Der ganz normale wahnsinn

Der ganz normale Wahnsinn

Kids und Job unter einen Hut bringen? Easy! Oder doch nicht?

Oh du Fröhliche...

Sandra C. liebt den Advent. Doch dieses Jahr hat sie ihn fast verpasst. Zum Glück teilt ihre Tochter die Liebe der Familienbloggerin zur Vorweihnachtszeit. Und hat auch gleich das Zepter übernommen.
Dagi Bee Youtube
© Screenshot Youtube

Sandra C. wurde für die Weihnachtsvorbereitungen ihrer Kindern sang- und klanglos durch Youtuberin Dagi Bee ersetzt.

Eigentlich bin ich ja der Weihnachtsfreak schlechthin. Spätestens am 1. Advent wird bei mir grundsätzlich das Haus weihnachtlich dekoriert und die ersten Guetsli gebacken. Auch wenn die Temperaturen eher frühlingshaft sind und Schnee eine ferne Erinnerung vom letzten Jahr. Doch diesmal ist alles anders. Ich habe mich vor knapp zwei Monaten teilweise selbstständig gemacht, und das bedeutet, dass ich wirklich selbst und mehr oder weniger ständig arbeite. Das Neu-Organisieren von Job und Familie hat tatsächlich dazu geführt, dass ich den Advents-Anfang verpasst habe. Und das ist mir echt noch nie passiert.

Gut, dazu muss gesagt werden, dass ich am 1. Advent geschäftlich im Ausland war. (Wobei aber auch gesagt werden muss, dass ich in dieser Zeit nicht ganz untätig war, was Weihnachten betrifft: Mein Koffer war beim Rückflug doppelt so schwer, ich habe mehr oder weniger alle Weihnachtsgeschenke besorgt!) Und ich staunte nicht schlecht, als ich am Sonntagabend nach Hause kam: Das Haus war dekoriert, und aus der Küche roch es nach Guetsli (und nur ganz wenig angebrannt...). Die Kinder hatten die Weihnachtsdeko aus dem Keller geholt und Kekse gebacken. Allein. Sogar den Teig hatten sie selbst gemacht (im Gegensatz zu mir, die immer Fertigteig kauft...). Und sie schmeckten wirklich gut (also die eine Hälfte, die nicht verbrannt ist)!

Ein paar Tage später beim Einkaufen: Meine Tochter fing plötzlich an, seltsame Dinge in den Einkaufswagen zu laden. «Wofür brauchst du das Zeug?», fragte ich. Sie: «Na, für die Weihnachtsgeschenke, die wir für alle machen.» Du meine Güte, ich hatte noch nicht mal dran gedacht, dass man Gottis, Göttis, Grosseltern und so weiter noch etwas Selbstgemachtes schenken sollte. «Äääähm, was genau wollt ihr denn machen?» - «Selbst bemalte Tassen mit einer selbst gemachten Mischung für heisse Schoggi.» Klingt passabel. «Und woher weisst du, wie das geht?» - «Dagi Bee!» - «Hä?» - «Na, Dagi Bee zeigt das auf ihrem Youtube-Kanal.» Ich wurde also sang- und klanglos durch eine Youtuberin ersetzt. Wie furchtbar ist das denn!

Nein, halt mal - wie grossartig ist das denn? «Heisst das, ihr braucht mich gar nicht, um die Geschenke zu machen?» - «Nein!» Tatsächlich hockten sie am Nachmittag einträchtig vor meinem MacBook und bastelten nach dessen Anleitung ihre Weihnachtsgeschenke. Da bleibt ja für mich nur noch eins zu tun: Mich um ihre Geschenke zu kümmern. Wenigstens etwas, das sie nicht selbst machen können. Aber ich gebe zu: Diesmal ist meine Tochter die Weihnachts-Königin. Ich bin ja gespannt, wie das nächstes Jahr aussieht.

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