Damenriege

Damenriege

Wo ist mein Auto?!

Und dann war es einfach weg! Mein Auto! Gestohlen! Und das am hellichten Tag!

Mein Herz stand beinahe still, als ich vom Einkaufen zum Auto zurück wollte und es nicht mehr da war. Panik! Schreck! Nein, das darf nicht wahr sein! Ich wusste nicht, ob ich in dem Moment heulen oder losschreien soll. Die schlimmsten Horrorszenarien schossen mir durch den Kopf. Bestimmt ist es über alle Grenzen, entführt von einer 'Autoschlepper-Bande', bereits mit einer neuen Farbe umgespritzt, schon verkauft worden und ich werde es nie wieder sehen. Mein Auto. Mein allerliebstes. Immer noch mein erstes, weil ich es nicht übers Herz kriege, es zu verkaufen. Und jetzt das!

Dabei hatte mein Tag so gut angefangen. Ich war geschäftlich unterwegs, ausnahmsweise mit dem Auto, weil die Zugverbindungen nicht sehr 'benutzerfreundlich' waren. Es war bereits gegen Abend, als ich auf dem Nachhauseweg war. Kurz vor Basel hat mich die letzte Raststätte angelacht und nach meinem erfolgreichen Tag, wollte ich noch was einkaufen gehen. Praktisch, wenn man auf der Autobahn eine Shoppingmeile hat, dachte ich mir und schlenderte in der Raststätte von Laden zu Laden. Ich wollte eigentlich nur kurz was einkaufen gehen und vergass wie die Zeit verging. Nach mehr als einer halben Stunde wollte ich mich mit meinen Einkaufstaschen auf den Weg zum Auto machen und schluckte zuerst mal leer! Oh mon Dieu! Mein Auto ist weg! Das gibt es doch nicht, dachte ich mir. Ich schaute mich um, ob auf dem Rastplatz jemand eine versteckte Kamera installiert hat und mich veräppeln will. Ich lächelte und machte gute Miene zum bösen Spiel. Ja, ist jetzt gut ihr könnt mir jetzt mein Auto wieder bringen. Nichts. Keine Kamera. Keine Verhohnepiepelung. Auto immer noch weg. Das gibt es doch nicht, das kann nicht sein.

Ziemlich genervt und bald vor einem Heul- und Schreikrampf ging ich wieder in die Raststätte zurück, nachdem ich auf dem Parkplatz wie ein verrücktes Huhn auf mich aufmerksam machte. Da gab's einen Kiosk und ich war mir sicher, dass die Kioskfrau den Diebstahl beobachtet hat. Meine Rettung! Ich konnte nicht warten, bis ich an der Reihe war. Schliesslich war das ein Notfall, denn mein Auto wurde gerade gestohlen! Ich machte wieder einen auf Panik weiter und erzählte der Kioskfrau und den vielen Touristen, die gerade mit einem Reisecar ankamen meine unglaubliche Geschichte. Die Reisegäste waren ganz entsetzt, hatten Mitleid mit mir und meinten, ich solle umgehend die Polizei anrufen. Und so was in der Schweiz, meinte eine ältere Frau mit roten Socken und Knickerbocker an.

Nur eine Person, blieb ganz ruhig und gelassen und schaute mich fragend an. Die Kioskfrau. Sie stellte mir nur eine einzige Frage mit einem Lächeln im Gesicht. Ich schluckte. Und schluckte ein zweites Mal. Ich hatte das Gefühl, dass es plötzlich ganz Still in der Raststätte wurde. Und ich wahrscheinlich im Gesicht kreideweiss. Zumindest für ein paar Sekunden. Und dann spürte ich diesen Hitzeschub, der mir in den Kopf stieg. Ich wollte in den Boden versinken und flehte, Boden öffne dich!

Tja und so erging es wahrscheinlich auch vielen anderen Raststättebesucher vor mir, als sie der Kioskfrau die gleiche unglaubliche Geschichte erzählten und nicht bemerkten, dass ihr Auto eigentlich gar nicht gestohlen wurde, sondern sie nur auf der falschen Autobahnseite standen!