Der ganz normale wahnsinn

Der ganz normale Wahnsinn

Kids und Job unter einen Hut bringen? Easy! Oder doch nicht?

10 Dinge, die mein Leben erleichtern

Sandra C. tanzt auf ziemlich vielen Hochzeiten. Ihr Alltag besteht aus Familie, Haushalt und diversen Jobs. Sie wird immer wieder um Tipps gefragt, wie das alles zu machen sei. Obwohl sich die Familienbloggerin nicht wirklich als Vorbild sieht, kanns ja nicht schaden, das eine oder andere zu verraten, das ihr hilft, alles einigermassen auf die Reihe zu kriegen. 
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© Getty Images

Online-Shopping macht das Leben einfacher, findet die Familienbloggerin. (Symbolbild)

1. Wochenplan

Den Hausaufgaben-Wochenplan meiner Kinder habe ich zwar überhaupt nicht im Griff, mein eigener aber hilft mir, essenstechnisch halbwegs organisiert durch die Woche zu kommen. Jeweils am Wochenende stelle ich die Mahlzeiten für die kommende Woche zusammen. Ich koche fast täglich, an Homeoffice-Tagen, wenn die Kinder zum Mittagessen nach Hause kommen, sogar zweimal. Ohne Plan würde ich da den ganzen Tag Kochbücher wälzen, irgendwelchen Zutaten nachjagen und am Herd stehen. Auf dem Plan stehen nur Mahlzeiten, die sich innerhalb nützlicher Frist zubereiten lassen (abends 60 Minuten, mittags 30 Minuten) und einigermassen ausgewogen sind. Meine Inspirationsquellen: Ein paar Kochbücher und einige Koch-Apps. Meine liebste: EatSmarter. Einfach Kriterien eingeben - zum Beispiel Zutaten ein- oder ausschliessen, maximale Zubereitungszeit, maximale Kalorien... - und schon spuckts Rezepte.

2. Tagesplan

Die stressigste Zeit ist jeweils frühmorgens. Kinder aus dem Bett kriegen, schauen, dass sie alles dabei haben, wenn sie in die Schule gehen, mich selbst fertigmachen. Deshalb gehe ich jeweils am Vorabend durch, wer wann wo sein muss und wer wann was dabeihaben muss, lege das entsprechende Material für den nächsten Tag bereit. Auch die Kinder werden freundlich angehalten, ihre Kleider für den nächsten Tag bereitzulegen. Sonst ziehen sie das an, was ich ihnen hinlege. Und ich garantiere für nichts.

3. Coop @ home und Co.

Gleichzeitig mit dem Wochenplan entsteht die Einkaufsliste. Und eingekauft wird online, bei Coop oder Migros. Am Montag direkt vor die Haustür geliefert. Spart viel Zeit und Nerven und das Schleppen von schweren Gegenständen (sehr praktisch, wenn man Haustiere hat, die tonnenweise Heu verschlingen, und Kinder, die literweise Milch trinken).

4. Zalando und Co.

Ich liebe Shoppen! Aber das lustlose Kind durch zig Läden ziehen, weil man eine Winterjacke, zwei Paar Jeans und Unterwäsche für den Nachwuchs braucht, ist nur nervig. Und versucht mal, im Juli eine Regenjacke und Gummistiefel zu finden, oder im Dezember eine Badehose für den Schwimmunterricht! Ich oute mich also als Zalando-Fan: Die Suche nach Preis eingrenzen (ich zahle keine 100 Franken für eine Kinderjeans!), die Sachen zu Hause anprobieren und wenn sie nicht passen kostenlos zurückschicken. Und hin und wieder ein Paar Schuhe für mich mitbestellen. Weil sie mir von Zalando, das mich in der Zwischenzeit offenbar richtig gut kennt, empfohlen wurden. Big Brother is watching me...

5. Handy, iPad, TV und Co.

Da bin ich ein bisschen gespalten. Dass das Handy meiner Tochter seit Tagen kaputt ist, ist nämlich gar nicht mal so unangenehm. Es erspart uns sehr viele Diskussionen darüber, wie lange sie auf dem Ding rumtöggelet. Sie hat einfach keins. Andererseits ists eben schon recht praktisch, wenn man einfach kurz mal anrufen kann, wenn man im Stau steht, um der Zwölfjährigen zu sagen, sie soll schon mal das Pastawasser aufsetzen. Wenn man kurz in Ruhe etwas fertigmachen muss, ist das Parkieren der Kinder vor dem Bildschirm einfach unschlagbar. Und wenn man mit Freunden im Restaurant ist, kommt nichts an iPad und Co. zur Beschäftigung der lieben Kleinen heran (was nicht gilt, wenn wir nur als Familie unterwegs sind!).

