Der ganz normale wahnsinn

Der ganz normale Wahnsinn

Kids und Job unter einen Hut bringen? Easy! Oder doch nicht?

Interview mit meinen Kindern

Alle, die Kinder haben, kennen das. Man fragt sie am Abend: «Wie war dein Tag?» Sie sagen: «Gut.» Man fragt weiter: «Was hast du gemacht?» Sie sagen: «Weiss nicht mehr.» Um mehr über den Tag seines Kindes zu erfahren, hat die Website Familienleben.ch einen Fragenkatalog zusammengestellt. Familienbloggerin Sandra C. hat also ihre Kinder über deren Tag interviewt - und dabei erstaunlich viel erfahren. Und gelernt. Oder kanntet ihr den Term «Fischgeburt»?
Familienblog Schweiz Sandra C. Interview mit meinen Kindern
© iStock

Hilft ein Fragenkatalog, um mehr über den Tag seines Kindes zu erfahren? Sandra C. hat den Test gemacht.

Ich: Was habt ihr heute zu Mittag gegessen?
Sohn: Weiss nicht mehr.
Echt?
Sohn: Doch. Ebly mit Fleisch und Curry.
Tochter: Das war Reis und Tofu mit Curry.
Sohn: Das heisst Ebly, das grobe Zeug.
Tochter: Quatsch, das war kein Ebly, das war Vollreis.
Und wars fein?
Tochter: Tofu ist grusig.
Sohn: Das Curry war fein. Aber nicht so fein wie das im Zürizoo.
Hat heute jemand in seiner Nase gebohrt?
Tochter: Die Wahrheit?
Ja.
Tochter: Sag ich nicht.
Du?
Tochter: Sag ich nicht.
Welche Spiele habt ihr in der Pause gespielt?
Sohn: Fussball und Backflips auf der Wiese.
Wer kann denn Backflips?
Sohn: Nur ich. Die anderen haben zugeschaut.
Tochter: Wir haben geredet. Und eine Chili-Challenge gemacht.
Eine was?
Tochter: Eine Chili-Challenge. Wer am längsten eine Chili im Mund behält, hat gewonnen.
Und wer hat gewonnen?
Tochter: Damian und ich. Dafür muss Ivan, der die Chili mitgebracht hat, jetzt eine Kotzbohne essen.
Eine was?
Tochter: Eine Kotzbohne. Das ist eine Jellybean aus der Harry-Potter-Kollektion, die nach Kotze schmeckt.
Und das findet ihr lustig?
Tochter: Ja!
Was ist das Lustigste, das heute passiert ist?
Sohn: Ich bin beim Backflip voll auf die Fresse geflogen. Alle haben gelacht. Ich auch. Aber es ist auch etwas Schönes passiert: Ich bin in der Handarbeitsstunde mit meinem selbstgemachten Stofftierli fertig geworden. Ich habe einen Hasen gemacht.
Hat jemand etwas Nettes für euch getan?
Sohn: Marie hat mir ihren Spitzer ausgeleiht.
Tochter: Emily hat meinen verlorenen Gummi gefunden.
Sohn: Und ihn dir wiedergegeben?
Tochter: Ja.
Sohn: Weil wenn sie ihn behalten hätte, wärs nicht nett gewesen.
Was war das Netteste, was ihr für jemanden getan habt?
Sohn: Ich habe Oli geholfen, etwas zu suchen.
Tochter: Ich habe Anna dabei geholfen, ihre Präsentation zu üben.
Wer hat euch heute zum Lachen gebracht?
Tochter: Lina. Sie dachte, «immer» sei ein Adjektiv: immer, immerer, am immersten.
Sohn: Ellie hat einen Stuhl umgeschmissen.
Welcher eurer Lehrer würde eine Zombie-Apokalypse überleben?
Sohn: Frau Senn. Die würde sich mit ihren Stricknadeln wehren.
Welchen neuen Fakt habt ihr heute gelernt?
Tochter: Keinen.
Gar nicht?
Sohn: Doch, wie man ein Tierli aus Stoff macht.
Tochter: Und, dass das Gegenteil von bunt farblos ist.
Wer hat heute das beste Znüni dabei gehabt?
Tochter: Felicia. Ein Käse-Sandwich.
Aber du magst doch gar keinen Käse.
Tochter: Ah ja. Simon. Ein Linzertörtchen. Er hat immer das beste Znüni. Aber er pumpt mich trotzdem immer um meines an.
Was hat euch heute herausgefordert?
Tochter: Die Chili-Challenge.
Sohn: Das Stofftierli von innen nach aussen zu drehen.
Tochter: Und Schminken ohne Spiegel.
Du hast dich geschminkt?
Tochter: Ja, für Filmaufnahmen für ein Projekt. Und weil Lara so lange vor dem Spiegel stand, musste ich eben ohne Spiegel.
Wenn die Schule eine Chilbi-Bahn wäre, welche wäre sie?
Sohn: Eine geile. Die Schule ist cool.
