Der ganz normale wahnsinn

Der ganz normale Wahnsinn

Kids und Job unter einen Hut bringen? Easy! Oder doch nicht?

Von wegen «Stille Nacht»!

In der friedlichen Weihnachtszeit gibts öfter Reibereien als sonst. Das ist auch bei Sandra C. nicht anders. Im Haus der Familienbloggerin gibt es während der Winterferien jeweils drei Hauptstreitpunkte.
Familienbloggerin Sandra C. über Weihnachten mit Familie und Streit
© iStock

«O du fröhliche»? So harmonisch gehts an Heiligabend bei Bloggerin Sandra C. wohl nicht zu und her.

1. STREITPUNKT: DAS ESSEN
Mir ist bewusst, dass Schoggi während der Weihnachtszeit quasi zu den Grundnahrungsmitteln gehört. Zudem habe ich selbst meinen Kindern - um mich einzuschmeicheln - je so einen Kinderschokolade-Adventskalender geschenkt, sodass sie seit vier Wochen jeden Morgen zum Frühstück Überraschungseier und Schokoriegel verspeisen. Da muss ich mich eigentlich nicht wundern, dass es ihr Tagesziel zu sein scheint, ihren Zuckerspiegel im Blut den gesamten Dezember über konstant zu halten. Trotzdem führt ihr Konsum von Süssem jeweils zu Riesenknatsch. Die fressen mir nämlich immer meine Weihnachtsdekoration weg. Die hübsch verpackten Schöggeli in den schönen Schalen und die bunten Zuckerstangen befinden sich zur Zierde auf unserem Esstisch. Und nicht, um von zwei eh schon überzuckerten kleinen Menschen verschlungen zu werden, die dann bis um Mitternacht brauchen, um wieder auf ein einigermassen erträgliches Level an Benehmen und Lautstärke zu kommen. Ja klar könnte ich das Zeug verstecken - aber ist das der Zweck von Weihnachtsdekoration? Ebenfalls zu Krach führen die diversen Raclettes, die es während dieser Zeit bei uns gibt. Wenn wir Gäste haben, ist das einfach, schnell, jeder mag es und niemand muss stundenlang in der Küche stehen. Das sehen meine Kinder ganz und gar nicht so. Obwohl ich mir jede erdenkliche Mühe gebe, es ihnen recht zu machen: Meine Tochter mag keinen Käse, also wird alles, was sie gern haben, auf den Tischgrill geschmissen. Meist essen sie je drei Würstchen und fragen, ob sie fernsehen dürfen bis zum Dessert. Je nach Blutzuckerspiegel wird meine Ansage, erstens gebiete es der Anstand, dass sie etwas länger als sieben Minuten mit unseren Gästen am Tisch sitzen, und zweitens glaube ich nicht, dass sie noch Dessert mögen, wenn ihr Magen jetzt schon voll sei, zu erbostem Wutgeheul oder durchdringenden Killer-Blicken.

2. STREITPUNKT: IPAD & CO.
Während meine Kids während der Schulzeit ihre Freizeit mit ihren Freunden auf dem nahen Eisfeld oder draussen beim Skaten oder Fussballspielen verbringen, mutieren sie in den Winterferien zu richtigen Faultieren. Ohne die Aussicht, auf ihre Freunde zu treffen, sind sie kaum aus dem Bett zu bewegen, und verbringen am liebsten den ganzen Tag im Pyjama. Ihre besten Freunde während dieser Tage: iPad, Nintendo, iPod. Wann immer ich versuche, sie dazu zu bewegen, das Haus zu verlassen, höre ich Sachen wie: «Geht gerade nicht, ich muss noch mein Dorf bei ‹Clash of Clans› fertig bauen!» (Übrigens: Wer von euch beiden hat mein iTunes-Konto gehackt und Goldmünzen für 5 Franken runtergeladen???? Einfach damit ihrs wisst: Ich habe das Passwort geändert und euch je 2.50 von eurem Sackgeld abgezogen!) Richtig sauer macht mich, dass ich ihnen vor den Ferien noch Schlittschuhe gekauft habe, weil ich fand, das rechnet sich mehr, als jedes Mal Miete zu zahlen. Kaum haben sie die, ist ihr Interesse am Eislaufen verflogen. Zum Glück verbringen wir einen Grossteil der Ferien in den Bergen, wo jeden Tag Skifahren und Snowboarden Familiengesetz sind. Diskussionslos. Da haben sie sich ihre Spielstunde am Abend dann auch verdient.

3. STREITPUNKT: DAS TV-PROGRAMM
Kinder sind Gewohnheitstiere. Und sie können ja nicht ahnen, dass ich mich den ganzen Nachmittag darauf gefreut habe, mit ihnen zusammen «Arthur Weihnachtsmann» zu schauen. Weihnachtsfilme gehören für mich einfach zum Programm. (Allen voran «Drei Nüsse für Aschenbrödel» - wobei ich verstehen kann, dass mein Sohn da nicht ganz so scharf drauf ist). Sie finden die meisten öde. Und warum sie zugunsten eines «langweiligen Jingle-Bells-Dings-Films» (O-Ton meiner Tochter) für einmal auf die «Teenage Mutant Ninja Turtles» (ja, die sind tatsächlich gerade wieder sehr in) oder «iCarly» verzichten sollen, sehen sie überhaupt nicht ein. Wenn wir zu gar keinem Kompromiss kommen, gibts nur eines: Fernseher aus, Weihnachtsmusik rein. «It's a Hard Candy Christmas» - sobald ich mein Duett mit Dolly Parton begonnen habe, dröhnen die White Stripes aus dem Kinderzimmer. Oh du Fröhliche!

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