6. Fast Food

Ich hasse Fast Food. Ich finde es grusig und meist ist mir danach schlecht. Und ich sehe grundsätzlich auch keinen Grund dafür, dass meine Kinder dieses Zeug in sich reinstopfen sollten. Aber manchmal ist es eben schon praktisch. Zum Beispiel am Montagmittag, wenn meine Tochter Religionsunterricht hat, und mein Sohn und ich allein sind. Dann gibts Findus-Plätzli oder Tiefkühlpizza oder ich schleppe den Junior ins Migros-Restaurant oder auch mal zu Subway.

7. Nichts Süsses im Haus haben

Erspart sehr viele Diskussionen: Es hat einfach nichts! (Offizielle Version. Inoffizell hats ein Pack mit Mini-Kägifrets, die gehören mir. Und meine lieben, lieben Kinder, falls ihr das jetzt lest: Ich sehe, dass ihr langsam clever werdet, und die Papierchen von den Kägifrets, dir ihr geklaut habt, nicht mehr im Abfalleimer in der Küche entsorgt. Ich habs trotzdem gemerkt, und das Pack anderswo versteckt. Ihr müsst gar nicht suchen, ihr findets nicht!)

8. Scheissegal, wie ich aussehe (oder rieche...)

Als ich noch keine Kinder hatte, waren mir die Mütter, die im Trainer durch die Migros schlurften, immer ein bisschen suspekt, und als ich schwanger war, schwor ich mir, mich nie so gehen zu lassen. Das habe ich auch durchgezogen, als meine Kinder noch kleiner waren - auch wenn der Wocheneinkauf (den ich damals gern noch ausser Haus tätigte, einfach, damit ich mal rauskomme) damit zum Tagesprojekt wurde - schliesslich traute ich mich kaum unter die Dusche, solange meine lieben Kleinen wach waren. (Und kaum hatte ich mich halbwegs angezogen, wurde ich vollgekotzt.) Mittlerweile sehe ich das nicht mehr ganz so streng. An meinen Homeoffice-Tagen gehe ich morgens joggen, und wenn ich dann keinen Termin habe, gibt es keinen Grund, mich umzuziehen. Ich verbringe den Tag also öfter mal in Sportklamotten, auch wenn ich noch kurz ein paar Besorgungen erledigen muss. Das spart zu Hause viel Zeit, und den Leuten kann ja egal sein, wie ich rumlaufe, genauso wie es mir egal ist, was sie von meiner Aufmachung halten.

9. Mich einfach nicht aufregen

«Was ist das?», fragte mein Sohn kürzlich, als er einen Plastiksack in seiner Schultasche entdeckte. «Da ist dein Znüni drin.» - «Warum?» - «Weil all deine Znüniboxen irgendwo in der Schule rumliegen, weil du sie nie nach Hause bringst.» Es gab Zeiten, da hätte ich mich unsäglich darüber aufgeregt, hätte den Sohnemann in die Schule geschleppt und ihn all diese Boxen zusammensuchen lassen. Heutzutage gehe ich jeweils am Besuchsmorgen oder am Tag vor den Ferien einmal durch alle Fundgruben und sammle Jacken, Shirts, Socken und Znüniboxen ein. Bis dahin gibts den Znüni halt im Plastiksack. (Ich hab mir auch schon überlegt, ihm die alte «Hello Kitty»-Box seiner Schwester mitzugeben, aber so grausam bin ich dann doch nicht.)

10. Nein sagen!

Meine Tochter hat so eine Art, die Dinge selbstverständlich erscheinen zu lassen: «Gell Mami, du holst mich dann von der Klavierstunde ab und bringst mich zu Anna. Und ich ruf dich dann an, wenn du uns abholen und zum Eisfeld fahren kannst.» Die Antwort lautet: Nein! «Was? Warum nicht?» Weil ich nicht der örtliche Taxidienst bin. Und weil ich keine Lust habe. Dasselbe gilt für die Anfrage von Kuchen-Spenden fürs Schulfest-Buffett oder für Jobs, für die ich weder Zeit noch Nerven habe: Ich darf Nein sagen, und zwar ohne seitenlange Begründung. Oder, wie meine Kinder sagen würden: «Eifach wel, Digga!»

Im Dossier: Alle «Der ganz normale Wahnsinn»-Beiträge von Sandra C.