

Ihre neueste Wien-Entdeckung ist wahrlich ein Bijou, findet Löwenherz. Gemütlichkeit mit einem Hauch Verruchtheit.

Es gibt ja Orte, wo der Glanz vergangener Tage noch in den Tapeten hängt. Umso mehr, wenn die Tapete aus dunkelroter Seide besteht.

Letzte Woche stolperte ich durch eine unauffällige Türe an der Spiegelgasse 15, ganz in der Nähe des Stephansdoms. Und fand mich wieder in einer bezaubernden Welt - der Bonbonnière Bar. In den 30er Jahren ein einschlägiges Etablissement, veränderte sich in den folgenden Jahrzehnten nur wenig: illustre Gäste gingen ein und aus, Romy Scheider sass einst da - und die Presse blieb draussen.

Das Schmuckstück mit der Bar aus Holz, den dunkelroten Seitentapeten und den nur 5 Tischchen ist auch heute noch ein Geheimtipp. Und zwar ein richtiger Geheimtipp, wo sich Grössen aus Film, Gastro und Politik mit Stammgästen mischen. Komplettiert wird das Ganze durch die schillernde Barchefin fortgeschrittenen Alters, den Pianoman - der vornehmlich Lieder von Hildegard Knef und Udo Jürgens spielt - sowie die funkelnden Kristalllüster an der Decke.

Die Bonbonnière hab ich bereits zu meiner Stammbar in spe auserkoren. Ein Ort, wo man die Welt draussen vergisst, ein Mikrokosmos der Gastronomie. Mir wurde da von einem unbekannten Gentleman übrigens - einfach so - ein Glas Moët spendiert.