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Der ganz normale Wahnsinn

Wenn Kinder an Drogen sterben

Der Drogentod eines Mädchens aus dem Bekanntenkreis ihres Sohnes schockt unsere Familienbloggerin. War es naiv zu glauben, dass Drogen kein Thema für ihre Kids seien?

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Rauchen, Kiffen, Trinken – viele Teenager probierens aus. Aber ab wann wirds gefährlich?

Getty Images

Schuleschwänzen, schlechte Noten, «vergessene» Hausaufgaben – bisher war ich immer mit relativ harmlosen Teenager-Problemen konfrontiert. Als ich vor einiger Zeit ein Mail bekam, mein Sohn hätte einem anderen Jungen einen Stift kaputt gemacht, schüttelte ich den Kopf. Einen Stift kaputtgemacht? Come on! Der Junge ist vierzehn. Ich bin froh, dass er nicht klaut, keine Wände besprayt, Saufgelage durchführt oder Drogen konsumiert.

Schock: Mein Sohn kannte das Mädchen

Als ich von den beiden Fünfzehnjährigen lese, welche mutmasslich an einer Überdosis irgendwelcher Drogen starben (noch ist das zwar nicht klar, die Untersuchungen sind nicht abgeschlossen), bin ich geschockt. Noch geschockter bin ich, als mein Sohn mir erzählt, dass er das Mädchen kannte. Und am allergeschocktesten bin ich, dass er Sätze sagt wie: «Vermutlich gestrecktes MDMA oder so.»

«Natürlich haben wir darüber gesprochen. Übers Kiffen. Dass es das Hirn kaputt macht.»

Er habe das Mädchen schon lange nicht mehr gesehen, sie sei vor einer Weile weggezogen, erklärt er mir. Und als sie noch in der Nähe wohnte, hatte sie seines Wissens nach nie etwas mit Drogen zu tun. Das beruhigt mich ein bisschen. Trotzdem: Woher kennt er diese Begriffe?

War ich naiv?

Irgendwie waren Drogen etwas, was mich nie so richtig beschäftigte. Weil ich nicht das Gefühl hatte, es sei etwas, das meine Kinder interessiert. Natürlich haben wir darüber gesprochen. Übers Kiffen. Dass es das Hirn kaputt macht. Dass es illegal ist. Und ich es deshalb nicht gutheisse. Aber dass ich es verstehe, wenn sies ausprobieren möchten.

«Ich schäme mich fast ein bisschen – aber irgendwie bin ich froh um dieses abschreckende Beispiel.»

Dass etwas wie die Partydroge MDMA – früher oft gleichgesetzt mit Ecstasy, was so nicht ganz richtig ist – bereits mit zarten vierzehn Jahren an ihrem Horizont auftaucht, habe ich naiverweise nicht für möglich gehalten. «Woher kennst du diese Begriffe?», frage ich meinen Sohn.

«Man redet darüber, weil es Leute gibt, die das nehmen.» Ich frage ihn, ob er es spannend finden würde, das auszprobieren. «Bisch blöd? Man hat ja gesehen, was passieren kann!» Ich schäme mich fast ein bisschen – aber irgendwie bin ich froh um dieses abschreckende Beispiel. Und gleichzeitig extrem wütend. Auf die Leute, die davon profitieren, wenn Kinder sich in Lebensgefahr begeben, oder sogar sterben – selbst wenn sie die Drogen nicht selbst gekauft haben.

Dankbar für «vergessene» Hausaufgaben

Ich kann nur hoffen, dass schlechte Noten und «vergessene» Hausaufgaben meine grössten Teenager-Probleme bleiben.

Mehr von Familien-Bloggerin Sandra C. lest ihr hier.

 

 

 

 

Von Sandra C. am 29.08.2020
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