Der ganz normale wahnsinn

Der ganz normale Wahnsinn

Kids und Job unter einen Hut bringen? Easy! Oder doch nicht?

Kurzes Kaninchen-Update

Etwa zehn Monate ist es her, seit im Hause von Familienbloggerin Sandra C. grosse Aufregung herrschte, als zwei tierische Mitbewohner einzogen. Zeit für eine Zwischenbilanz.
Blog Der ganz normale Wahnsinn Kaninchen
© iStockphoto

Familienbloggerin Sandra C. ist seit zehn Monate auch noch Kaninchen-Mama.

Es ist so, wie ich es mir erträumt habe. Hermine und Supermario machen mir überhaupt keine Arbeit. Die Kinder misten ihren Käfig aus, füttern die beiden, hegen und pflegen sie - gerade so, wie sie hoch und heilig geschworen haben, als sie sich die beiden Kaninchen wünschten.

Not! Wenn ich Glück habe, bringen sie ihren Haustieren das von mir bereitgestellte Futter. Wenn ich von ihnen verlange, im Garten Gras und Löwenzahn für die Tierchen zu sammeln, haben sie immer gerade etwas sehr Dringendes zu tun. Und wenns ums Ausmisten geht, sowieso. Da haben wir aber mittlerweile eine für alle akzeptable Lösung gefunden: Seit die Karnickel uns nämlich als zu ihrer Herde gehörend akzeptiert haben, verstecken sie sich nicht mehr, wenn ihr Käfig gereinigt wird, und stehen dauernd im Weg rum. Und da die Kinder das gleiche tun würden, wenn sie helfen sollten, habe ich Kids und Kaninchen befohlen, einander zu beschäftigen, während ich die Knochenarbeit übernehme.

Was ich bei anderen Familien hingegen schon beobachtet habe - nämlich dass die Haustiere nach einer gewissen Zeit nicht mehr so interessant sind wie das Handy oder der TV-Bildschirm und mehr oder weniger links liegen gelassen werden - ist bei uns zum Glück nicht eingetroffen. Die beiden lieben ihre Häschen heiss und innig, und wenn jeweils morgens zuckersüsses Gesäusel aus dem Kinderzimmer erklingt, erklärt mein Sohn seinem Supermario die Welt.

Lustig ist, dass das, was man über Hunde sagt, nämlich dass sie ihren Herrchen gleichen, offenbar auch für Hasen gilt. Natürlich nicht, was das Aussehen betrifft. Obwohl, wenn ichs mir recht überlege, sind sich mein Sohn und sein Kaninchen (das der Rasse der Löwenköpfchen angehört) rein frisurentechnisch gar nicht so unähnlich. Jedenfalls ist Mario sicherlich nicht das mutigste Kaninchen auf Erden und überlässt das Erkunden von Neuem erstmal der viel neugierigeren Hermine. Genau wie mein Sohn sich gern an seine Schwester hält, wenn sich etwas nicht im gewohnten Rahmen bewegt. Mario wirkt öfter etwas orientierungslos und würde in freier Wildbahn wohl keine halbe Stunde überleben. Wenn er aber in seiner gewohnten Umgebung ist, ist er oft erstaunlich cool, während Hermine die totale Panikattacke kriegt, wenn die Nachbarskatze an ihrem Aussengehege vorbeigeht. (Zu vergleichen mit denen meiner Tochter, wenn sie eine halbe Stunde vor Schulanfang merkt, dass sie die Hausaufgaben vergessen hat.) Hermine ist das wohl verfressenste Kaninchen Europas, aber selbstverständlich würde ich es niemals wagen, hier Parallelen zu meiner Tochter zu ziehen. Zumal sich ihr grosser Appetit auf kleine Belohnungshäppchen beschränkt, während sie Gemüse gern mal links liegen lässt.

Ihr seht, die Häschen haben in den letzten zehn Monaten tatsächlich ihre eigene Persönlichkeit entwickelt. Und das Schönste ist: Sie werden sich niemals mehr für ihre Handys interessieren als für mich, und ich werde ihnen niemals peinlich sein. Und solange ich sie hege, pflege und vor allem füttere, werden sie mich immer begeistert empfangen, wenn ich in ihre Nähe komme. Und dafür übernehme ich auch gern die Drecksarbeit.

Im Dossier: Mehr Blogs von Sandra C.