Der ganz normale wahnsinn

Der ganz normale Wahnsinn

Kids und Job unter einen Hut bringen? Easy! Oder doch nicht?

Zwei fast perfekte Babys

Seit gut zwei Wochen ist Sandra C. nun stolze Haustier-Besitzerin. Ihr erstes Fazit: Die Familienbloggerin könnte glücklicher nicht sein - denn sie hat wieder zwei Babys im Haus! Und erst noch solche, die sie nachts nicht aufwecken.
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© Getty Images

Hasen essen nicht alles - das hat Familienbloggerin Sandra C. inzwischen auch erkannt.

Ich schwöre euch, sie sind die süssesten Kaninchen der Welt! Mario ist schneeweiss und unglaublich neugierig, und Hermine, grau­weiss gefleckt mit niedlichen Schlappohren, ist noch etwas scheu, aber grausam verfressen. Mit Essen kann man sie eigentlich überallhin locken. Ich klinge wie ein frischgebackenes Mami? Kann schon sein, ­ schliesslich fühle ich mich auch ein bisschen so.

Seit wir die Häschen haben, kann ich wieder problemlos an jedem Kinderwagen vorbeigehen, ohne dieses «Ich will nochmal ein Baby»­Gefühl. Endlich kann ich wieder jemanden knuddeln, ohne als peinlich abgestempelt zu werden. Und die Ernährung ist fast so eine Wissenschaft wie bei «echten» Babys: Man muss sie langsam vom Trockenfutter an anderes gewöhnen, schauen, was sie mögen und vertragen. (Salat ist momentan ihr Favorit, Kohlräbli kam nicht so gut an.) So kommt es, dass ich regelmässig staunend vor den Nager­-Regalen der Tierhandlungen oder Grossverteiler stehe, und mich wundere, was es so alles gibt. (Gibt es tatsächlich Leute, die glauben, ihre Kaninchen müssen unbedingt bunte Gemüse­-Snacks in Teddybärform haben?) Und komme mir dabei vor wie vor einer gefühlten Ewigkeit, als ich vor den entsprechenden Babyartikel­-Regalen stand (Gibt es tatsächlich Leute, die glauben, ihre Babys müssen Zwieback in Teddybärform haben?) Dabei finde ich es fast ein bisschen schade, dass ich die Langohren nicht in herzige Strampler stecken oder ihnen Mützchen mit Hasenohren aufsetzen kann. (Ja, ich weiss, sie haben schon Hasenohren, aber nicht in Pink oder Blau!)

Das Allerschönste ist aber, dass die kleinen Nager all die «Nachteile» nicht haben, welche kleine Menschlein so mit sich bringen: Sie schreien nicht, sie wecken einen nachts nicht auf, man muss keine Windeln wechseln und man kann sie einfach zu Hause lassen, wenn man arbeiten geht. Ganz zu schweigen davon, dass ich sie weder austragen noch gebären musste. Gut, ich gebe zu, so ein, zwei Nachteile haben sie schon auch. Zum Beispiel haben meine Kinder nie so gehaart. Und sie haben auch nie so gegraben, dass Heu und Stroh aus ihrem Käfig spritzte (nein, ich habe meine Kinder nicht in Käfige gesteckt. Auch wenn ichs ab und zu in Erwägung gezogen habe...), und jeder, der in Socken in dessen Nähe kam, auf dem Zeug rumtrampelte und es schliesslich im ganzen Haus verteilte.

Die Kinder, ­ die ja immer noch glauben, es seien IHRE Hasen, ­ machen indes das Puff im Kinderzimmer noch grösser, indem sie regelmässig Parcours aufstellen und versuchen, die Kaninchen drüberzulocken. Bis jetzt klappts nicht wirklich. Vielleicht sollten sie die Transformer und die Lego-Hero-­Factory­-Figuren mal weglassen. Sieht so aus, als seien Supermario und Hermine nicht so scharf auf Actionfiguren. Fussbälle mögen sie hingegen ganz gern, und aus unerfindlichen Gründen hat es ihnen auch die Carrera-­Bahn angetan. Dass die Kinder beim Zimmeraufräumen nun regelmässig auch noch Heu und Stroh wegwischen müssen, nehmen sie erstaunlich gelassen. Auch das Füttern und (gemeinsame) Ausmisten funktioniert noch einwandfrei. Fragt sich nur, wie lange.

Nun ja, ich werds wohl auch gelassen nehmen, wenn ihr Interesse irgendwann nachlässt. Schliesslich sind es MEINE Hasen.

PS.: Keine Angst, ich schreibe jetzt nicht alle zwei Wochen über unsere Vierbeiner. Zumindest hab ichs nicht vor...

Im Dossier: Alle Beiträge von Familienbloggern Sandra C.