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Der ganz normale Wahnsinn

Wie bringt Sandra C. Kids und Job unter einen Hut? Easy! Oder doch nicht?

Alles ändert sich. Oder?

Wer Kinder hat, weiss es noch besser als andere: Alles ändert sich. Aus Babys werden kleine Racker, aus kleinen Rackern werden grosse, und aus denen Teenager. Dabei gibt es aber durchaus Dinge, die gleich bleiben, weiss Familienbloggerin Sandra C. – und zwar seit dem Babyalter. Und sogar noch vorher.

Klar, Kinder ändern sich. Zum Glück. So bin ich zum Beispiel recht froh, dass mein Sohn seine Gefühle nicht mehr mit Fäusten ausdrückt, wie er das als Kleinkind getan hat. Und darüber, dass meine Tochter nicht mehr ganz so zappelig ist wie als Baby, bin ich auch nicht unglücklich – obwohl einem das Teenie-bedingte Rumgefläze auch mal auf den Sack gehen kann.

Meine Tochter war schon im Bauch ein Zappelkind. Sie turnte dermassen rum, dass mein Bauch manchmal richtige Wellen warf, war kaum mal ein paar Stunden still. Das änderte sich nicht, als sie auf der Welt war. Sie brauchte schon als Baby dauernd Aufmerksamkeit und liebte Publikum. Sie konnte sich schlecht allein beschäftigen, wollte allerdings nicht unbedingt jemanden, der mitspielte, sondern noch lieber jemanden, der zuschaute. Das zieht sich bis heute durch: Sie hat zwar Dinge gefunden, die sie so liebt, dass sie sich tatsächlich allein damit beschäftigen kann, zum Beispiel Klavierspielen und Singen. Irgendwann braucht sie dann aber auch dort Publikum. Und während bei Aufführungen alle nervös rumzappeln, checkt sie tiefenentspannt, wer alles im Publikum sitzt.

Angst vor der Dunkelheit

Und noch etwas erinnert mich immer wieder an früher – beziehungsweise sogar an ihre allerersten Tage. Sie hasste nämlich vom ersten Tag an die Dunkelheit. Ich trug oder fuhr sie nächtelang auf dem Spitalflur herum, sie gluckste zufrieden vor sich hin, schlief auch ein. Kaum kam ich mit ihr ins dunkle Zimmer, weinte sie. Nur dann, sonst nie. Auch später konnte sie lange nur mit Licht einschlafen – und ich rede nicht von einem Nachtlicht für Kinder, sondern von Vollbeleuchtung. Noch heute mag sie keine vollständige Dunkelheit, auch nicht zum Schlafen.

Mein Sohn hingegen war ein Schlafbaby – schon im Bauch. Er bewegte sich während der Schwangerschaft selten, schlief auch als Baby viel und gut. Er war eines der seltenen Kinder, das freiwillig ins Bett ging. Wenn er müde ist, legt er sich hin, schläft ein, und schläft meistens durch. Heute noch.

Wie im Bauch so auf der Welt

Zur Welt kam er per Kaiserschnitt. Der Grund: Er hatte sehr, sehr wenig Lust, sich in die Geburtsposition zu drehen. Irgendwann entschied er sich doch noch dafür – leider so spät, dass er bereits zu gross und das Fruchtwasser zu knapp war, und er quer stecken blieb. Nun ja, kürzlich hatte er – nicht zum ersten Mal – sehr, sehr wenig Lust, von der Pause zurück ins Schulzimmer zu gehen. Irgendwann entschied er sich doch noch dafür – leider so spät, dass er die Straufaufgabe nicht verhindern konnte (wie sinnvoll es ist, einen Fünftklässler ein A4-Blatt darüber schreiben zu lassen, warum er zu spät von der Pause kam, sei mal dahingestellt...). Solche und ähnliche Situationen gibt es immer wieder.

Lustigerweise kommt es auch vor, dass er vollkommen allein zu spät von der Pause kommt – und ihm auch nicht auffällt, dass niemand anders mehr auf dem Pausenplatz ist. Dann war er mit irgendwas beschäftigt, das seine ganze Aufmerksamkeit in Anspruch nahm. Im Gegensatz zu seiner grossen Schwester konnte er sich nämlich schon als Baby und Kleinkind allein beschäftigen und sich total in etwas verlieren. Das kann er auch noch heute. Lego zusammensetzen. Pokémon-Karten sortieren. Trampolin springen. Fussballtricks üben. Kann er stundenlang. Allein. (Gamen auch, aber das ist ein anderes Thema...).

Es gibt also offenbar tatsächlich Dinge, die sich nie ändern. Jedenfalls bis jetzt nicht. Vielleicht kann meine Grosse ja doch irgendwann im Dunkeln schlafen. Und mein Kleiner kommt immer rechtzeitig aus der Pause. Wer weiss.