Damenriege

Damenriege

Vom Outing als Vegetarier.

Seit geraumer Zeit will Miss Meyer weniger Fleisch essen. Und muss sich hierfür nicht selten rechtfertigen.

 

Outet man sich in seiner Umgebung als Möchtegern-Vegi, wie ich es bin, dann wird man mitunter entrüst angesehen, als hätte man den Wunsch geäussert, frisches Kinderfleisch (oh, Mist, das ist ja wieder nicht vegetarisch) auf dem Teller sehen zu wollen. Mittags und Abends.

In einer makellosen Gesellschaft sollte man sich ja nicht rechtfertigen müssen, aber wenn man den Gedanken, weniger Fleisch zu essen äussert, dann wird man aufgefordert, dies zu erklären.
Was alleine schon erklärungsbedürftig ist.


So sage ich dann jeweils: "Ich habe ein schlechtes Gewissen."
Was nicht ausreicht.

Weil A) ist dem Mensch das Tier egal und er lacht dann über meine Argumentation, oder B) er meint, der Mensch sei schon seit Jahrtausenden Fleischfresser. Das mag ja sein, aber damals ging es auch ums Überleben. Und der Höhlenmensch kannte noch keine Pizza Margharita, Gemüselasagne oder Mezze. Darum hat er sich ja auch entwickelt, um all diese Leckereien asap kosten zu können.


Vegetarier sein, heisst ja auch: bewusster zu essen. Was wiederum Disziplin verlangt. Diszplin mag ja niemand, ausser er heisst Madonna.

Und wehe, jemand ist erst Veganer! Das wird auch nur toleriert, wenn eine Laktoseintoleranz besteht. 

Toleranz ist das Schlagwort. 

Jonathan Safran Foer hat in seinem neuen Buch "Tiere Essen" ausgerechnet, wenn alle Amerikaner nur jeweils eine Fleischmahlzeit pro Woche auslassen würden, würde das der Umwelt die Abgase von 5 Millionen Lastwagen ersparen, und ungefähr 200 Millionen Tiere weniger würden misshandelt und geschlachtet.