Der ganz normale wahnsinn

Der ganz normale Wahnsinn

Kids und Job unter einen Hut bringen? Easy! Oder doch nicht?

Ohne Kinder war es...

...auch gar nicht so übel. So sehr sie Sohn und Tochter liebt - das Leben vor ihnen hatte schon auch was, findet Familienbloggerin Sandra C. 15 Dinge, die sie vermisst, seit sie Kinder hat.
Familienbloggerin Sandra C. über Leben bevor sie Kinder hatte
© Getty Images

Spontan mit Freunden etwas trinken gehen? Nicht wirklich möglich, wenn man Kinder hat, findet Familienbloggerin Sandra C.

1. Den 20.15-Uhr-Krimi schauen. Um 20.15 Uhr. Die Idee, dass ein Kind reintrampt und auf dem Bildschirm Leichen, Blutlachen und Rumgeknalle sieht, finde ich nicht so prickelnd. Klar, man kann ihn aufnehmen. Tue ich auch - ich hab noch ungefähr zwölf, die darauf warten, endlich angeschaut zu werden.

2. Spontan mit Freunden etwas trinken gehen. Spontan geht sowieso nicht mehr viel. Wer Kinder hat, weiss, dass Organisation alles ist. Zumindest fast. Aber: Als Mutter freut man sich über spontane Freunde, die jederzeit reinschneien, den Kühlschrank leer räumen und die Hausbar vernichten.

3. Mit einem guten Buch in der Badewanne liegen, bis die Füsse schrumpeln. Nach spätestens fünf Minuten hockt mindestens ein Kind ebenfalls drin. Und mein Buch überlebt die Attacken seiner Wasserpistole nur mit Mühe.

4. Durchs Dorf gehen und die Leute, die mich grüssen, kennen tatsächlich meinen Vornamen. Der ist nämlich nicht «Mami von…», im Fall!

5. Beim Einkaufen einfach mal das in den Korb legen, worauf ich Lust habe. Ohne zu denken: «Das essen die sowieso nicht.»

6. Kochen und essen mit einer der folgenden Zutaten: Artischocken, Zucchetti, Pilze, Auberginen, Chili und die meisten Kräuter und Gewürze.

7. Laut zum Autoradio mitsingen. Dieses Recht scheinen meine Kinder irgendwie gepachtet zu haben.

8. Laut «Scheisse» sagen statt «Scheibe». Klar kennen sie das Wort. Und sie wissen auch, was eigentlich gemeint ist. Aber ich kann schlecht von ihnen verlangen, dass sie es zu Hause nicht in den Mund nehmen, wenn ich es selber tue.

9. Richtig ausschlafen. Das Allerfieseste ist: Wenn die Kids mal länger schlafen, bin ich garantiert vor ihnen wach und kann nicht noch mal einschlafen.

10. Die Wäsche einfach in die Maschine knallen. Ohne vorher tonnenweise Fleckenmittel draufzuschütten und Steine, Münzen oder Schneckenhäuser aus den Hosentaschen zu klauben.

11. Die Ruhe am Morgen. Mir ein Rätsel, warum die beiden aufeinander losgehen, sobald sie die Augen öffnen. Die fast ausnahmslos schlechte Laune meiner Tochter macht das Ganze auch nicht besser. Ganz zu schweigen vom überaus charmanten «Läck, Mami, gsehsch du us….» meines Sohnes. Und mal wieder aus dem Haus, ohne zu hetzen, wäre auch was.

12. Am Abend einfach mal heimkommen und die Füsse hochlegen. Mein «Feierabend» sieht nämlich so aus: Aufräumen, kochen, bei den Hausaufgaben helfen, Kinder ins Bett bringen.

13. Durchs Haus gehen und nicht in Lego treten. Und auch nicht alle zwei Schritte etwas aufheben.

14. Keine Diskussionen führen müssen über folgende Dinge: TV-Konsum, Nintendo-Konsum, Süssigkeiten-Konsum, Hausaufgaben, Schlafenszeit. Die folgenden Sätze nicht im Sprachgebrauch zu haben: «Nein, der Fernseher bleibt aus. Nein, es ist MEIN Handy. Nein, es ist MEINE Schoggi. Nein, es gibt nichts anderes zum Essen. Nein, du spielst jetzt kein Lego mehr, auch nicht fünf Minuten.»

15. Und zum Schluss noch der Klassiker: Aufs Klo gehen, ohne dass nach spätestens fünf Sekunden jemand «Maaaaaaami!» schreit.

Weitere «Der ganz normale Wahnsinn»-Blogs gibts im SI-online-Dossier.