Der ganz normale wahnsinn

Der ganz normale Wahnsinn

Kids und Job unter einen Hut bringen? Easy! Oder doch nicht?

Zehn Situationen, in denen ich mich echt alt fühle!

Sandra C. hat die 40 hinter sich. Und die Kinder der Familienbloggerin – und nicht nur die! – lassen kaum eine Gelegenheit aus, ihr mitzuteilen, dass ihre Mutter in ihren Augen mittlerweile ein biblisches Alter erreicht hat.
Symbolbild Generation Alte Mutter Tochter
© Flickr: Sascha Kohlmann

1. Ich am Steuer, auf dem Rücksitz zwei Teeniegirls. Im Autoradio läuft Shakira. Teenie1: «He chasch nöd dä Sender wächsle? Das ist nur so für alte Leute.» Teenie2: «He voll nöd, das isch Shakira!» Teenie 1: «He weisch wie alt die isch? Vierzgi! Vier-Zgi!!!!!» Teenie2: «Voll? Die sieht echt nicht so alt aus!»

2. Ich war shoppen und präsentiere stolz meine neuen Sneakers. Beide Kids unisono und völlig geschockt: «Nein, Mami, für die bist du viel zu alt!»

3. Die Sneakers sind das Einzige, was ich dieses Jahr für mich gekauft habe – dabei war ich früher die Shopping-Queen schlechthin. Heute ertrage ich Kleiderläden nur noch in geringen Dosen, weil ich ständig ultimativst gelangweilt bei Tally Weijil oder New Yorker rumstehe, während sich meine Tochter durch gefühlte 47 Shirts probiert, von denen sie dann drei will, sich aber nur eins leisten kann und im Laden unter Tränen vor aller Augen so lange bettelt, bis ich die anderen zwei zahle.

4. Meine Arbeitskollegin, Mitte 20, sagt zu mir: «Weisst du, warum man dich für jünger hält? Weil du dich nicht so anziehst wie über 40.» (Ääääh – wie zieht man sich denn da an? Kniestrümpfe, Strickjacke und Häkelhaube auf dem Kopf?)

5. IRGENDJEMAND sagt zu mir: «Was, du bist 41? So alt siehst du aber nicht aus.» (Danke, ich weiss, das ist als Kompliment gemeint, ändert aber nichts an der Tatsache, dass ich so alt bin und dass du das offensichtlich für uralt hältst.)

6. Als ich mich beim Schulfest umblicke, sehe ich extrem viele Eltern, die extrem viel jünger sind als ich. Irgendwie war das letztes Jahr noch nicht so...

7. Ich bin am Sonntagmorgen in einem Anfall von seniler Bettflucht um 7.30 Uhr aufgestanden, eine Stunde durch den Wald gerannt und warte dann sehnsüchtig darauf, dass zu Hause irgendjemand aufsteht. (Das war doch erst gestern, dass ich am Sonntagmorgen um 7.30 Uhr ins Bett ging.....)

8. Ich habe mir Snapchat aufs Handy geladen, um meine Kinder zu kontrollieren – und muss mir erst von ihnen erklären lassen, wie das überhaupt funktioniert.

9. Mein Sohn fragt beim gemeinsamen Treppensteigen fürsorglich: «Geht’s, Mami?»

10. Ich warte nach einem Girlgroup-Konzert vor der Halle auf meine Tochter, schaue mich unter den anderen wartenden Eltern um und denke: «Scheisse – ich bin die!»

Und eine Situation, in der ich mehr Kind bin als mein Nachwuchs:

Nachdem ich beim Warten vor der Umkleidekabine gefühlte Stunden diesen aufblasbaren Flamingo angeschaut habe, kauf ich ihn. Und ich weigere mich, ihn mit an den See zu nehmen, weil ich nicht will, dass die Teenies ihn kaputtmachen. Der gehört nämlich mir. Und nur mir. Im Fall.

Im Dossier: Alle Blogs von Sandra C.