Tochter: Eine mit Zahlen und mit Buchstaben. Und mit Musik.
Wie würdet ihr euren Tag auf einer Skala von 1 bis 10 bewerten?
Tochter: Acht. Ohne Zeichnen wärs eine glatte Zehn.
Warum denn das?
Tochter: Wir haben gar nicht gezeichnet im Zeichnen, wir mussten nur schreiben.
Welcher eurer Klassenkameraden könnte eines Tages Lehrer sein?
Tochter: Lina, Nina und Ali. Die sind voll schlau.
Sohn: Lena oder Jan. Die sind gescheit.
Muss man denn gescheit sein, um Lehrer zu werden?
Tochter: Ja. Und man muss gut mit Kindern umgehen können.
Wenn ihr die Chance hättet, morgen Lehrer zu sein, was würdet ihr eurer Klasse beibringen?
Sohn: Handball und Backflip.
Tochter: Tanzen, Singen und Fussball.
Hat euch heute jemand geärgert?
Sohn: Gregory.
Tochter: Der ist so ein Opfer, Alter! Fischgeburt!
Fischgeburt? Was ist eine Fischgeburt?
Tochter: Die Steigerung von Opfer.
Was hat er denn gemacht?
Sohn: Den Kleineren den Ball weggenommen und so.
Mit wem wärt ihr gern befreundet, seid es aber nicht?
Sohn: Neymar.
Tochter: Dagi Bee und Bibi.
Die Youtuberinnen?
Tochter: Ja. Und mit Riley aus der TV-Serie «The Next Step».
Was ist die wichtigste Regel eurer Lehrerinnen und Lehrer?
Sohn: Flüstern.
Tochter: Aufstrecken.
Was wird in den Pausen am Häufigsten gemacht?
Tochter: Reden und Fussball spielen. Und Huckepack-Wrestling.
Was?
Tochter: Mit jemandem auf dem Rücken gegeneinander kämpfen.
Erinnert euch eure Lehrerin an jemanden, den ihr kennt?
Sohn: Frau Zeindler sieht aus wie Stefanie Heinzmann.
Tochter: Und Frau Estermann wie Ellie Goulding.
Erzählt mir etwas, das ihr heute über eine Freundin oder einen Freund gelernt habt.
Tochter: Dass Lina glaubt, «immer» sei ein Adjektiv.
Wenn Aliens in die Schule kommen und drei Kinder mitnehmen würden, welche drei würdet ihr wählen?
Tochter: Philipp, Amir, …
Sohn: … und Gregory.
Tochter: Und Levin.
Warum?
Tochter: Die sind scheisse. Opfer. Fischgeburten.
Sohn: Und Sarah.
Warum Sarah?
Sohn: Die geht immer ohne Grund auf einen los, und dann gibts Streit.
Und du wirst bestraft?
Sohn: Ja, manchmal.
Wann habt ihr euch heute am Stolzesten gefühlt?
Tochter: Als meine Gesangslehrerin mich so gelobt hat. Sie sagte, ich sei sehr musikalisch und habe ein gutes Rhythmusgefühl.
Sohn: Als ich in der Hanzgi als Erster mit meinem Tierli fertig wurde.
Welche Regel war heute am Schwersten zu befolgen?
Sohn: Alle. Wie immer.
Tochter: Nicht mit meiner Banknachbarin zu schwatzen.
Auch wie immer.
Tochter: Ja.
Was wollt ihr lernen, bevor das Schuljahr vorbei ist?
Tochter: Wie man einen eigenen Song schreibt.
Sohn: Den gestandenen Backflip.
Welche Person in eurer Klasse ist das genaue Gegenteil von euch?
Tochter: Lina.
Deine beste Freundin?
Tochter: Ja. Das muss so sein, wir ziehen uns an. Ich mag Sport und Singen, sie nicht. Sie ist fleissig, ich nicht.
Wahre Worte… Welcher Ort in der Schule ist der beste?
Tochter: Die Turnhalle. Unser Klassenzimmer ist auch schön. Und das Lehrerzimmer. Da hab ich mal Ostereili geklaut.
Was hast du?
Tochter: Anna und ich mussten da was für Herrn Grieder holen, und da war diese Schale mit Zuckereili. Wir konnten nicht widerstehen.
Was wollt ihr dieses Jahr auf dem Pausenplatz lernen?
Sohn: Den gestandenen Backflip.
Tochter: Wie wir Frau Senn da hinkriegen, wenn die Zombies kommen.
Hat jemand in eurer Klasse Schwierigkeiten damit, die Regeln zu befolgen?
Tochter: Alle Buben!
Sohn: Marco.
Sonst noch jemand?
Sohn: Jaaaaaa….
Wer?
Sohn: Vielleicht ich?
Warum?
Sohn: Also, Marco, der schwatzt immer rein. Und ich auch. Manchmal. Also ziemlich viel. Aber ich kann schon fast den gestandenen Backflip. Willst du mal sehen?

Den Fragebogen gibts auf Familienleben.ch

Im Dossier: Alle Beiträge von Familienbloggerin Sandra C.