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Der ganz normale Wahnsinn

Wie bringt Sandra C. Kids und Job unter einen Hut? Easy! Oder doch nicht?

Tickets für die Ewigkeit

Als sie noch keine Kinder hatte, war Sandra C. eine derjenigen, die stets den Kopf schüttelte über Eltern, die einen riesen Zirkus veranstalten, um ihre Kinder glücklich zu machen. Die Familienbloggerin war sich ganz sicher: So was würde sie nie machen! Auch das war – wie so vieles – ein Irrtum.

«Was mach ich da eigentlich?», frage ich mich öfter mal im Leben. Und sehr oft hat es mit meinen Kindern zu tun (nicht immer, aber das ist ein anderes Thema...). So geschehen vor kurzem. Um genau 8.50 Uhr unterbreche ich mein Training auf dem Laufband, damit ich um 8.55 Uhr vor dem Computer sitze, um Tickets für ein Konzert der koreanischen Boyband ihres Vertrauens zu erstehen, die erstmals nach Europa kommt. Um Punkt neun Uhr sollen die Tix in den Verkauf gehen.

Womit ich überhaupt nicht gerechnet habe: Ich komme online in eine Warteschlaufe. Um Punkt 9.05 Uhr wird mir gestattet, Tickets zu kaufen – und natürlich sind alle halbwegs erschwinglichen Kategorien ausverkauft, und es gibt nur noch die schweineteure Kategorie eins.

Scheissescheissescheissescheisse. Ich kann unmöglich SO viel Kohle ausgeben. Unmöglich. Andererseits sehe ich ihr enttäuschtes Gesicht vor mir, wenn ich ihr sage, dass alle Tix innerhalb meiner finanziellen Schmerzgrenze schon weg waren. Viel Zeit zum Überlegen hab ich nicht, sonst sind die ausserhalb der Schmerzgrenze auch weg.

Tickets gekauft für einen Preis, von dem ich nie gedacht hätte, dass ich das jemals tun würde

Klick. Tickets gekauft für einen Preis, von dem ich nie gedacht hätte, dass ich das jemals tun würde. Aber eben. Mein Vater hat vermutlich in seinen jungen Jahren auch nie gedacht, dass er mal frühmorgens für Dire-Straits-Tickets anstehen würde (damals ging das noch nicht online, dafür waren die Tickets günstiger), damit seine Tochter nicht die Schule schwänzt. Für mich ist das immer noch einer seiner besten Liebesbeweise ever. Und genau deshalb mach ich das jetzt für meine Tochter auch.

Meine Tochter meldet sich mit dem Glockenschlag

Gefühlte zwölf Sekunden nachdem ihre Pause angefangen hat, ruft sie an. «Undundundundund?????» – «Ich hab sie. Kategorie eins. Beste Plätze.» – «OhmeingottohmeingottonmeinGott!!!! Was hat das gekostet?» – «Das willst du nicht wissen. Geburtstagsgeschenk, okay?» – «Jaaaaa. Du bist die Beste!»

Ich weiss. Und ich mache Sachen für dich, die ich nie für möglich gehalten hätte. Aber vielleicht wirst du dich auch viel viel später mal daran erinnern und wissen: Das war der ultimative Beweis meiner Liebe zu dir. Und dafür hat sich das gelohnt.