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Der ganz normale Wahnsinn

Wie bringt Sandra C. Kids und Job unter einen Hut? Easy! Oder doch nicht?

Ade du schöne Ferienzeit!

Für viele Eltern ist der erste Schultag nach den Sommerferien ein Freudentag – endlich sind die Kinder wieder versorgt. Für Sandra C. aber geht mit den Sommerferien eine entspannte Zeit zu Ende, in der die Familienbloggerin nicht ständig für drei denken musste.

Fünf Wochen Sommerferien. Auch wenn ich arbeiten muss, bedeutet das für mich: Keine stressigen Morgen mit Kinder rumscheuchen, Frühstück machen, Znüniboxen packen. Nur meine eigenen Termine im Kopf haben – keine Elternabende, keine Fussballspiele am Wochenende, keine Theatervorführungen. Kein Kinderfahrdienst zu Theaterproben oder Fussballtrainings. Nicht ständig für zwei andere mitdenken.

Papierberge sortieren

So sass ich in der letzten Ferienwoche da und sortierte den riesigen Papierberg, der vor und während der Ferien ins Haus geflattert kam: Stundenpläne, Informationsschreiben von Schulen, Hobbys, Hort und Kirche, Anmeldungsformulare für Freifächer und Religionsunterricht, Einladungen zu Geburtstagspartys, und so weiter. Parallel scannte ich meinen Mailaccount, in dem alles, was in den Ferien von Schule, Vereinen und so weiter kam, irgendwo bis anhin ignoriert «herumflog».

Ich bastelte zwei Stundenpläne inklusive Hobbys zusammen und legte eine Pendenzenliste an: Termin beim Schularzt und beim Schulzahnarzt, neue Pässe bestellen, neue Hallenschuhe besorgen.

Hallo Alltagsstress

Und dann gings los. Der erste Morgen war einigermassen erträglich – dank späterem Schulanfang und der Aussicht, die Freunde wieder zu sehen. Der zweite war bereits wieder wie gewohnt: «Aufwachen! Aufstehen und anziehen bitte. Es ist noch kühl, wird aber warm. Ja, kurze Hosen sind okay, nimm ein Jäckli mit. Das ist in der Wäsche. Nein, du kannst es nicht aus der Wäsche holen, es steht vor Dreck, so kannst du nicht in die Schule. Nimm ein anderes. Natürlich hast du ein anderes.

Scheisse, warum schaffen wirs nie rechtzeitig aus dem Haus am Morgen!?

Was soll das heissen, du trägst jetzt kein Rot mehr? Dann zieh halt einen Pulli drüber. Doch, das geht! Wir haben noch zwanzig Minuten. Nein, ich streich dir jetzt kein Brot mehr, du wolltest ein Joghurt, das ist schon auf, jetzt iss es bitte. Ja super, ich sagte essen, nicht die Hälfte aufs Shirt schmieren. Zieh ein anderes an.

Hast du deine Sportsachen gepackt? Doch, du hast Sport. Ja, in den ersten beiden Stunden. Ja, du kannst auch direkt die Sportsachen anziehen, aber mach bitte vorwärts. Noch zehn Minuten. Steh jetzt auf, trink deine Ovi und zieh dich an. Wenn du in zehn Minuten nicht parat bist, gehen wir ohne dich.

Kann jemand bitte noch die Kaninchen füttern? Hallo? Du brauchst keine halbe Tonne Make-up im Gesicht für die Schule! Noch fünf Minuten. Scheisse, warum schaffen wirs nie rechtzeitig aus dem Haus am Morgen!? Hast du die Kaninchen gefüttert? Dann mach ichs halt.

Zieht eure Schuhe an. Die sind da, wo du sie hingeschmissen hast. Los, wir gehen. Hast du deine Sporttasche? Super – geh sie bitte holen. Ist sie das? Hast du da alles drin? Inklusive Schuhe, Duschzeug und Handtuch? Ja nu, ich muss nicht barfuss turnen...»

Und all das, während ich halbwegs versuchte, mich selbst fertig zu machen.

Am zweiten Schultag schon was vergessen

Gut, wenigstens war ich ansonsten einigermassen organisiert, hatte alle Geburtstagspartys, Elternabende und aussergewöhnlichen Termine eingetragen und meine Jobs drumrum organisiert. Dachte ich. Am Nachmittag rief die Lehrerin meines Sohnes an, um zu sagen, dass früher Schulschluss war – und meinte dann: «Dann sehen wir uns nächste Woche am Elternabend.» Panik! Shit!

Der zweite Tag und ich hab schon was vergessen. Mails und Papierberg nochmals durchforsten – nix. Homepage der Schule checken. Mittwochabend. Kacke, dann kann ich nicht. Den Job kann ich nicht verschieben. Ja nu, muss halt der Papa ran. Das kann ja heiter werden.

Zweiter Schultag und ich bin schon völlig fertig. Wie lange noch bis zu den Herbstferien?