Damenriege

Damenriege

Gestern in der linken Kabine.

Toilettengespräche, betrunkene. Oder wohl eher betrunkene Monologe in der Teenie-Bar 4. Akt in Zürich.

Szenerie: Eine schreckliche Bar im Kreis 5. Harndrang. Toiletten-Aufsuchung. Erlösung.

Dann Stimme aus der benachbarten Kabine. „Wer ist da?“ Ich verwirrt: „Äh, Esther“ „Esther! Hoi! Ich kannte mal eine Esther! So ein schöner Name!“ Zu diesem Zeitpunkt, genauer um halb 9 Uhr abends, ist klar, dass die Gute recht angetrunken ist. Man will ja höflich sein, darum: „Äh, danke. Und dein Name?“ „Jessica!“

Ich komm kaum dazu, die üblichen Floskeln und Komplimente zu retournieren, denn: „Alle heissen Jessica! Auf der ganzen Welt!“ „Das ist doch gut, dann bist international, haha.“ Draussen beim Waschbecken geht’s weiter. „Weisst, ich rede uh viel. Und uh gern. Im Büro sagen sie mir immer. „Jessica, bis emal ruhig!“, hihi.“ „Äh“. (Der geneigte Leser merkt, ich war nicht so schlagfertig an diesem Abend.) Als ich ging, fragte ich mich, ob sie mir noch was sagen wollte. We’ll never know. Jessica.