Damenriege

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Spa your life away!

Pünktlich zum 8. März, dem internationalen Tag der Frau, gibt auch Eva Löwenherz - wie so viele andere - ihren Senf dazu.

Was punkto Geschlechtergleichheit aus Frauensicht noch alles ein bisschen nicht so toll läuft, wissen wir alle. Ich verzichte darauf, auf Lohnungleichheit, Familie-und-Beruf-unter-einen-Hut sowie männliche Jobstrukturen einzugehen, das tun andere bereits.


Dafür wage ich mit meiner These frech, für die Mehrheit meiner Geschlechtsgenossinnen (das hat was Militärisches, oder?) zu sprechen:


Frauen machen unter anderem weniger Karriere, weil..
...sie einfach zu viel Zeit brauchen.

Zuviel Zeit. Um sich hübsch zu machen.
Fürs Büro. Für den Ausgang. Für die Männer.


Nicht falsch verstehen: ich schätze wenig mehr als eine schöne, stilvoll gekleidete und gepflegte Dame. Und betrachte die Erfindung von Seife und Deo als absolute Höhepunkte der menschlichen Entwicklung.
Aber: man kanns schwer übertreiben.


Wie soll bloss Karriere gemacht werden, wenn man zahllose Stunden damit vergeudet, beim Friseur rumzuhocken? Das Tratschen bei der Maniküre kann auch nur bedingt zum Networken gezählt werden.


Ich gebe zu: ich mag Nagellack. Ab und an, je nach Laune und dann nur der puren Lust einiger Farbtupfer im grauen Alltag wegen. Wenn ich meine Nägel lackiere, so geschieht das meist vor dem Fernseher - ein Auge 'gen Bildschirm, das andere 'gen bearbeitete Hand gerichtet. Den sexy Chamäleon-Blick beherrsche ich mittlerweile grossartig. Meine Fingerspitzen hat noch niemand getadelt.


Wozu sich eigentlich drei Stunden aufbrezeln für den allwöchentlichen Ausgang? Um nach einer halben Stunde im Club schweissüberströmt und mit verschmiertem Make-Up verzweifelt Richtung Bar zu hechten? Da lass ich lieber sorgenfrei und entspannt den Hintern tanzen.


Apropos Hintern: Bissl dicke? So what! Die Ärsche dieser Welt sind da zum Draufsitzen und zum Wackeln. Jennifer Lopez hat den geilsten Arsch der Welt. Finden auch meine Kumpels. Voilà.


Perfektionistisch jede einzelne Haarsträhne fixieren, um danach im Winterwind eh wieder zerzaust zu werden? Massenweise Kohle in den Kosmetikabteilungen liegen lassen, statt sich einen richtig geschnittenen Zweiteiler zu leisten? Stunden darüber klönen, dass da jetzt tatsächlich ein klitzekleines bisschen Cellulite dranhängt, statt die begehrenden Griffe an unsere Liebeshenkelchen zu geniessen?


Wir Weiber könnten in der Zeit anderes tun. Netzwerke bilden, in die Zukunft investieren, die Weiterbildung machen, Immobilien kaufen oder Aktien, sich kümmern um Hobbies, um Freunde, ein bisschen Spass haben.


Ich habe mich umgehört bei meinen männlichen Kumpels. Die stehn nicht wirklich auf Miss Everperfect. Zu der masturbieren sie nur. Get over it and on with your life.


Seien wir ehrlich: die meisten von uns sind keine Topmodels. Und beim Versuch, es zu werden, wird jede immer und kläglich scheitern, sich selber in den Wahnsinn treiben und die ringsum gleich mit.


Stecken wir doch unsere Zeit und Energie in anderes. Intelligenz bringt Erfolg, Erfolg bringt Macht, Macht macht sexy (oder warum sonst hat Sarkozy Carla Bruni abgekriegt, hä?).


Die ewige Prinzessin auf der Erbse hingegen erobert nie ein Königreich, sondern bleibt auf dem kleinen Gemüse sitzen.


So. Das war mein Gesülze dazu. Ich geh mir jetzt die Fussnägel lackieren. Und die Nachrichten schauen. Und das Management Summary durchlesen. Und danach Liebe machen mit meinem Mister X - der sehr gerne ein bisschen was zum Greifen hat.