Damenriege

Damenriege

Gehen Sie weiter, es gibt nichts zu sehen!

Manchmal wird Miss Meyer dermassen blöde angeschaut, dass sie sich fragt, ob ihr ein grüner, schleimiger Popel aus der Nase hängt. (Pardon.)
Folgendes Szenario kürzlich vor dem Büro: Ich mache mein Velo an einer Stange fest, so wie es mir Polizist Anderegg geraten hat. Sonst landet Georgette wieder im See, aber das ist eine andere Geschichte. Wie ich mein geliebtes Peugot also diebstahlsicher festzurre, schauen mir ein ganzer Tisch (in dem Kafi von dem ich letztes Mal erzählte, die mit dem liebevollen-langsamen Service) voller Handwerker in der Znünipause zu. Ich.mache.nur.das.Velo.an! Okay, in Stögeli, aber trotzdem. So spannend ist das nicht.   Oder: Es ist Sommer (theoretisch) und da passiert es halt, dass die Schreiberin aufgrund der hohen Temperaturen ein kurzes Kleidli trägt. Dies nicht, um das andere Geschlecht anzulocken, sondern WEIL ES FUCKN SOMMER IST. Puh. So, das musste mal raus. Und Männer: Ich bin ja wohl nicht die einzige kurzberockte Frau in der Stadt. Sollten eure Augen nicht langsam an dieses Bild gewöhnt sein? Und Frauen: Sorry, dass ich kurze Kleidung trage, aber: siehe oben inklusive Caps Lock.    Ab und zu wird auch dreist weiter geglotzt, wenn man dem Glotzer direkt in die Augen zurück glotzt. Nützt alles nichts. Ich bin jeweils kurz davor „Wotsch es Autogramm/eis i d’Fressi“ (Je nach Laune) entgegen zu schmettern. Bald mache ich es wie eine Kollegin, die mitten im Migros laut kommentierte „Es gibt halt Leute, die haben noch nie einen Menschen gesehen“. Worauf alle im Radius von 2 Metern betreten wegschauten.   Wenn einem die Menschen nicht dumm ins Gesicht schauen, betrachten sie liebend gern mein Schuhwerk. Sie starren als trüge ich sowas: (www.nicolabetts.com/Studio/pages/VivienneWestwood.htm). In Wahrheit sind es bloss Flipflops mit Mäschli drauf. (Wenn es Sommer ist, theoretisch.)   Das Erstaunliche ist, dass das Blöd-Anschauen in Zürich am häufigsten vorkommt. Es gibt mehrere Zeugen, die das bestätigen. In keiner anderen (Schweizer) Stadt wird so oft und gern Menschen angeschaut wie in dieser. Warum das so ist, werden wir wohl nie erfahren.