Der ganz normale wahnsinn

Der ganz normale Wahnsinn

Kids und Job unter einen Hut bringen? Easy! Oder doch nicht?

Geiz ist ungeil!

Nein, Sandra C. hat kein Geld zum Verschwenden. Und normalerweise schmeisst sie die Kohle auch nicht zum Fenster raus. Aber Weihnachten ist anders. Die Familienbloggerin liebt Schenken und Beschenktwerden. Und all die, die sich über den «Konsumwahn» aufregen, gehen ihr gewaltig auf die Nerven.
Weihnachten 2014 Geschenke Dekoration
© Getty Images

Geschenke gehören für Bloggerin Sandra C. einfach an Weihnachten dazu.

Das Zusammensein mit der Familie, Kerzenschein, gutes Essen, schöne Stimmung. All das macht Weihnachten aus. Und ich gebe zu: Ich bin ein Weihnachtsfreak. Alle, die mich kennen, wissen, dass bei mir spätestens am 1. Dezember das Haus dekoriert wird und die ersten Guetzli gebacken werden. Zwei Wochen später habe ich alle Geschenke besorgt (Ich führe das ganze Jahr über eine Liste, in die ich Dinge eintrage, die ich jemandem schenken könnte), inklusive der selbst gemachten für Grosseltern, Göttis, Gottis usw. Da ich nicht basteln kann, stammen diese bei mir und meinen Kindern meist aus der Küche und müssen oft auf den letzten Drücker nachproduziert werden, da sie schon bei diversen vorweihnachtlichen Veranstaltungen draufgegangen sind. (Das gilt dieses Jahr nicht für den selbst gemachten Kaffee­-Likör, den konnte ich schlecht fürs Buffet des Weihnachtskonzertes der Schule mitbringen).

Aber friedliches Zusammensein und Guetzlibacken in Ehren - ­ ohne Geschenke wäre Weihnachten nicht dasselbe. «Wir schenken uns nichts. Wir machen diesen Konsumwahn nicht mit», höre ich an allen Ecken und Enden. Und ich schäme mich nicht mal zu gestehen: Ich schon. Sobald in der Bahnhofstrasse die Weihnachtsbeleuchtung angeht, werde ich total konsumwahnsinnig! Selbstverständlich packe ich auch gern ab und zu ein Geschenk aus, ­ aber noch viel lieber packe ich Geschenke ein. Es gibt doch nichts Schöneres, als jemandem eine Freude zu machen. Natürlich geht das auch ohne Materielles undsoweiterblablabla. Erklärt das mal einem Kind, das unterm Weihnachtsbaum gerade ein Dreierpack Socken ausgepackt hat.

An dieser Stelle muss ich gleich nochmal ein Geständnis machen: Ja, ich versuche nach Möglichkeit, die Wünsche meiner Kinder zu erfüllen, solange sie einigermassen realistisch sind (Nein, Sohn, es gibt auch dieses Jahr kein iPhone). Selbstverständlich darfs auch mal etwas Nützliches sein, wie ein Gutschein für ihre Hobbys, aber ich sehe nicht ein, warum nicht auch eine «Monster­High­Puppe» und dieses seit dem Sommer heiss ersehnte Waveboard unter dem Baum liegen sollen.

Wenn ich an die Weihnachten meiner Kindheit zurückdenke, sehe ich eine wunderschön geschmückte Tanne und Fondue Chinoise. Und dieses eine Fest, an dem ich einen meiner grössten Wünsche erfüllt bekam, nach dem ich mich nie zu fragen getraut hatte: meinen eigenen Kassettenrecorder. Meinen allergrössten Wunsch bekam ich nie erfüllt. Meinen Kindern erfülle ich ihn dieses Jahr. Also IHREN grössten Wunsch. Ähm, ­ zumindest haben sie schon sehr lange gestürmt deswegen. Also gut: Ich erfülle meinen Kindern dieses Jahr zu Weihnachten MEINEN grössten Kindheitswunsch.

Was das ist, erfahrt ihr, wenn es soweit ist. Jedenfalls ist eines klar: Zur Weihnachtszeit gibts in meiner Familie drei Kinder. Und die würden alle nicht auf Geschenke verzichten wollen. (Schliesslich bekam ja schon das Christkind welche.) Konsumwahn? So ein Quatsch. Im Dezember gilt für mich: Geiz ist ungeil!

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