Der ganz normale wahnsinn

Der ganz normale Wahnsinn

Kids und Job unter einen Hut bringen? Easy! Oder doch nicht?

Unterwegs mit Teenie

Kürzlich unternahm Sandra C. mit ihrer Ältesten einen Mutter-Tochter-Trip. Drei Tage lang machten sie und ihre Teenie-Tochter Wien unsicher. Hier die fünf wichtigsten Tipps der Familienbloggerin, damit ein Trip mit Teenie wenigstens halbwegs entspannt abläuft.
© ZVG (Manfred Horvath)

In Wien lassen sich Kultur und Spass gut kombinieren.

1. Auch wenn sie jetzt Handy und Lipgloss im Gepäck hat (oder im Fall meiner Tochter Handy und doppelt so grosses Beauty-Case wie meins) statt Pyjama und Teddybär: Sie ist immer noch ein Kind. Und das kann nicht ohne Pause acht Stunden lang durch eine Stadt rennen. Deshalb ist ein möglichst zentral gelegenenes Hotel etwas vom Wichtigsten. Einigermassen gemütlich, sodass man zwischendurch mal ein Stündchen Pause einlegen kann.

2. Das Programm sollte ein Kompromiss sein. Mit einer Tour durch sämtliche Museen der Stadt macht man keinen Teenager glücklich. Aber drei Tage Prater müssen auch nicht unbedingt sein. Unser Wien-Programm: Schloss Schönbrunn (Tipp: das Kindermuseum ist auch für Teens noch wirklich cool) inklusive Park und Tiergarten, Stephansdom, Stadtbummel mit etwas Shopping, Donauturm, Prater inklusive Riesenrad und Madame Tussauds. Die Hofreitschule und das Klimt-Museum stehen für nächstes Mal auf dem Programm. Auf jeden Fall hat das für uns beide recht gut funktioniert.

3. Das mit dem Kompromiss gilt auch fürs Essen. Nach dem vierten Wiener Schnitzel stierte ich einen Teller Pasta beim Italiener durch. Sie bekam dafür ihren Besuch im «Roller Coaster Restaurant», wo das Essen per Mini-Achterbahn an den Tisch flitzt. Durchaus witzig für einen Abend, auch wenn der Burger eine Viertelstunde nach den Pommes kommt und das Glacé schon halb geschmolzen am Tisch landet. Aber Töchterchen fands grossartig.

4. Die Zeit nutzen. Sie ist drei Tage mit mir allein - sie hat keine andere Wahl, als sich ab und zu mit mir zu unterhalten. Ich hab selten so viel darüber erfahren, was meine Tochter bewegt, wie in diesen drei Tagen. Und ich kenn jetzt all den Gossip aus ihrer Klasse.

5. Das Allerwichtigste: Nicht zu viel erwarten. Teenie bleibt Teenie. Das heisst, dass ich mich auch bei Wiener Melange und Sachertorte im Kaffeehaus einer riesigen Handyhülle im Einhorn-Design gegenüber finde statt dem Gesicht der Tochter. Dass sie das Hotel lieber per Facetime mit ihren Freundinnen zusammen erkundet statt mit mir. Dass sie eine Riesenflunsch zieht und demonstrativ schlecht gelaunt hinter mir her trottet, obwohl ich ihr gerade einen Städtetrip spendiert habe, weil ich ihr besagte Einhorn-Handyhülle nicht kaufen wollte (jaja, ich weiss, Konsequenz und so. Aber das Ding macht sogar so Einhorn-Geräusche, echt cool…) Dass sie sich bei Madame Tussauds in sieben diversen Posen mit allen Wachs-Promis ablichten lässt, aber sich weigert, mich mit Justin Bieber zu fotografieren, weil sie mich echt peinlich findet. Und dass ihre Gehörgänge anders funktionieren als die von Erwachsenen, und sie, wenn man sagt: «Pack bitte deinen Koffer, in einer halben Stunde müssen wir auschecken» so etwas versteht wie: «Leg dich doch nochmals ins Bett und schau ein bisschen SpongeBob Schwammkopf.» Das hat aber auch sein Gutes: Man muss sich nach dem Heimkommen nicht wieder umgewöhnen.

Im Dossier: Alle Familienblogs von Sandra C.