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Der ganz normale Wahnsinn

Wie bringt Sandra C. Kids und Job unter einen Hut? Easy! Oder doch nicht?

Vaterschaft gleich Vater schafft?

Vier Wochen bezahlten Vaterschaftsurlaub möchte eine Volksinitiative. Zu teuer, findet der Bundesrat und empfiehlt dem Parlament, die Initiative abzulehnen. Zu wenig, findet Familienbloggerin Sandra C. Aber es wäre immerhin ein Anfang gewesen. 

Schade, lieber Bund. Sehr schade. Ja, mir ist bewusst, dass 420 Millionen Franken pro Jahr viel Geld ist. Und wenn man ganz ehrlich ist, sind vier Wochen Vaterschaftsurlaub ein Witz. Diese Zeit reicht lange nicht aus, um eine Mutter mit einem Neugeborenen echt zu unterstützen. 

Und trotzdem: Es wäre eine riesige Chance. Wie gesagt, nicht weil dadurch, dass ihre Partner sie ein bisschen häufiger beim Wickeln unterstützt hätten als sonst, die Mütter unglaublich entlastet würden. Sondern weil es ein wichtiger Schritt gewesen wäre, die Leute in diesem familienpolitisch so rückständigen Land zum Umdenken anzuregen. 

Ihr, liebe Väter, spielt nicht nur eine Nebenrolle in der Kindererziehung

Würde man nämlich die Väter auf politischer Ebene in die Pflicht nehmen, für ihre Kinder da zu sein, hiesse das ganz offiziell: Ihr, liebe Väter, spielt nicht nur eine Nebenrolle in der Kindererziehung. Dieses Land erwartet von euch, dass ihr euch aktiv daran beteiligt. Das ist uns so wichtig, dass wir in der Arbeitswelt eine Weile auf euch verzichten und dafür aufkommen. Es gibt also keine Ausrede. 

Ein Vater, der viel arbeitet, ist ein guter Vater, schliesslich muss er seine Familie ernähren

Mütter und Väter werden immer noch unterschiedlich beurteilt – oder verurteilt. Eine Mutter, die viel arbeitet, ist eine Rabenmutter. Ein Vater, der viel arbeitet, ist ein guter Vater, schliesslich muss er seine Familie ernähren. Dabei sind Väter genauso wichtig für ihre Kinder wie Mütter. Und können, das Stillen ausgenommen, auch genauso gut alle Aufgaben in der Kinderbetreuung und -erziehung übernehmen. 

Würde man den Wert der Väter in der Kindererziehung endlich richtig anerkennen, könnten auch Mütter endlich ohne schlechtes Gewissen einer Erwerbstätigkeit nachgehen. Denn dann müssten Väter, die sich nicht in einem angemessenen Rahmen um ihre Kinder kümmern, ein genauso schlechtes Gewissen haben, wie das heute die meisten berufstätigen Mütter haben. 

Es geht um mehr als Windelnwechseln

Wie gesagt, lieber Bundesrat. Es geht nicht um vier Wochen Windelnwechseln. Das ist Peanuts. Es geht um viel mehr. In den Köpfen der Leute passiert relativ wenig, egal wie die Realität aussieht. Und die ist: Fast 80 Prozent der Mütter in der Schweiz sind in der einen oder anderen Art und Weise berufstätig. Und immer mehr Väter möchten mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen. Es wäre schön, wenn man mal auf die wirklich Betroffenen hören würde in solchen Belangen. Oder zumindest ein Anfang.