Der ganz normale wahnsinn

Der ganz normale Wahnsinn

Kids und Job unter einen Hut bringen? Easy! Oder doch nicht?

Fragen über Fragen

Wer Kinder hat, wird täglich mit unzähligen Fragen von ihnen konfrontiert. Manchmal sind diese relativ einfach zu beantworten, viel öfter ist es eher schwierig, eine gute Antwort zu finden. Manchmal gibt es nur eine einzige Antwort, manchmal keine. Und manche Fragen beantworten sich die Kinder selbst. Familienbloggerin Sandra C. hat die Fragen ihrer lieben Kleinen in sechs Kategorien eingeteilt.
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Warum? Weshalb? Wofür? Familienbloggerin Sandra C. wird tagtäglich mit Fragen ihrer Kids bestürmt.

Kategorie 1: Die Jeden-Tag-Fragen
Das sind die Fragen, die meine Kinder in der einen oder anderen Form mehr oder weniger täglich stellen: Wohin gehen wir? Was machen wir? Wo sind wir? Wann gehen wir? Wie lange dauert es noch? Die letzten beiden wiederholen sie jeweils so alle vier bis sieben Minuten. Wobei mein Sohn noch eine Spezialform pflegt, über die ich immer wieder erstaunt den Kopf schüttle. Er: «Wohin gehen wir?» Ich: «Pizza essen.» Er: «Wann gehen wir?» Ich: «In einer halben Stunde.» Dann er, alle vier bis sieben Minuten: «Wann gehen wir?» Ich, alle vier bis sieben Minuten: «In vier bis sieben Minuten weniger als letztes Mal, als du gefragt hast.» Dann, nach einer halben Stunde, ich: «Komm, wir gehen.» Und er: «Wohin?»

Kategorie 2: Die Alltags-Fragen
Das sind die Fragen, die alle Eltern kennen - warum ist Wasser nass, der Himmel blau und so weiter. Von diesen Fragen gibt es drei Formen: Diejenigen, die man mehr oder weniger leicht beantworten kann, wenn man denn damals in der Schule ein kleines bisschen aufgepasst hat: Woher kommt der Regen? Welche Sprache spricht man in Brasilien? Wer hat den Eiffelturm gebaut? Dann gibts diejenigen, bei denen man auf Hilfe von Google, Wikipedia und Co. angewiesen ist: Wie entstehen Schnee-Kristalle? Warum kann ein Flugzeug fliegen? Wie alt ist die Erde? Und dann gibts da noch die peinlichen Alltags-Fragen. Die zeichnen sich nicht primär dadurch aus, dass die Frage an sich peinlich wäre, sondern dadurch, dass sie zum unpassendsten Zeitpunkt am unpassendsten Ort gestellt wird. Zum Beispiel wenn das Töchterlein jetzt sofort wissen muss, wofür man die Tampon-Packung braucht, die auf dem Band an der Migros-Kasse liegt, und sowohl die Kassiererin als auch der alte Mann in der Schlange vor uns und die noch ältere Dame hinter uns so tun, als würden sie meine Erklärungsversuche nicht hören.

Kategorie 3: Die schlicht unbeantwortbaren Fragen
Warum regnet es schon wieder, warum ist der Samichlaus mit dem Taxi gekommen und warum, gopfnochmal, schmecken Zucchetti nicht wie Schokolade?

Kategorie 4: Die witzigen Fragen
Was war die Kartoffel auf meinem Teller eigentlich mal für ein Tier? War ich als Baby ein Bub oder ein Mädchen? Und hast du den Papi schon gekannt, als ich auf die Welt kam?

Kategorie 5: Die Darum!-Fragen
Das sind die Fragen, auf die die beste Antwort ein schlichtes, einfaches, klares «Darum!» ist. Oder, wenn sie es tatsächlich noch ausführlicher haben müssen: «Weil ich deine Mutter bin und als solche zu bestimmen habe.» Warum muss ich schon ins Bett? Warum muss ich jetzt die Hausaufgaben machen? Warum darf ich nicht bei Larissa übernachten? Warum darf ich nicht fernsehen? Darum! Weil gewisse Dinge einfach sind, wie sie sind, und ich mit meinen Kindern nicht darüber diskutiere.

Kategorie 6: Die existenziellen Fragen
Das sind die Fragen, die ich, wenn ich ehrlich bin, mit «Ich weiss es nicht» beantworten muss. Oder dann mit «Ich glaube, dass… aber andere glauben, dass es anders ist.» Woher kommen wir? Wohin gehen wir? Wofür sind wir auf der Welt? Meine Kinder haben sich diese Fragen selbst beantwortet: Wir kommen vom Himmel und gehen wieder dorthin zurück. Im Himmel warten ihr Grossvater und ihre Urgrossmutter, man geht ins Bett, wann man will, und es gibt keine Hausaufgaben - und auch keine Zucchetti, nur ganz viel Schokolade. «Und wofür sind wir auf der Welt?» Diesmal stelle ich die Frage. «Also warum du hier bist, weiss ich nicht», sagt mein Sohn. «Aber ich, ich bin hier um Lego zu bauen!»

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